Bundesland Bayern

Die Folgen des Klimawandels sind nicht überall gleich. Auch die daraus resultierenden Anpassungsmaßnahmen unterscheiden sich in den Bundesländern. Hier finden Sie einen Überblick, welche Auswirkungen des Klimawandels in Bayern erwartet werden und mit welchen Maßnahmen das Bundesland darauf reagiert.

Klimafolgen

Länderspezifische Klimaänderungen

BEREITS AUFGETRETENE UND ERWARTETE KLIMAÄNDERUNGEN

Der Klimawandel äußerte sich in Bayern in der Vergangenheit durch einen allgemeinen Temperaturanstieg, eine Umverteilung der innerjährlichen Niederschläge, eine Tendenz zur Zunahme von Starkniederschlägen und zur Abnahme der Schneebedeckung sowie durch eine Verschiebung der phänologischen Phasen. In der Zukunft wird sich der Temperaturtrend in Bayern sehr wahrscheinlich fortsetzen. So wird für die Jahresmitteltemperatur in der nahen Zukunft ein Anstieg zwischen +1 und +2 °C projiziert, der sich in der fernen Zukunft auf +2 bis +4,5 °C verstärken könnte. Dabei verzeichnen die einzelnen Jahreszeiten ähnliche Änderungen. Die zukünftige Entwicklung weiterer Klimagrößen, wie des Niederschlags, ist hingegen mit größeren Unsicherheiten behaftet (vgl. Klimareport Bayern 2015).

Basierend auf den Ergebnissen der Vulnerabilitätsstudie Deutschlands (2015) können für Bayern folgende räumliche Klima-Charakteristika zusammengefasst werden:

Die Region Würzburg zeichnet sich durch ein warmes Klima aus, welches sich im Zuge des Klimawandels räumlich ausdehnen wird. Damit verbunden ist eine Zunahme von Hitzewellen und Heißen Tagen sowie Tropennächten zu erwarten. Besonders betroffene Handlungsfelder sind menschliche Gesundheit, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und der Verkehr.

Der Nordwesten Bayerns (Mittel- und Unterfranken) gehört bereits heute zu den trockensten Regionen Deutschlands. Die zukünftig abnehmenden Niederschläge und steigenden Temperaturen im Sommer werden zu einer weiteren Beschränkung der Wasserressourcen führen. Dies hat insbesondere Auswirkungen auf die Wasser-, Land- und Forstwirtschaft in Bayern.

Im Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirge im Nordosten Bayerns herrscht Mittelgebirgsklima mit hohen Sommer- und Winterniederschlägen. Zukünftig wird hier vor allem mit einer Abnahme des Schneefalls im Winter gerechnet. Betroffene Handlungsfelder sind die Wasserwirtschaft und der Tourismus.

Die Regionen Fränkische Alb, Unterbayerisches Hügelland, Donau-Iller-Lech-Platten können dem Gebirgsvorlandklima zugeordnet werden. Infolge zukünftig steigender Temperaturen und verstärktem Siedlungs- und Verkehrsflächenwachstum ergibt sich für die Handlungsfelder Menschliche Gesundheit und Energiewirtschaft eine erhöhte Betroffenheit.

Am stärksten vom Klimawandel betroffen zeigen sich die Alpen. Gekennzeichnet durch ein niederschlagsreiches, kühles Gebirgsklima führt die überdurchschnittliche Erwärmung hier zu einer besonders hohen Betroffenheit in den Bereichen biologische Vielfalt, Wasserwirtschaft, Bauwesen, Verkehr, Tourismus sowie Industrie und Gewerbe.

WICHTIGE STUDIEN UND PROJEKTE

BayKliZ – Klimazukunft Bayern – Leitwerte für die Klimaanpassung (2015 bis 2017):

Innerhalb des Projektes wird eine bayernweit abgestimmte und umfassende Datengrundlage für Anpassungsaktivitäten von staatlichen und kommunalen Verwaltungen geschaffen. Ensembleauswertungen für verschiedene Emissionsszenarien (SRES A1B als auch RCP4.5 & RCP8.5) basierend auf ca. 60 regionalen Klimaprojektionen bilden dafür das Fundament. Diese Datengrundlage ermöglicht es, die zukünftige Entwicklung von klimatischen Leitwerten wie Hitzetage, Starkniederschlag oder Trockenheit zu berechnen. Gleichzeitig können bisher verwendete Projektionen in die erweiterte Datengrundlage eingeordnet und bewertet werden. Mit der Konzeption eines webbasierten Bayerischen Klimainformationssystems (BayKIS) wird die Möglichkeit für einen einfachen Zugang und Austausch von Klimamodelldaten und klimatischen Leitwerten entwickelt.

