Wohnfläche

In Deutschland werden immer mehr und immer größere Wohnungen gebaut. Die pro Person beanspruchte Wohnfläche steigt. Gründe liegen vor allem in der zunehmenden Zahl der Single-Haushalte und dem Anstieg der Wohnfläche mit zunehmendem Alter.

Inhaltsverzeichnis

 

Zahl der Wohnungen in Deutschland stieg

Im Jahr 2014 gab es in Deutschland 41,2 Millionen (Mio.) Wohnungen, das waren 2,8 Mio. Wohnungen mehr als im Jahr 2000 (+7,9 Prozent (%)) (siehe Tab. „Wohnungen und Wohnfläche“). Nahm die gesamte Wohnfläche im Jahr 2000 noch 3.245 Mio. Quadratmeter (m²) in Anspruch, waren es im Jahr 2014 bereits rund 3.769 Mio. m². Damit zeigt sich das Wohnen als ein bedeutender Treiber der Flächenneuinanspruchnahme in Deutschland. Dies hat auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen in seinem jüngsten Umweltgutachten „Impulse für eine integrative Umweltpolitik“ festgestellt (Tz. 282).

Zwischen 2011 und 2014 nahm die Zahl der Wohnungen in Deutschland um 1,5 % zu, während die Bevölkerung im gleichen Zeitraum nur um 1,1 % wuchs. Diese Entwicklung verlief in den Bundesländern unterschiedlich. Während in den westlichen Bundesländern mit Ausnahme des Saarlandes und in den Stadtstaaten die Bevölkerung zunahm, schrumpfte sie in den meisten östlichen Ländern und im Saarland. Dies hatte keine Auswirkungen auf den Wohnungsbestand. Er stieg auch in den Ländern mit schrumpfender Bevölkerung mit Ausnahme Sachsen-Anhalts. Einige Beispiele: In Bayern wuchs die Bevölkerung zwischen 2011 und 2014 um 2,0 %, der Wohnungsbestand um 2,2 %. Im gleichen Zeitraum stieg die Bevölkerung Baden-Württembergs um 1,9 %, der Wohnungsbestand um 1,8 %. Die entsprechenden Zahlen für Berlin: Bevölkerung +4,3 %, Wohnungsbestand +1,1 %. Hingegen schrumpfte die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt um 1,8 %, der Wohnungsbestand um 0,1 %. Die Zahlen für das Saarland: Bevölkerung -0,9 %, Zahl der Wohnungen -0,9 % (siehe Abb. „ Bevölkerung und Wohnungsbestand in den Bundesländern 2011 bis 2014“).

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Durchschnittliche Wohnfläche nahm zu

Das Statistische Bundesamt definiert die Wohnfläche als die Fläche aller Wohn- und Schlafräume sowie aller Küchen und Nebenräume. Unberücksichtigt bleiben dabei die nicht zum Wohnen bestimmten Boden-, Keller- und Wirtschaftsräume. Außerdem wird die Wohnfläche in Leerständen nicht erfasst. Die tatsächlich genutzte Wohnfläche nahm zwischen 2000 und 2014 um 13,9 Prozent (%) zu und stieg damit deutlich stärker als die Zahl der Wohnungen. Grund dafür war die im Vergleich zu 2000 größere durchschnittliche Wohnfläche der Wohnungen im Bestand von 2014. Die Wohnfläche je Wohnung betrug 2014 im Durchschnitt 91,4 Quadratmeter und lag damit um 7,4 % höher als im Jahr 2000 (siehe Tab. „Wohnungen und Wohnfläche“).

