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Letzte Änderung: 08.02.2010
Deutschland hat 2008 sein Klimaschutzziel gemäß Kyoto-Protokoll erfüllt und bleibt international Vorreiter im Klimaschutz. Die Treibhausgasemissionen sind 2008 gegenüber dem Jahr 1990 um 22,2 Prozent oder nahezu 280 Millionen Tonnen zurückgegangen.
Die vorläufigen Daten zur Luftbelastung in Deutschland zeigen: Die Stickstoffdioxidkonzentrationen waren oft höher als der ab 2010 einzuhaltende Grenzwerte von 40 µg/m3. Auch die Feinstaubbelastungen sind teilweise noch erhöht: An 23 der insgesamt 408 Messstationen wurden an mehr als 35 Tagen PM10-Tagesmittelwerte über 50 µg/m3 gemessen. Gegenüber dem Zeitraum 2000 bis 2006 waren die Feinstaubbelastungen 2009 jedoch geringer. Entgegen den vom UBA veröffentlichten 32 Überschreitungstagen an der Station Leipzig, Lütznerstraße gab es laut Mitteilung des Landesamtes für Umwelt Sachsen vom 27.01.2010 dort 51 Überschreitungstage. Die dieser Auswertung zugrunde liegenden Daten lagen dem Umweltbundesamt zum Zeitpunkt seiner Auswertung noch nicht vor.
Heizen mit Holz schont das Klima, doch es emittiert auch gesundheitsschädlichen Feinstaub. Der Bundesrat beschloss am 16.10.2009, mit neuen, strengeren Grenzwerten für Holzheizkessel und für Kamin- und Kachelöfen, die Feinstaubemission zu verringern. Langfristig sollen auch für bestehende Heizungen neue Anforderungen gelten.
Sollte nach Ablauf der Übergangsfrist Ihre alte Holzheizung die Grenzwerte überschreiten, ist entweder die Nachrüstung eines Staubfilters oder die Anschaffung einer modernen Anlage ein Muss. Das UBA empfiehlt: Bei Neukauf achten Sie besonders auf emissionsarme Pelletöfen und –heizkessel mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“.
Das Umweltbundesamt bietet Ihnen einen neuen Service an: Ein interaktiver und benutzerorientierter Kartendienst zeigt Ihnen die flächenhafte Verteilung der Luftschadstoffe Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid und Ozon in Deutschland.
Die Feinstaubbelastung in deutschen Innenstädten ist weiterhin zu hoch. In sechs Städten ist der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft schon jetzt an mehr als den zulässigen 35 Tagen pro Jahr überschritten. Weitere Städte könnten in den nächsten Tagen hinzukommen. Um die Feinstaubbelastung wirksam zu senken, empfiehlt das UBA konkrete Maßnahmen.
Auf Grundlage vorläufiger Ergebnisse eines Forschungsvorhabens diskutierten Experten Bewertungsgrundlagen, die den Einfluss von Stickstoffeinträgen und Klimawandel auf die Biodiversität erfassen.
Statt der Verbrennung von Gartenabfällen im eigenen Garten plädiert das UBA für Kompostierung oder energetische Nutzung von holzreichen Bestandteilen in Heiz(kraft)werken. Denn der Gartenfeuerqualm enthält neben zahlreichen Schadstoffen auch viel Feinstaub. Deshalb kann es an den „Brenntagen“ zur Überschreitung der Feinstaubgrenzwerte kommen.
Menschliche Aktivitäten erhöhen in der Atmosphäre nicht nur den Gehalt der gut bekannten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O) sondern führen auch zur Freisetzung weiterer klimawirksamer Gase. Die an den Luftmessstationen des Umweltbundesamtes erfassten Daten zeigen seit einigen Jahren einen beschleunigten Anstieg von Schwefelhexafluorid (SF6) in der Atmosphäre, eine aktuelle Veröffentlichung belegt dies auch für Stickstofftrifluorid (NF3). Eine Tonne dieser Gase hat ein um mehr als das 10.000fache höheres Treibhauspotential als eine Tonne CO2.
Untersuchungen für die Jahre 1995-2004 belegen: Stickstoff- und Ozonbelastungen überschreiten unverändert Critical LoadsCritical Loads sind die quantitative Abschätzung der Einträge (Deposition) eines oder mehrerer Schadstoffe, unterhalb derer nach heutigem Wissen keine schädigenden Wirkungen zu erwarten sind. und Critical Levels Critical Levels sind die quantitative Abschätzung der Konzentration von Schadstoffen in der Atmosphäre (Immission), oberhalb derer direkte Schadeffekte an Rezeptoren (Menschen, Pflanzen, Tiere, Ökosysteme, Materialien) nach derzeitigem Wissen auftreten können. . Hauptverursacher ist für Ozon der Straßenverkehr, für Stickstoff die Tierhaltung.
Im Auftrag des Umweltbundesamtes sind von ivu und ifeu Luftreinhaltepläne im Hinblick auf die Maßnahmenstruktur erfasst und analysiert worden. Schwerpunkte sind verkehrsbezogene bzw. verkehrliche Maßnahmen. Bisher in die Pläne aufgenommene einzelne Maßnahmen zur PM10-Belastungsreduktion haben kein ausreichendes Minderungspotenzial.
