Grundlage des ToxBox-Projekts
Das Risikomanagement von anthropogenen Spurenstoffen bewegt sich im Konfliktfeld Risiko und Innovation/Nutzen. Daher steht zur Diskussion, wie reale Risiken sicher bewertet werden können und wie sich die Balance zwischen Risiko und Nutzen in der Öffentlichkeit kommunizieren lässt. Dies unter dem Aspekt, dass nicht alle potenziell betroffenen Bevölkerungsgruppen auch vom Gebrauch der Stoffe (z.B. Arzneimittelrückstände im Trinkwasser) profitieren.
Der Verbraucher stellt an Trinkwasser als Lebensmittel Nummer 1 sehr hohe Ansprüche. Daher lässt sich in der Öffentlichkeitsarbeit das Vorhandensein eines Stoffes im Trinkwasser nur schwer vermitteln, auch wenn er in Spurenkonzentrationen vorkommt, die bis vor kurzem noch unterhalb der analytischen Nachweisgrenze lagen. Für die anthropogenen Spurenstoffe überwiegt derzeit das toxikologische Nichtwissen.
Eine grundsätzliche Regelung der Bewertungskonzepte ist daher zwingend notwendig; diese Forderung ergibt sich auch aus den derzeit stattfindenden Neuregelungen im Umweltbereich (Europäische Wasserrahmenrichtlinie und Tochterrichtlinien) und im Stoffrecht (REACH).