ClimEX – Klimawandel und Hydrologische Extremereignisse – Risiken und Perspektiven für die Wasserwirtschaft in Bayern (2015 bis 2019):

Ziel des Projekts ist es, die Folgen des Klimawandels auf hydrologische Extremsituationen verbessert analysieren und quantifizieren zu können sowie aus diesen Ergebnissen Empfehlungen für eine vorausschauende Bewirtschaftung der bayerischen Wasserressourcen abzuleiten. Durch die enge Zusammenarbeit von Klima- und Wasserhaushaltsmodellierern wird erstmals ein großes Ensemble zeitlich hoch aufgelöster und flächendeckender Wasserhaushaltsprojektionen (50 Projektionen) für Bayern gerechnet und ausgewertet. Erst mit dieser Datenfülle sind statistisch valide Aussagen zur Häufigkeit von Extremereignissen möglich. Neben der Bewertung der Hochwassersituation in Bayern wird die Entwicklung von Niedrigwassersituationen untersucht und dazu räumlich differenzierte, qualitative Aussagen getroffen.

KLIWA – Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft (1999 bis 2017):

Das Kooperationsvorhaben KLIWA der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern sowie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) untersucht seit 1998 die regionalen Auswirkungen der Klimaänderung auf die Wasserwirtschaft in Süddeutschland. Das Vorhaben geht von der Erkenntnis aus, dass infolge des anthropogen verursachten "Treibhauseffektes" bis 2100 eine Erhöhung der mittleren globalen Temperatur erwartet wird. Diese Erhöhung wird verbunden sein mit erheblichen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, von denen verschiedene Bereiche der Wasserwirtschaft betroffen sein werden. Fundierte Kenntnisse über die Entwicklung des Wasserhaushaltes, insbesondere im Zusammenhang mit möglichen Klimaveränderungen sind notwendig, um eine auf Nachhaltigkeit gegründete Planung von wasserwirtschaftlichen Maßnahmen zu ermöglichen. Für Einzelprojekte, die sich mit diesen Fragestellungen beschäftigen, bildet KLIWA den entsprechenden Projektrahmen.

In den verschiedenen Bereichen von KLIWA werden

  • die bisherigen Veränderungen des Klimas und des Wasserhaushaltes untersucht
  • die Auswirkungen möglicher Klimaveränderungen auf den Wasserhaushalt abgeschätzt
  • die Einrichtung eines Messprogramms zur Erfassung künftiger Veränderungen des Klimas und des Wasserhaushaltes geprüft
  • und die Auswirkungen auf das wasserwirtschaftliche Handeln erarbeitet.

Die Auswirkungen des Klimawandels im Alpenraum wissenschaftlich zu erforschen war das Thema des EU-Projekts "Capitalising Climate Change Knowledge for Adaptation in Alpine Space" (C3-Alps). C3-Alps hat von 2012 bis 2014 in mehreren Arbeitspaketen

  • die Ergebnisse von Vorprojekten zu den Auswirkungen des Klimawandels im Alpenraum zusammengefasst (Synthese) und
  • diese in ein einfach handhabbares Instrumentarium überführt.

Die Ergebnisse erleichtern es den beteiligten Alpenländern, gemeinsames Wissen über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Alpenraum zu nutzen und gemeinsame Anpassungsstrategien umzusetzen.

Im Rahmen von C3-Alps entwickelte die Hochschule München im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums einen "Klimacheck" für bayerische Kommunen. Der „Klimacheck“ gibt in Form eines interaktiven Tools (USB-Stick) der jeweiligen Gemeinde Antworten auf Fragen zu Auswirkungen des Klimawandels und Möglichkeiten der Anpassung an die klimatischen Veränderungen (Hitze, Trockenheit, Starkniederschläge, Sturmereignisse, Lawinengefahr, Georisiken).
In Fortsetzung des Klimachecks wird nun am Beispiel zweier Gemeinden untersucht, wie eine Sensibilisierung für die Anpassung an den Klimawandel auf lokaler Ebene gefördert und das Thema in kommunalen Planungs- und Gestaltungprozessen sowie bei der Entwicklung strategischer Zukunftskonzepte dauerhaft berücksichtigt werden kann (z.B. durch klimawandelangepasste Flächennutzungspläne oder durch nachhaltige, klimarobuste Tourismuskonzepte).

LÄNDERSPEZIFISCHE KLIMAMODELLE UND KLIMAPROJEKTIONEN

Experten des Bayerischen Landesamts für Umwelt haben die globalen Erkenntnisse zum Klimawandel erstmals auf Basis regionaler Klimaprojektionen für Bayern konkretisiert. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in einem „Klimabericht Bayern“ und neun Regionalberichten, die sich an Flusseinzugsgebieten orientieren. Die Auswertung zeigt einen bayernweiten Anstieg der Jahresmitteltemperatur bis 2050 von mehr als einem Grad Celsius im Vergleich zum Zeitraum 1971 bis 2000, einige Projektionen übersteigen sogar die Marke von zwei Grad Celsius. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahrzehnte fort. Der Anstieg der Jahresmitteltemperatur führt zu einer Abnahme von Tagen, an denen die Temperatur unter Null Grad Celsius fällt. Zunehmen werden dagegen heiße Tage, an denen die Höchsttemperatur auf über 30 Grad Celsius steigt. Vor allem im Sommerhalbjahr sind häufigere und länger anhaltende Trockenphasen zu erwarten, mit zeitweise geringen Abflüssen und niedrigen Wasserständen in den bayerischen Fließgewässern. Die Niederschläge im Winterhalbjahr könnten dagegen leicht zunehmen.