Für die Bekämpfung der Feinstaubemissionen sind umfassende Erkenntnisse über ihre Entstehung und Entwicklung erforderlich. Deshalb hat das Umweltbundesamt sein Staubemissionsinventar aktualisiert. Es erfasst alle relevanten Emittentengruppen von Staub, unterscheidet Emissionen nach Gesamtstaub, PM10 und PM2,5 und enthält Prognosen zur zukünftigen Entwicklung der Emissionen für die Jahre 2010, 2015 und 2020.
Im Dezember 2009 hat die Deutsche Gesellschaft für Akkreditierung gemäß der DIN- Norm „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“ das nationale EU-Referenzlabor für Luftqualität im UBA begutachtet sowie die Anerkennung ausgesprochen.  Kompetenznachweis ist international anerkannt.
Zur Unterstützung von osteuropäischen und mittelasiatischen Ländern bei der Ratifizierung von Luftreinhalteprotokollen der UNECE Luftreinhaltekonvention und deren Umsetzung in nationales Recht fanden im Mai 2008 und im Oktober 2009 zwei Workshops in Yerevan bzw. Sankt Petersburg statt. Die Broschüre, die den Workshop von Yerevan dokumentiert, enthält wissenschaftliche Beiträge und eine Checkliste als Hilfestellung zur Ratifizierung des Schwermetallprotokolls. Erfahrungsberichte ost- und westeuropäischer Länder sowie Berichte zum Monitoring von Schadstoffen und Umwelteffekten ergänzen die Informationen.
In zahlreichen Städten wird die Einfahrt in die Umweltzonen zum Jahreswechsel weiter verschärft: Frankfurt a. M. und Bremen lassen die rote Plakette nicht mehr zu. In Berlin und Hannover wird verpflichtend die grüne Plakette gefordert. In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg werden im kommenden Jahr Umweltzonen neu eingerichtet. Neben dem Schutz der Bürger vor gesundheitsschädlichem Feinstaub rückt nun auch das Stickstoffdixoid ins Blickfeld: Ab 2010 ist bundesweit ein Jahresmittelwert von 40 µg/m3 NO2 einzuhalten.
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens besuchte am 10. Dezember der Präsident des UBA mit einer Delegation von Forschern und Politikern die von einem Konsortium unter Beteiligung des UBA, verschiedener Forschungseinrichtungen und Universitäten betriebene Umweltforschungsstation auf der Zugspitze. Rund 300 Meter unter dem Gipfel misst das UBA seit zehn Jahren atmosphärische Daten zur Klimaüberwachung.
Die erstmalige systematische Abfrage und Auswertung von anlagenspezifischen Daten aus den Emissionserklärungen der Länder lieferte vielfältige Beiträge zur Verbesserung der nationalen Emissionsinventare. Das im Auftrag des UBA durchgeführte Projekt sammelte weiterhin Erfahrungen im Umgang mit diesen Daten: Denn obwohl die Länder adäquate Unterstützung lieferten, war der Aufwand für die Datenauswertung ohne Kenntnis der konkreten Anlagen sehr hoch. Zukünftig erscheinen gezielte Abfragen repräsentativer Anlagen effizienter.
Sie möchten wissen, wie viel CO2 oder wie viel Abfall der Industriebetrieb nebenan erzeugt? Seit 2008 müssen große Industriebetriebe über ihre Schadstofffreisetzungen in Luft, Wasser und Boden sowie über Schadstoffe im Abwasser und die entsorgten Abfallmengen berichten. Diese Informationen stehen allen Bürgerinnen und Bürgern seit dem 3. Juni 2009 im Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister (PRTR) Deutschland kostenlos über das Internet zur Verfügung.
Haben sich die Emissionen von Luftschadstoffen weiter verringert? Werden wir die gesteckten Ziele erreichen? Um dies zu bewerten, werden jährlich Emissionsinventare erstellt. Die deutschen Inventare von 1990 bis 2007 über Luftschadstoffemissionen entsprechend dem Übereinkommen über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung (UNECE - CLRTAP) wurden im Frühjahr 2009 an die internationalen Gremien übermittelt und veröffentlicht.
Die Inventartabellen belegen die Höhe und Entwicklung der Emissionen. Der Informative Inventarbericht beschreibt die Trends und verwendeten Daten.
Stickstoffemissionen aus Landwirtschaft, Verkehr, Energiesektor und Industrie gefährden die Biodiversität, belasten Gewässer und erhöhen Treibhausgas- und Feinstaubkonzentrationen. Die Strategie zur Minderung von Stickstoffemissionen nutzt zahlreichen Umweltzielen. Die Landwirtschaft hat ein großes Emissionsminderungspotenzial bei gleichzeitiger Kosteneffizienz .
Was tut meine Stadt, wenn Luftschadstoffgrenzwerte überschritten werden? Gibt es einen Luftreinhalteplan? Das Umweltbundesamt hat die von den Bundesländern, Städten und Gemeinden aufgestellten Pläne zusammengestellt.