Indikator: Rohstoffproduktivität

Ein Diagramm zeigt die Gesamtrohstoffproduktivität sowie die „Primärrohstoffeinsatz“ und die Summe aus Bruttoinlandsprodukt und Importen zwischen 2000 und 2011 (2000 = 100). Die Zielwerte für 2020 und 2030 sind dargestellt.zum Vergrößern anklicken
Gesamtrohstoffproduktivität
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die Gesamtrohstoffproduktivität stieg von 2000 bis 2011 um knapp 20 Prozent (%).
  • Der Indikator bezieht auch Rohstoffe ein, die für die Herstellung der importierten Güter benötigt wurden.
  • Bis 2030 soll die Produktivität gegenüber dem Jahr 2000 um fast 60 % steigen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Primärrohstoffe werden vor allem im Bergbau, aber auch in der Forst- und Landwirtschaft gewonnen. Diese wirtschaftlichen Aktivitäten haben teilweise massive Umweltwirkungen. Ziel der Umweltpolitik ist deshalb, dass die Volkswirtschaft Rohstoffe möglichst effizient einsetzt. Um diese Entwicklung zu messen, setzt der Indikator „Gesamtrohstoffproduktivität“ die Leistung der Volkswirtschaft mit der Rohstoffinanspruchnahme in Bezug.

Allerdings: Deutschland im- und exportiert vor allem verarbeitete und fertige Produkte. Der Indikator „Primärrohstoffeinsatz“ gibt das Ausmaß der tatsächlich eingesetzten Primärrohstoffe wieder. Er basiert auf den „Rohstoff-Äquivalenten“. Damit umfasst er das Gesamtgewicht der Primärrohstoffe, die benötigt wurden, um die Güter herzustellen, die in der deutschen Volkswirtschaft produziert oder in diese importiert wurden. Für die Berechnung der Gesamtrohstoffproduktivität wird der Primärrohstoffeinsatz mit der gesamten Wertschöpfung ins Verhältnis gesetzt, die mit diesen Rohstoffen geschaffen wurden, also mit der Summe aus Bruttoinlandsprodukt (BIP) und dem Wert der Importe.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Gesamtrohstoffproduktivität erhöhte sich in Deutschland zwischen 2000 und 2011 um 19,6 %. Grund war vor allem das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und der Importwerte um mehr als 25 %. Gleichzeitig wurden im Jahr 2011 nur 5 % mehr Primärrohstoffe eingesetzt als im Jahr 2000. Auch wenn die Entkopplung der Größen positiv zu bewerten ist, ist der absolute Rohstoffeinsatz immer noch zu hoch (siehe Indikator „Rohstoffkonsum“).

Das Krisenjahr 2009 war ein Ausnahmejahr: Der Einsatz von Primärrohstoffen ging noch stärker zurück als das BIP. Im Jahr 2010 lagen die Größen wieder bei den Werten von 2008. Zwischen 2000 und 2010 ist die Rohstoffproduktivität um jährlich 1,57 % gestiegen.

Die Bundesregierung hat sich in dem 2015 verabschiedeten „Deutschen Ressourceneffizienzprogramm II“ (ProgRess II) das Ziel gesetzt, diese Wachstumsrate bis zum Jahr 2030 fortzusetzen (BMUB 2016). Für 2030 ergibt sich so ein Zielwert von 159,4. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. ProgRess II zeichnet für die Jahre 2016 bis 2019 eine Vielzahl von Maßnahmen auf. Für die Zeit danach wird ProgRess weiterentwickelt werden müssen. Das Ziel von ProgRess II wurde auch in die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung aufgenommen (Bundesregierung 2016).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die Gesamtrohstoffproduktivität ergibt sich aus dem Verhältnis zweier Größen: Den Zähler bildet die Summe aus Bruttoinlandsprodukt und dem Wert der deutschen Importe. Diese Größe wird durch die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung des Statistischen Bundesamtes bereitgestellt. Der Nenner enthält die Angaben zum „Primärrohstoffeinsatz“ in Deutschland durch Produktion und Importe in Tonnen. Das Verfahren zur Bestimmung der indirekten Importe („Rohstoff-Äquivalente“) ist in einem Forschungsbericht beschrieben (UBA 2016).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „Rohstoffproduktivität“.