Auch die jüngsten Analysen der Klimaprojektionen auf Basis der Emissionsszenarien RCP4.5 und RCP8.5 im Rahmen des Projektes Klimazukunft Bayern (BayKliZ) bestätigen diese Entwicklungen. Die Ergebnisse werden gegenwärtig aufgearbeitet (vgl. Kapitel Studien und Projekte).

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft sowie die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau informieren auf ihren Internetseiten über das Forschungsprogramm Landwirtschaft und Forsten.

Länderspezifische Klimafolgen und Vulnerabilität

BEOBACHTETE UND ERWARTETE KLIMAFOLGEN

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Menschheit – ein globales Problem mit Auswirkungen auch auf Bayern.

In der Vergangenheit wurden im Wasserhaushalt von Oberflächen- und Grundwasser bereits Veränderungen festgestellt (Veränderungen im Abflussregime und Zunahme von Hoch- und Niedrigwassersituationen sowie Beeinträchtigungen in der Grundwasserneubildung). Diese werden sich in Zukunft weiter verstärken. In der Wasserwirtschaft sind daher unterschiedliche Nutzungen betroffen. Effekte können auch über die Wasserwirtschaft hinausreichen.

Klimawandelbedingte Auswirkungen auf den Boden sind vor allem in Form von Bodenerosion und dem langfristigen Verlust von im Boden gebundenem organischen Kohlenstoff zu verzeichnen, aber auch in Form des Verlustes von Moorböden.

Für die Landwirtschaft sowie den Garten- und Weinbau bietet der Klimawandel Chancen durch einen CO2-Düngeeffekt, eine verlängerte Vegetationsperiode, damit verlängerte Anbauphasen und folglich im Mittel höhere Erträge. Gleichzeitig steigen aber auch die Risiken wie Ernteausfälle durch Dürre, Hagel- und Starkregen, vermehrten Befall durch Schädlinge und Krankheiten, unzureichenden winterlichen Kältereiz für Frühblüher und Obstgehölze, verminderte Bodenfruchtbarkeit oder Bodenerosion sowie durch Hitzestress in der Tierhaltung.

Auswirkungen im Wald und der Forstwirtschaft durch Temperaturzunahme und Wasserstress werden vor allem für Regionen erwartet, in denen eher Kühle und Feuchtigkeit bevorzugende Baumarten wachsen. Das betrifft einerseits den alpinen Raum, aber auch weite Teile des übrigen Bayerns, in denen vorrangig die schlecht an den Klimawandel angepasste Fichte kultiviert ist. Gleichzeitig stellen neuartige Schädlinge ein Problem dar. Bäume wachsen nur langsam, was in der Forstwirtschaft langfristige Planungshorizonte bedingt.

Die Ökosysteme in Bayern sind größtenteils durch den Menschen beeinflusst. Der Klimawandel stellt für den Naturschutz einen zusätzlichen Stressor dar, der sich in Form von Art-Areal-Verschiebungen, geänderter Phänologie oder invasiven Tier- und Pflanzenarten äußert.

Der Klimawandel, resultierend zum Beispiel in vermehrten sommerlichen Hitzeextremen, erhöhter UV-Bestrahlung durch häufigere Hochdruckphasen oder einer verlängerten Pollenflugphase, ist einer von vielen Faktoren, der sich auf die menschliche Gesundheit auswirkt und empfindliche Personengruppen zusätzlich belasten kann. Ebenso ist die Begünstigung von wärmeliebenden Überträgern tropischer Infektionskrankheiten möglich.

Je nach naturräumlicher und infrastruktureller Ausstattung, Jahreszeit und Angebotsprofil einer Region können die Klimafolgen auf die Tourismusbranche sowohl positiv als auch negativ ausfallen. Generell sind Regionen mit naturverbundenem Tourismus und/oder einem Schwerpunkt auf Outdoor-Aktivitäten anfälliger. Während der Wintersporttourismus in Bayern wahrscheinlich rückläufig sein wird, bestehen für den bayerischen Sommertourismus eher Chancen, wenn auch zunehmende Extreme vermehrte Risiken darstellen.

Das hauptsächliche Problem im Sektor Raumplanung und Städtebau ist eine zunehmende Hitzebelastung.

Für Industrie und Gewerbe halten sich die Einschätzungen zu den positiven und negativen Klimawandelauswirkungen die Waage – mit Unterschieden je nach Gewerbezweig und Betriebsgröße. Insgesamt jedoch stellen zunehmende Extremereignisse mit daraus folgenden betrieblichen oder logistischen Einschränkungen oder eine Hitzebelastung der Beschäftigten und Infrastruktur negative Auswirkungen dar, während die Erschließung neuer Märkte als Chance gesehen wird.

Im Sektor Verkehr kann die Zunahme frostfreier Tage die allgemeine Transportsituation auf Straße und Schiene sowie den Fahrradverkehr begünstigen. Gleichzeitig erschweren häufigere Extremereignisse die Planungssicherheit im Transportwesen, vermindern die Verkehrssicherheit und führen zu einer höheren Beanspruchung der Verkehrsinfrastruktur. Für die Binnenschifffahrt stellen vor allem Hoch- und Niedrigwasserereignisse ein Problem dar.

