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Letzte Änderung: 08.05.2013

Neue Umweltzonen und Umschaltungen auf Grün in 2013

Grüne Plakette; Quelle: stocky4you © www.fotolia.deMit der im April neu errichteten Umweltzone in Wendlingen am Neckar (Errichtung mit Stufe 3, Baden-Württemberg) sind nun in Deutschland 47 Umweltzonen aktiv. Weitere zwei sind mit Schramberg im Juli 2013 (Baden-Württemberg) und mit der großen Umweltzone Leonberg/Hemmingen und Umgebung (Errichtung im November 2013, Baden-Württemberg) in Planung.

Einhaltung der Grenzwerte für Luftschadstoffe weiter problematisch

Deckblatt HintergrundpapierDie Luft in Deutschland war auch 2012 zu stark mit Stickstoffdioxid und Feinstaub belastet. Das ergab eine erste Auswertung von vorläufigen Messdaten der Länder und des UBA. Beim Stickstoffdioxid war die Belastung wie in den vorangegangen Jahren unverändert hoch. Die mittleren PM10-Feinstaubkonzentrationen lagen auf dem Niveau von 2008 und damit deutlich unter dem der Jahre 2009 bis 2011.

Einfach mal tief durchatmen

Frau atmet tief durch © detailblick - Fotolia.comDas geht heute so gut, wie seit 20 Jahren nicht. Denn die Emissionen von Luftschadstoffen sind seit 1990 teilweise drastisch gesunken: Schwefelverbindungen gingen um 91,5 Prozent, Staub um 85,6 Prozent und Kohlenmonoxid um 73,1 Prozent zurück. Auch Schwermetalle und persistente organische Schadstoffe gelangen deutlich weniger in die Umwelt. Der gesundheitsschädliche Feinstaub und weitere Problemschadstoffe trüben aber weiter das positive Gesamtbild.

Wie groß ist Ihr Stickstoff-Fußabdruck?

Logo „Nitrogen-Footprint“ © www.n-print.orgWir alle wissen, dass sich CO2-Emissionen negativ auf das Klima auswirken. Vielleicht haben Sie sogar schon einmal Ihre CO2-Bilanz berechnet und tun Ihren Teil, um das Klima zu schützen. Aber wie sieht es mit Stickstoff aus? „Reaktiver Stickstoff“ gefährdet die Gesundheit, Gewässer, das Klima und die biologische Vielfalt. Stickstoff-Emissionen entstehen zum Beispiel in der Landwirtschaft oder bei der Verbrennung fossiler Energieträger. Ein Mensch in Deutschland verursacht jährlich die Freisetzung von durchschnittlich 24 Kilogramm reaktivem Stickstoff. Fast 90 Prozent davon durch die Ernährung. Wie viel Stickstoff Sie durch Ihr individuelles Verhalten freisetzen, können Sie mit dem Stickstoff-Fußabdruck-Rechner ermitteln. Zu Buche schlagen zum Beispiel Flugreisen oder der Verzehr tierischer Produkte. Machen Sie die Rechnung auf und finden Sie Wege, Ihre Stickstoff-Bilanz zu verbessern.

Weniger Emissionen durch Schiffe über Nordsee und Ärmelkanal ab 2016?

Blick auf ein Containerschiff von oben; Gary Blakeley © www.fotolia.deStickoxidemissionen aus dem Seeverkehr können reduziert werden, wenn NOx-Emissionskontrollgebiete (NECA) ausgewiesen werden, in denen ab 2016 strengere Grenzwerte für Schiffsneubauten gelten. Zwei Studien haben nun die Einrichtung einer NECA für Nordsee und Ärmelkanal untersucht. Die positiven Umwelt- und Gesundheitseffekte überwiegen die Kosten für die notwendige Minderungstechnik an Bord. Die US- und Kanadische Küste sind bereits als NECA ausgewiesen.

Umweltzonen: Sind sie wirksam?