Im Zeitraum 2000 bis 2014 stieg der Wohnungsbestand in Deutschland um 2,8 Millionen oder rund acht Prozent. Die Wohnfläche je Wohnung betrug 2014 im Durchschnitt 91,4 Quadratmeter und lag damit um 6,5 Prozent höher als im Jahr 2000.
Tab: Wohnungen und Wohnfläche
Quelle: Statistisches Bundesamt Tabelle als PDF
 

Wohnfläche pro Einwohner nahm zu

Die Wohnfläche pro Einwohner nahm in Deutschland zwischen 2000 und 2014 von 39,5 Quadratmetern (m²) auf 46,5 m², also um sieben Quadratmeter zu. Ein Grund dafür war die Zunahme der Einpersonenhaushalte, aber auch die zunehmende Versorgung mit Eigenheimen in Verbindung mit der Tendenz, diese auch im Alter – bei schrumpfender Haushaltsgröße – beizubehalten (siehe Abb. „Zunahme der Wohnfläche je Einwohner“).

Die Wohnfläche pro Einwohner nahm in Deutschland zwischen 2000 und 2014 um sieben Quadratmeter (m2) zu. 2000 betrug sie 39,5 Quadratmeter und 2014 schon 46,5 Quadratmeter je Einwohner.
Zunahme der Wohnfläche je Einwohner
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Wohnfläche pro Kopf in Ein-Personenhaushalten am größten

Der Trend zu Haushalten mit weniger Personen führt dazu, dass die Bevölkerung insgesamt mehr Wohnfläche beansprucht. Im Jahr 2013 (neuere Daten liegen nicht vor) lag die Wohnfläche pro Kopf in Ein-Personenhaushalten mit 68,3 Quadratmetern (m²) um mehr als ein Drittel höher als die Wohnfläche pro Kopf in Zwei-Personenhaushalten mit 48,2 m². Die Mitglieder von Haushalten mit vier Personen beanspruchten sogar nur eine durchschnittliche Fläche von 30,7 m². Der Hauptgrund für die geringere Wohnflächenbeanspruchung pro Person in Mehr-Personenhaushalten ist die gemeinsame Nutzung von Küche, Bad und Flur.

 

Ältere Haushalte belegen viel Wohnraum

Das zeigen Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und des Statistischen Bundesamtes. Der Grund dafür ist, dass Eltern nach Auszug der Kinder oft in der großen Familienwohnung bleiben. Vor allem Wohnungseigentümer sind wenig geneigt, nach der Familienphase in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Zudem ist der Anteil älterer Haushalte, die im Eigentum wohnen, seit 1978 von etwa 40 auf 55 Prozent gestiegen. Nach Angaben des BBSR belegte ein Ein-Personenhaushalt in der Altersgruppe über 75 Jahre im Jahr 1978 noch 55 Quadratmeter (m²), im Jahr 2002 waren es bereits 75 m². Die Wohnflächenbelegung junger Ein-Personenhaushalte ist hingegen seit 1978 – mit kleinen Schwankungen – nicht wesentlich gewachsen und blieb unter 50 m².

 

Folgen der Flächennutzung durch Wohnen für die Umwelt

Haushalte und ihre Mitglieder belegen nicht nur Wohnfläche innerhalb von Gebäuden, sondern ihnen ist allein oder anteilig auch die Grundstücksfläche, auf der das Wohngebäude steht, zuzurechnen. Hinzu kommt weitere Fläche außerhalb des Wohngrundstücks, zum Beispiel die Fläche für Erschließungsstraßen oder andere Infrastrukturen, wie Abwasserbeseitigungsanlagen oder Spiel-, Sport- und Grünflächen, die dem Wohnen dienen.

Jede Nutzung von Flächen durch den Menschen hat mehr oder weniger große Auswirkungen auf die Umwelt. Das gilt auch für die Nutzung durch Siedlungsflächen und dadurch bedingt für die Flächen der Verkehrsinfrastruktur. Irreversibel wird etwa in die Fläche eingegriffen, wenn natürliche Bodenstrukturen und -funktionen zum Beispiel durch Überbauung und Versiegelung zerstört werden. Ziel muss es sein, knappe Fläche nachhaltig und umweltschonend, ökonomisch effizient und sozial gerecht mit Rücksicht auf künftige Generationen zu nutzen.