Der Klimawandel bedingt zusätzliche Anforderungen im Sektor Energieversorgung. Einerseits führt Hitze zu einem erhöhten sommerlichen Strombedarf für z. B. Klimaanlagen bei gleichzeitig vermindertem Lauf- und Kühlwasserdargebot für die Kraftwerke. Andererseits werden erhöhte Belastungen der Energieinfrastruktur durch Extremereignisse erwartet.

Der in der Vergangenheit in ganz Bayern beobachtete Temperaturanstieg war in den Alpen besonders stark ausgeprägt und wird sich basierend auf Klimaprojektionen weiterhin fortsetzen. Daraus resultieren Folgen für den Wasserhaushalt sowie für Ökosysteme. Im Bereich der alpinen Naturgefahren bedingen häufigere extreme Niederschlagsereignisse und eine Verringerung des Permafrostes die Zunahme von Hochwässern in Wildbächen, Murgängen und Hangbewegungen. Eine winterliche Temperaturzunahme führt zu einem erhöhten Lawinenrisiko.

WICHTIGE STUDIEN UND PROJEKTE

Klima-Report Bayern 2015

Der Klima-Report Bayern 2015 fasst die Erkenntnisse zum Klimawandel in Bayern zusammen, zeigt seine Auswirkungen in den verschiedenen Umwelt- und Lebensbereichen und stellt ausgewählte Aktivitäten des Freistaates auf den Feldern Anpassung und Forschung vor. Er ist im Dezember 2015 veröffentlicht worden und wurde federführend erarbeitet vom Deutschen Wetterdienst, dem Bayerischen Landesamt für Umwelt und der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS).

Der Klima-Report Bayern stellt überblickartig die wesentlichen klimatischen Veränderungen in Bayern in der Vergangenheit und die zukünftig zu erwartenden Veränderungen dar und beleuchtet die wichtigsten daraus resultierenden Folgen für die Handlungsfelder der Bayerischen Klima-Anpassungsstrategie. Die Schwerpunkte der dort zusammengetragenen Anpassungsmaßnahmen sind Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, Wechselwirkungen zwischen Klimaschutz und Anpassung, integrative Ansätze und der Umgang mit Unsicherheiten. Gleichzeitig zeigt der Klima-Report Bayern anschauliche Beispiele zu konkreten Klimaanpassungsmaßnahmen und gibt einen Einblick in die aktuelle Klima- und Klimafolgenforschung an bayerischen Instituten.
Der Klimawandel äußerte sich in Bayern in der Vergangenheit durch einen allgemeinen Temperaturanstieg, eine Umverteilung der innerjährlichen Niederschläge, eine Tendenz zur Zunahme von Starkniederschlägen und zur Abnahme der Schneebedeckung sowie durch eine Verschiebung der phänologischen Phasen. In der Zukunft wird sich der Temperaturtrend in Bayern sehr wahrscheinlich fortsetzen. So wird für die Jahresmitteltemperatur in der nahen Zukunft ein Anstieg zwischen +1 und +2 °C projiziert, der sich in der fernen Zukunft auch darüber hinaus verstärken könnte. Dabei verzeichnen die einzelnen Jahreszeiten ähnliche Änderungen. Die zukünftige Entwicklung weiterer Klimagrößen, wie des Niederschlags, ist hingegen mit größeren Unsicherheiten behaftet.

Im Bayerischen Umweltministerium sind es insbesondere die landschaftsprägenden Ökosysteme, die den Schwerpunkt der Klimaforschung bilden. Hier zu nennen sind an erster Stelle die klimasensiblen Alpen und damit eng verbunden die international ausgerichtete Umweltforschungsstation Schneefernerhaus | Zugspitze (UFS). Mit den Vorhaben zum „Virtuellen Alpenobservatorium“ (VAO I und II) werden atmosphärische Klimaforschung, Klimamodellierung, Schwerewellenuntersuchungen und Untersuchungen zu Vb-Wetterlagen, die häufig von Starkregenereignissen in Zeiten des Klimawandels begleitet sind, Gletscherforschung (Erstellung eines europaweiten Gletscherinventars), Forschung zu Klimaindikatorpflanzen durch Vernetzung der alpinen Gärten in Europa oder klimabezogene Gesundheitsforschung auf höchstem und internationalem Niveau betrieben. Verbundpartner sind mehrere alpine Höhenforschungseinrichtungen in Österreich, Italien, der Schweiz, Slowenien und Frankreich. Mit Forschungseinrichtungen in anderen alpenähnlichen Hochgebirgen bestehen Kooperationen, z. B. mit Norwegen (ALOMAR). Wie sich der Klimawandel in den Höhenstufen der Alpen ausprägt und wie die zunehmend akut werdende Waldbrandgefahr frühzeitig eingedämmt werden kann, untersuchen Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Technische Universität München (TUM), Universität Augsburg im Vorhaben „KLIMAGRAD I und II“.

