Der Begriff der Energieproduktivität und Endenergieproduktivität seit 1990
Die Energieproduktivität zeigt, wie viel Geldeinheiten wirtschaftlicher Leistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) pro Einheit eingesetzter Energie erzeugt werden. Die Energieproduktivität bezogen auf den Endenergieverbrauch wird als „Endenergieproduktivität“ bezeichnet. Sie stieg zwischen den Jahren 2008 und 2024 um 31 % – ein jährlicher Anstieg von 1,7 %. Dabei ist der Endenergieverbrauch zwischen 2008 und 2024 nur um 13 % gesunken – pro Jahr ein geringer Rückgang von etwa 0,8 %. Dass die Energieproduktivität seit 2008 insgesamt dennoch so stark gestiegen ist, geht zum größten Teil auf den Anstieg des BIP zurück. Dieses stieg seit 2008 um 15 % oder 0,9 % pro Jahr.
Im Jahr 2010 setzte sich die Bundesregierung in ihrem „Energiekonzept“ das Ziel, die Energieproduktivität bis zum Jahr 2050 jährlich um 2,1 % zu steigern. Dieses Ziel wurde bis 2024 deutlich verfehlt.
Darüber hinaus wurde inzwischen erkannt, dass angesichts der mit dem Energieverbrauch einhergehenden Umwelt- und Klimabelastung der Energieverbrauch auch absolut sinken muss. Dies spiegelt sich im Ziel des Energieeffizienzgesetzes von 2023 wider: Angestrebt wird ein Rückgang des Endenergieverbrauchs (EEV) auf absolut 1.867 Terawattstunden im Jahr 2030. Das entspricht einer Reduzierung von rd. 28 % gegenüber 2008. Bis 2045 soll der EEV um 45 % sinken. Diese Ziele gelten unabhängig vom Wirtschaftswachstum.