Zwischen Wasch- und Hexenküche

Mythen zum Waschen oder die Alchemie im Haushalt

Dosierbecher für Waschmittel vor bunten Handtüchernzum Vergrößern anklicken
Beim Wäschewaschen kommt es auf die Dosierung an
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Ob Waschbälle, Backpulver oder Essig – Mythen um ökologische Haushaltshelfer sind weit verbreitet. Deren Nutzen lässt sich meistens aber nicht nachweisen. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger rät: „Wer ressourcenschonend, umweltfreundlich und kostengünstig waschen will, sollte die Waschmaschine stets voll beladen, das Waschmittel richtig dosieren und auf die Waschtemperatur achten.“ Rund 630.000 Tonnen Waschmittel werden pro Jahr verwendet. Hinzu kommen rund 220.000 Tonnen Weichspüler. Reduzieren lassen sich diese Mengen an Chemikalien in erster Linie durch umweltfreundliches Waschen und umweltfreundliche Produkte. Von Haus- und Wundermitteln wie Waschbällen, Backpulver oder Essig rät das UBA ab.

Waschbälle

Verschiedene Hersteller von Waschbällen werben damit, dass mit diesen Kugeln auf Waschmittel ganz oder teilweise verzichtet werden kann. Das Institut für Landtechnik an der Universität Bonn hat diese Aussage bei einzelnen Produkten getestet. Das Ergebnis konnte jedoch nicht überzeugen. Die Ökotrophologen kommen in Bezug auf Waschbälle zu dem Ergebnis: „… dass keine der untersuchten Waschmittelalternativen ein besseres Reinigungsergebnis liefert als das Waschen mit reinem Wasser!“ – somit sind diese Produkte keine Alternative zur Verwendung von Waschmitteln.

Backpulver

Backpulver gilt als Wundermittel gegen Vergrauung und Flecken. Dieser Mythos wurde über Generationen verbreitet. Dabei besteht Backpulver lediglich aus Natriumhydrogencarbonat und etwas saurem Phosphat oder einer anderen Säure. Die Stiftung Warentest hat Backpulver im Waschversuch getestet und kommt zu dem Ergebnis: „Zwei Tüten Backpulver mit Prüfwaschmittel und Textilien in die Maschine gefüllt, lieferten keinen messbaren Weiß-und-sauber-Effekt“. Somit ist der Zusatz von Backpulver beim Waschen überflüssig.

Essig als Ersatz für Weichspüler

Harte Wäsche mag niemand. Weichspüler sind wegen der Umweltbelastung und vieler Duftstoffe dennoch nicht empfehlenswert. Häufig wird daher Essig als Alternative genannt. Der gewünschte Effekt weicherer Wäsche lässt sich mit Essig kaum erreichen, weil die sogenannte „Trocken- bzw. Wäschestarre“ nicht nur auf Kalkablagerungen basiert. Auslöser dafür ist der Waschprozess. Dabei können die Oberflächen der Baumwollfasern aufgeraut werden. Das kann auch Essig nicht verhindern. Wer auf Weichspüler nicht verzichten will, sollte die Verwendung auf ausgewählte Textilien reduzieren und die Weichspüler so sparsam wie möglich dosieren.