Der Klimawandel bedroht auch die fünf Alpengletscher in Bayern: Die Gletscher haben etwa mit Beginn der Industrialisierung um 1850 durch Abschmelzen deutlich an Volumen, Fläche und Länge verloren. Im Jahr 1820 erreichte die maximale Ausdehnung aller Gletscher in Bayern noch etwa vier Quadratkilometer, heute ist mit etwa 0,7 Quadratkilometer weniger als ein Viertel übrig. Die Folgen zeigen sich hier besonders deutlich, weil sich zahlreiche empfindliche Gebiete und naturbelassene Landschaften auf relativ kleinem Raum befinden. Folgen sind: Zunahme der alpinen Gefahren, Gefährdung der Trinkwasserspeicher, Verstärkung der Hochwasserereignisse, Bedrohung der Wildbäche, der Bergwälder sowie der alpinen Tier- und Pflanzenwelt. Der Statusbericht „Bayerische Gletscher im Klimawandel“ fasst die bisher gewonnenen Erkenntnisse zusammen.

Der Bayerische Forschungsverbund „Auswirkungen des Klimas auf Ökosysteme und klimatische Anpassungsstrategien“ (FORKAST) forschte über vier Jahre hinweg zu klimatischen Extremereignissen. Zu den gravierenden Folgen des Klimawandels gehören die Zunahmen der Frequenz und Intensität von Extremwetterereignissen, wie Dürreperioden, Starkregenereignissen und Überschwemmungen oder lange Frostperioden. Diese Ereignisse hinterlassen zunehmend Spuren in den Ökosystemen. Im Fokus der Forschungsarbeiten standen die landschaftsprägenden Ökosysteme – Wälder, Grünland, Moore und Gewässer – in Bayern.

Weitere vom Klimawandel betroffene charakteristische Landschaften sind die Seen. Hierzu erforscht die TUM mit weiteren Partnern im Vorhaben „Bayerische Seen im Klimawandel“, ob und wie die limnischen Ökosysteme, auch Bergseen betroffen sind. Forschungsfragen sind z.B. ob der durch klimabedingte Hochwasserereignisse vermehrte Geschiebetransport in zufließenden Gewässern zu Trübungen in den Seen und einer Zunahme von nicht-heimischen Pflanzen (Neophyten) in  Wasserpflanzen-Beständen führen kann. Mit Methoden der Fernerkundung können solche Verschiebungen in einem frühen Stadium erfasst werden und Anpassungsmaßnahmen getroffen werden. Weitere Themen sind das vermehrte Vorkommen von Blaualgen (Cyanobakterien) und die Aufnahme von atmosphärischem CO2 durch spezialisierte Grünalgen. Die Technische Universität München untersuchte zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mittels Methoden der Fernerkundung die Ausbreitung von neu zugewanderten (neophytischen) und Wärme liebenden Wasserpflanzen, dokumentierte Managementmaßnahmen für Wasserpflanzen wie Nixkraut (Najas intermedia) und Wasserpest (Elodea nuttallii) und entwickelte ein Vorhersagemodell für die Betroffenheit der Seen in Bayern.

Im gemeinsam von Landwirtschafts- und Umweltministerium finanzierten  Vorhaben „KROOF“ wird untersucht, wie die Wälder bzw. Mischkulturen und einzelne Baumarten in Bayern auf den Klimawandel und die damit verbundenen Dürreereignisse reagieren.

Im Verbundprojekt „Bayerns Landschaften im Klimawandel“ untersuchen Karlsruhe Institut Campus Alpin und die Technische Universität München in Sedimenten und in Moorstandorten, wie die Landschaften in vergangenen Zeiten auf Klimaänderungen reagiert haben und wie der Kreislauf des Kohlenstoffs, und die Bindungsfähigkeit des Bodens für Kohlenstoff in Zusammenhang mit seiner Behandlung zu bewerten ist. Die zielführende und nachhaltige Renaturierung von aufgelassenen Niedermoorstandorten mit dem Ziel die ehemaligen C-Speicher wieder zu reaktivieren und vom Klimawandel bedrohte Tierarten wieder anzusiedeln (u.a. Moorlibelle, Kreuzotter), ist ein weiterer Schwerpunkt der Klimaforschung des Umweltministeriums, den die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (MoorAdapt) und die TUM zusammen mit der Auffangstation für Reptilien München beforschen. Im Forschungsvorhaben „MOORclimb“ begleitet die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) im Auftrag des LfU die Moorrenaturierung in Bayern im Rahmen des KLIP 2050. Die wesentlichen Inhalte sind die Messung von Treibhausgasen an verschiedenen Standorten und die Berechnungen der Klimarelevanz der Sanierungs-Maßnahmen. Die von der HSWT daraus berechnete kumulative Klimaentlastung beläuft sich derzeit auf etwa 60.000 t CO2-Äquivalente. Zuletzt (ab 2016) erfolgte eine Erweiterung von MOORclimb um ein Wasserstandsmonitoring sowie die vertiefte Berücksichtigung von Synergien mit dem Schutz der Biodiversität.