Titelblatt UMID 04/2011Die UMID Ausgabe 04/2011 befasst sich u.a. mit der rechtlichen Grundlage von Umweltzonen, der 35. BImSchV , und deren Wirksamkeit. Obwohl flächendeckend noch lange nicht die „grüne“ Stufe erreicht ist, zeigt sich doch, dass die Feinstaub- und Stickstoffbelastung reduziert werden kann. Die konsequente Realisierung der Umweltzonen in Berlin führte zur Nachrüstung mit Partikelfiltern. Modellrechnungen schätzen ab, dass in Großstädten die Konzentration von PM10 um 4 bis 7 Prozent sank. Die  NO2-Abnahme betrug 5 Prozent.  

Stoffeinträge über die Luft gefährden Ökosysteme

Messgeräte ((wet-only)-Sammler) in der Außenanlage einer Messstelle des Umweltbundesamtes; © UBAStickstoffverbindungen aus Landwirtschaft, Industrie, Haushalt und Verkehr werden über die Luft transportiert und schädigen Land- und Wasserökosysteme. Im nun abgeschlossenen MAPESI-Vorhaben wurden die atmosphärischen Einträge von Stickstoff und Schwefel für die Jahre 2005 bis 2007 ermittelt. Auf 75 Prozent der Fläche liegen die Einträge noch immer über den Werten, die langfristig verträglich sind (Critical Loads). Prognosen zeigen, dass ohne zusätzliche Maßnahmen zur Emissionsminderung kritische Werte auch 2020 noch deutlich überschritten werden.

Maßnahmen gegen Feinstaubbelastung in deutschen Städten

Verkehrsstau in der Stadt; Quelle: photoinsel © www.fotolia.deDie Feinstaubbelastung in deutschen Innenstädten ist weiterhin zu hoch. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird Jahr für Jahr an etlichen Messstationen an mehr als den zulässigen 35 Tagen pro Jahr überschritten. Um die Feinstaubbelastung wirksam zu senken, empfiehlt das UBA konkrete Maßnahmen – basierend auf umfassenden Erkenntnissen über Entstehung und Entwicklung.

Neue Prognose-Modelle zur Auswirkung von Stickstoffeintrag und Klimawandel auf Wälder

Schematische Darstellung: Wirkung von Stickstoffeinträgen in Waldökosystemen; © UBA, KIT/ IMK-IFUInwieweit schädigen Stickstoffeinträge im Zusammenspiel mit dem Klimawandel die Wälder? Eine neue Modellkombination, dargestellt in vier Teilberichten eines Forschungsprojektes im Auftrag des UBA, ermöglicht die Prognose der Veränderung von Bodeneigenschaften, Stoffflüssen und der Biodiversität bis 2050. Zwischenergebnisse des Projektes wurden 2009 auf einem Experten-Workshop im UBA diskutiert.

Strategie zur Minderung von Stickstoffemissionen

Stickstoff-Flüsse in DeutschlandStickstoffemissionen aus Landwirtschaft, Verkehr, Energiesektor und Industrie gefährden die Biodiversität, belasten Gewässer und erhöhen Treibhausgas- und Feinstaubkonzentrationen. Die Strategie zur Minderung von Stickstoffemissionen nutzt zahlreichen Umweltzielen. Die Landwirtschaft hat ein großes Emissionsminderungspotenzial bei gleichzeitiger Kosteneffizienz .

Reaktiver Stickstoff in Europa

Cover der Studie; © Cambridge University Press www.cambridge.org/enaEine internationale Expertengruppe hat erstmals die durch reaktiven Stickstoff verursachten Schäden grob abgeschätzt; sie belaufen sich demnach in Europa auf zwischen 70 und 320 Milliarden Euro pro Jahr. Diesen und weitere Aspekte der Stickstoffproblematik auf europäischer Ebene beleuchtet das Mitte April 2011 in Edinburgh vorgestellte „European Nitrogen Assessment“ (ENA).  

 

 

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