Städte stehen aktuell im Fokus der Klimaforschung mit dem Verbundprojekt „Zentrum Stadtnatur und Klimaanpassung“ der TUM, bei dem in Zusammenarbeit mit Kommunen untersucht wird, wie die Ökosystemdienstleistungen urbaner Grünbereiche zum einen für die Anpassung an den Klimawandel genutzt werden können und zugleich Naturschutz in der Stadt betrieben werden kann. Dabei wird insbesondere auf vom Klimawandel bedrohte Tiere in der Stadt (Animal Aided Design) und Stadtbäume (Stadtbäume in Klimawandel) Schwerpunkt gelegt. Geplant ist auch, große Plätze in Metropolen auf ihre Möglichkeiten der Anpassung an den Klimawandelaus Sicht des Landschaftsplaners zu untersuchen (100Places: M).

Zum Thema „Klima und Gesundheit“ führt das Umweltministerium zusammen mit dem Gesundheitsministerium die Studien ePIN Climate und ePIN Health (Elektronisches Polleninformationsnetzwerk) und SEAL Climate und SEAL Health (Sensibilisierungen und Allergien bei Einschülern) durch, bei denen es um die Bayern weite Erfassung von Pollen als zunehmenden Auslöser allergener Krankheiten, insbesondere auch bei Kindern geht. Daneben untersucht die Universität Augsburg, wie sich allergene Erkrankungen der Atemwege in Zeiten des Klimawandels in Innenräumen (Klimaanlagen) und im urbanen Umfeld sowie in Vergleich dazu in alpinen Höhenstufen  ausprägen. Mit dem Themenschwerpunkt „Klimawandel und Gesundheit“ wird ab 2016/17 zusammen mit dem Gesundheitsministerium ein neues Verbundprojekt eingerichtet werden, in dem die mögliche Beeinträchtigung der Gesundheit von Mensch und Tier durch die Folgen des Klimawandels untersucht werden soll. 

In 2016 startete das Umweltministerium einen neuen Projektverbund „KlimaFit - Strategien zur  Anpassung von Kulturpflanzen an den Klimawandel“, der vom LS für Pflanzenzüchtung an der TUM koordiniert wird. Der Projektverbund soll mit seinen methodischen Ergebnissen wichtige Erkenntnisse für die Züchtung klimaangepasster Kulturpflanzen liefern.

Geplant ist weiterhin ein zukunftsweisendes Großprojekt „Wasser-Zukunft-Bayern“, mit dem durch wissenschaftliche Erkenntnisse und Informations-High-Tech eine neue Qualität in der Umwelt-Simulation geschaffen werden soll.

Das vom Umweltministerium beauftragte Forschungsprojekt "Klimazukunft Bayern  (BayKliZ)" verfolgt das Ziel, eine bayernweite und ressortübergreifend abgestimmte Datengrundlage für alle Anpassungsaktivitäten von staatlichen und kommunalen Verwaltungen auf regionaler wie lokaler Ebene zu schaffen.

LÄNDERSPEZIFISCHE WIRKMODELLE

Anpassung

Politischer Rahmen

STRATEGIEPAPIERE ZUR KLIMAANPASSUNG UND AKTUELLE ENTWICKLUNGEN

In dem Wissen, dass direkte und indirekte Folgen des Klimawandels jeden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sektor betreffen können, hat die Staatsregierung bereits 2009 die „Bayerische Klima-Anpassungsstrategie (BayKLAS)“ vorgestellt. Übergeordnetes Ziel ist die Motivation aller Akteure, sich selbstständig für die Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels zu engagieren. Dies soll durch moderne und praxisnahe Instrumente wie Vernetzung aller Beteiligten, Dialog und Information, zielgerichtete Forschung, Aus- und Fortbildung sowie finanzielle Förderung erfolgen. Die BayKLAS wurde aktualisiert sowie strukturell und inhaltlich weiterentwickelt.
Die aktualisierte „Bayerische Klima-Anpassungsstrategie (BayKLAS 2016)“ stellt einen Überblick über die bereits beobachteten klimatischen Veränderungen als auch die zukünftig zu erwartenden Veränderungen in Bayern dar. Daraus abgeleitet werden die wichtigsten Folgen für alle klimasensitiven Handlungsfelder der BayKLAS beleuchtet und bereits bestehende als auch mögliche Klimaanpassungsmaßnahmen in Bayern unter Berücksichtigung ihrer Wirksamkeit, Umsetzung, Dringlichkeit, Verantwortlichkeit, Umsetzungsgrundlage und intersektoralen Vernetzung zwischen den Handlungsfeldern vorgestellt. Zudem informiert die BayKLAS über Fördermöglichkeiten zur Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen für Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen.
Schwerpunkte bayerischer Klimaanpassungsmaßnahmen sind:

  • Hochwasserschutzmaßnahmen
  • Stabilisierung und Sicherung des Wasserhaushalts
  • Vorsorge gegen Trockenheit und Dürre
  • Erhalt und Renaturierung natürlicher bzw. genutzter Kohlenstoffsenken (z. B. Moore)
  • Schutzmaßnahmen für (Berg)Wälder
  • Stabilisierung der biologischen Vielfalt und Ökosysteme
  • Eindämmung von Georisiken
  • Vorsorge gegen Gefahren durch neuen Schädlinge und Überträgern von Krankheiten
  • Verringerung der Folgen von Hitzebelastung
  • Schaffung einer nachhaltigen und klimaschonenden Siedlungsentwicklung, Verkehrsinfrastruktur, Energieproduktion und Tourismuswirtschaft
  • Schutz der Alpen und ihrer natürlichen und naturnahen Lebensräume
  • Weiterentwicklung von Forschung und Monitoring.


Die höchst gelegene Forschungsstation in Deutschland ist die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS)

Die UFS ist auf 2.650 m ü NN Deutschlands höchst gelegene Forschungsstation, knapp 300 m unterhalb des Zugspitzgipfels. Sie bildet eine weltweit einzigartige Plattform für die kontinuierliche Beobachtung physikalischer und chemischer Eigenschaften der Atmosphäre sowie für die Analyse wetter- und klimawirksamer Prozesse als Grundlagen für die Erforschung und Dokumentation des Klimawandels und für die Erarbeitung von Strategien und Lösungsvorschlägen zur Beherrschung der Klimafolgen.

Auf der UFS haben sich renommierte Forschungseinrichtungen in einem Konsortium zu einem „Virtuellen Institut Umweltforschungsstation Schneefernerhaus“ zusammengeschlossen. Beteiligt an dieser überaus fruchtbaren Forschungskooperation sind:

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt,
  • Deutscher Wetterdienst,
  • Karlsruher Institut für Technologie,
  • Helmholtz-Zentrum für Gesundheit und Umwelt,
  • Umweltbundesamt,
  • Technische Universität München,
  • Ludwig-Maximilians-Universität München,
  • Universität Augsburg,
  • Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften,
  • Freistaat Bayern mit dem Landesamt für Umwelt.

Das Modell des Virtuellen Instituts hat sich bewährt. Auf Anregung der UFS haben daher die alpinen Höhenforschungsstationen in Italien, Frankreich, der Schweiz, Österreich und Deutschland nunmehr begonnen, ihre Forschungsaktivitäten in Form eines „Virtuellen Alpenobservatoriums“ (VAO) zu bündeln und langfristig auch mit weiteren Partnern in der klimasensiblen Alpenregion und alpenähnlichen Hochgebirgen weiter auszubauen.

MONITORING- ODER EVALUATIONSPROZESSE DER STRATEGIEN

Die bayerischen Klimaschutz-Maßnahmen werden in der Broschüre „Klimaschutzprogramm Bayern 2050“ evaluiert.
Im Rahmen des Projektes „Klimaanpassung in Bayern – Umsetzung und Weiterentwicklung der Bayerischen Klima-Anpassungsstrategie (BayKLAS)“ hat das LfU eine Machbarkeitsstudie „Klimaanpassungsindikatorensystem Bayern“ beauftragt, die in Anlehnung an das DAS-Monitoringkonzept des Bundes (DAS – Deutsche Anpassungsstrategie; Entwicklung eines Indikatorensystems für die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS)) Indikatoren zur Beschreibung von Klimafolgen und zur Bewertung umgesetzter Klimaanpassungsmaßnahmen in Bayern entwickeln soll. Nach Abschluss der Studie sollen die Indikatoren zum Betrieb eines Klimafolgen- und Klimaanpassungs-Monitoringsystems angewendet werden.

Länderspezifische Anpassungsmaßnahmen

WICHTIGE STUDIEN UND PROJEKTE ZU ANPASSUNGSOPTIONEN/-MASSNAHMEN

BayKLAS – Umsetzung und Weiterentwicklung der Bayerischen Klima-Anpassungsstrategie (2015 bis 2018):

Ziel des Projektes ist es, entsprechend den Vorgaben des Klimaprogramms Bayern 2050, Klimaanpassungsaktivitäten in Bayern strukturell und inhaltlich weiterzuentwickeln und Klimaanpassung im Bewusstsein der Öffentlichkeit verstärkt zu verankern. Mit der Erstellung von zwei Broschüren zur Klimaanpassung und deren Umsetzung in Bayern werden die betroffenen Akteure über Hintergründe, Gute-Praxis-Beispiele und Handlungsempfehlungen informiert. Darüber hinaus wird ein „Klima-Anpassungsindikatorensystem“ zur Beschreibung der Folgen und Anpassungsmaßnahmen für Bayern entwickelt.

Handlungsempfehlungen zur Umsetzung von Klimaanpassung in Bayern (2016 bis 2019):

Ziel des Projektes ist es, Entscheidungsträger und Planer vor Ort bei der zielgerichteten Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen durch Bereitstellung der dafür notwendigen Grundlagendaten zu unterstützen. Eine entscheidende Rolle kommt dabei sogenannten „Klimawirkungskarten“ zu. Diesen Karten informieren darüber welche Handlungsfelder vor Ort bereits gegenwärtig für eine Klimaanpassung potentiell relevant sind und wo ggf. eine frühzeitige Anpassung im Rahmen notwendig ist. Darüber hinaus sollen für möglichst alle Handlungsfelder der Bayerischen Klimaanpassungsstrategie bereits bestehende Handlungsempfehlungen recherchiert, dokumentiert und bewertet werden und den Anwendern nach Projektabschluss für die Arbeit vor Ort zur Verfügung gestellt werden.

KLIWA – Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft (1999 bis 2017):

Seit 1999 besteht das Kooperationsvorhaben zwischen den Ländern Baden-Württemberg und Bayern sowie dem Deutschen Wetterdienst. Im Jahr 2007 trat Rheinland-Pfalz als vierter Kooperationspartner dem Vorhaben bei. Schwerpunkt der aktuellen KLIWA-Phase VI (2015-2017) sind die Durchführung von Vulnerabilitätsstudien und die Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Dies geschieht unter Einbeziehung der Akteure vor Ort in Form lokaler Fall-studien. Themenschwerpunkte sind Niedrigwasser und die Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Gewässerökologie. Aufbauend auf den fachlichen Grundlagen werden Anpassungskonzepte entwickelt.

Verbundprojekt Klimawandel und Gesundheit – VKG (2016 bis 2020)

Ziel des VKG ist die Gewinnung von wissenschaftsbasierten Erkenntnissen im Bereich Klimawandel und Gesundheit, die die Beurteilung, Planung und Förderung von geeigneten Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ermöglichen. Das Programm soll daher in die Weiterentwicklung der Bayerischen Klimaanpassungsstrategie 2016 eingebunden werden. Forschungsvorhaben in diesen beiden Bereichen haben häufig große gemeinsame fachliche Schnittmengen und Synergien. Diese sollen bestmöglich genutzt werden. Eine zielgerichtete Auswahl geeigneter Projekte und deren intensive fachliche Begleitung sollen sicherstellen, dass alle VKG-Projekte substanzielle Beiträge insbesondere zur Weiterentwicklung der BayKLAS und zu den Handlungsempfehlungen zur Klimaanpassung liefern und bisher bestehende Wissenslücken füllen.

Klimadialog mit Wirtschaft und Kommunen

Der Klimawandel macht auch vor der Wirtschaft nicht halt. Unternehmen sind auf die Versorgung mit Wasser, Energie und eine funktionierende Infrastruktur angewiesen. Dies muss auch unter veränderten Klimabedingungen gewährleistet sein. Veränderungen  – beispielsweise durch Extremwetterereignisse –  wird die Wirtschaft an lokalen Standorten des eigenen Unternehmens, der Lieferanten und der Kunden spüren. Unternehmen sind daneben auch bei ihren Lieferketten, ihren Produkten und Leistungen verletzlich. Anpassungsmaßnahmen bereiten auf zukünftige Risiken vor. Gleichzeitig bieten Anpassungsprozesse aber auch Chancen für Innovationen. Das Bayerische Umweltministerium hat in Zusammenarbeit mit der IHK vom bifa Umweltinstitut und Ludwig-Maximilians-Universität für die Branchen Tourismus, Verkehr und Energiewirtschaft sowie Baugewerbe, Handel und produzierende Wirtschaft „Klima-Agenden“ entwickeln lassen. Eine Klima-Agenda ist ein Szenario, das – zugeschnitten auf eine spezifische Branche – relevante Folgen des Klimawandels, daraus resultierende Chancen und Risiken sowie Ideen zur Strategiebildung und Innovationen aufzeigt. Sie dient dem einzelnen Unternehmen als Navigationshilfe und gibt Anregungen zur Bewältigung der klimabedingten Herausforderungen.
Ergänzend dazu läuft eine Studie, mit der die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Position eines betrieblichen Klimaanpassungsmanagers erarbeitet werden sollen. Ziel ist, ein Tätigkeitsprofil und Möglichkeiten für die Umsetzung im Unternehmen zu realisieren.

In Fortsetzung des Klimachecks für Kommunen wird am Beispiel zweier Gemeinden untersucht, wie eine Sensibilisierung für die Anpassung an den Klimawandel auf lokaler Ebene gefördert und das Thema in kommunalen Planungs- und Gestaltungprozessen sowie bei der Entwicklung strategischer Zukunftskonzepte dauerhaft berücksichtigt werden kann (z.B. durch klimawandelangepasste Flächennutzungspläne oder durch nachhaltige, klimarobuste Tourismuskonzepte).

SCHLÜSSELMASSNAHMEN IN DEN AKTIONSPLÄNEN

  • Interdisziplinäre Forschungsverbünde
  • Renaturierung von Mooren
  • Waldumbauprogramm
  • Bergwaldoffensive
  • Waldinitiative Ostbayern
  • Waldpakt 2020
  • Hochwasserschutz-Aktionsprogramm 2020
  • Hochwassernachrichtendienst
  • Hochwasservorhersage
  • Niedrigwasser-Informationsdienst
  • Wasserversorgungsbilanzen
  • Agrarinvestitionsförderprogramm
  • Kulturlandschaftsprogramm
  • Arten- und Biotopschutzprogramm
  • Bayerisches Vertragsnaturschutzprogramm
  • Landschaftspflege-und Naturpark-Richtlinien
  • Biodiversitätsprogramm Bayern 2030
  • Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung
  • Lawinenwarndienst u.a. Warn- und Informationsdienste
  • Umweltpakt Bayern 2015

Wichtige Institutionen und Ansprechpartner

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