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Letzte Änderung: 08.05.2013
Damit auch Städte mit viel Straßenverkehr es schaffen, die seit 2010 in der Europäischen Union geltenden Grenzwerte für Stickoxide einzuhalten, muss ein ganzes Bündel von Maßnahmen auf EU-, Bundes-, Länder- und Gemeinde-Ebene umgesetzt werden. Konkrete Vorschläge nennt UBA-Präsident Jochen Flasbarth in der Zeitung „Die Welt“. Würde die EU-Kommission beispielsweise die Einführung der Euro-6-Norm um ein Jahr auf Anfang 2014 vorziehen, würden die Stickoxid-Grenzwerte für neue Diesel-Pkws deutlich sinken.
Das UBA kann in seinen jährlichen Emissionsberichten aufgrund internationaler Vereinbarungen, wie etwa der Genfer Luftreinhaltekonvention, vollständiger und aktueller berichten, wie viel Feinstaub, Dioxin oder andere Luftschadstoffe bei der Produktion von Eisen und Stahl in Deutschland ausgestoßen werden. Denn in zwei Forschungsprojekten wurden in Zusammenarbeit mit Unternehmen dieser Branche aktuelle Emissionsfaktoren ermittelt. Sie geben an, welche Menge eines Schadstoffs bei einer bestimmten Prozessstufe, wie zum Beispiel dem Sintern oder Walzen, ausgestoßen wird.
„Gute Luft“ – was ist das eigentlich? Was können wir tun, damit sie besser wird? Wie steht es um den Schutz der Ökosysteme vor Luftschadstoffen, welche gefährden unsere Gesundheit und was hat das Klima damit zu tun? Das UBA informiert Sie an dieser Stelle regelmäßig über die Qualität der Luft.
Der Ausstoß von Luftschadstoffen durch Verkehr, Industrie und Haushalte sind in der EU noch immer ein großes Problem. Die EEA stellt in einer Studie fest, dass Deutschland und elf andere Mitgliedsstaaten die seit 2010 festgelegte EU-Obergrenze für Stickstoffoxide überschreiten. 40 Prozent der gesamten NOx-Emissionen in der EU gehen auf das Konto des Verkehrs. Die Emissionshöchstmengen für NMVOC und für NH3 stellen nur für wenige EU-Staaten ein Problem dar, für SO2 hielten sie alle Mitgliedstaaten ein.
Bis 2020 sollen die Emissionen von Schwefeldioxid, Stickstoffoxiden, Ammoniak und flüchtigen organischen Verbindungen sowie Feinstaub weiter gesenkt werden. Darauf haben sich die Vertragsstaaten des Genfer Luftreinhalteabkommens am 4. Mai 2012 verständigt. Um die menschliche Gesundheit, Ökosysteme und Materialien umfassend zu schützen, sind jedoch Emissionsminderungen deutlich über das vereinbarte Maß hinaus nötig.
Die bisher ergriffenen Maßnahmen zur Emissionsminderung reichen nicht aus, um die Luftqualitätsgrenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid in allen deutschen Städten einzuhalten. Das Projekt PAREST hat nun untersucht, welche weiteren Maßnahmenbündel die Luftbelastung wirksam mindern können: schärfere Emissionsgrenzwerte für Feuerungen in Haushalten und große Feuerungsanlagen sowie Maßnahmenpakete in der Landwirtschaft und im Verkehr.
…sagt Jochen Flasbarth, Präsident des UBA. 2011 hat Deutschland mit etwa 917 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase freigesetzt als im Jahr zuvor. Die aktuellen Berechnungen des UBA zeigen auch, dass sich der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien positiv auswirkte, insbesondere auf die CO2- und Methanemissionen. Der Anteil fluorierter Gase blieb weitgehend konstant, der von Lachgas nahm zu, unter anderem durch einen stärkeren Düngemittelabsatz.
Dem deutschen Wald geht es nicht gut – im Jahr 2011 stand es um ihn sogar schlechter als im Vorjahr. 28 Prozent der untersuchten Bäume waren deutlich angegriffen, weitere 35 Prozent gelten als gefährdet. Hierfür gibt es sowohl natürliche als auch vom Menschen gemachte Ursachen. So belasten Stickstoffverbindungen und Ozon die Wälder. Aber erste Schritte zur Anpassung an den Klimawandel und ein Verringern des Schadstoffausstoßes helfen, den Waldzustand zu stabilisieren.
Für die Aufstellung von Luftreinhalteplänen ist es notwendig, Immissionsprognosen zur Verursacheranalyse sowie zur Beurteilung der Wirksamkeit von Maßnahmen durchzuführen. Um die Anwendbarkeit verschiedener Prognoseansätze zu prüfen, hat das UBA die Eignung solcher Modellketten zur Berechnung der NO2-Konzentrationen untersuchen lassen.
Auch im vergangenen Jahr war die Luft in Deutschland zu stark mit Feinstaub und Stickstoffdioxid belastet. Das ergeben vorläufige Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes. Zwar wirken die Umweltzonen, doch in vielen Städten werden die Grenzwerte noch zu selten eingehalten. Autos und Co. verursachen übrigens nur rund 40 Prozent der Feinstaubbelastung in den Städten – der Rest stammt aus Kraftwerken oder Heizungen.
„Deutschland zeigt, dass die Kyoto-Verpflichtungen umsetzbar sind. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Weg der Treibhausgasminderung erfolgreich weiter gehen können, wenn wir Energieeffizienz und Erneuerbare Energien beherzt voranbringen“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des UBA. Aus dem neuen Nationalen Inventarbericht geht hervor, dass seit 1990 pro Jahr durchschnittlich 295 Millionen Tonnen Kohlendioxid nicht in die Atmosphäre gelangt sind. Das entspricht einem Rückgang um fast 25 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990.
Der Luftschadstoff Ammoniak stammt hauptsächlich aus der Landwirtschaft. Eine Studie des KTBL e.V. im Auftrag des UBA zeigt, dass sich der Ausstoß verringern lässt und dies auch für die Landwirte wirtschaftlich sein kann. Beispielsweise senkt bei Mastschweinen eine proteinangepasste Fütterung sowohl die Stickstoffausscheidung als auch die Futterkosten. Die Studie stellte relevante Maßnahmen zusammen, ermittelte Kosten und Nutzen und liefert damit wichtige Erkenntnisse für Politik und Praxis.
Reaktiver Stickstoff ist einerseits ein lebensnotwendiger Nährstoff, andererseits ein Schadstoff für Mensch und Umwelt. Erwünscht auf dem Acker als Dünger, wird er z. B. als Stickstoffdioxid in der Luft zu einer Gefahr für die Gesundheit. Diese unterschiedlichen Wirkungen, die wichtigsten Quellen und die Möglichkeiten zur Reduzierung der Einträge reaktiver Stickstoffverbindungen in die Umwelt werden in der neuen Broschüre des UBA vorgestellt.
Mit der im April neu errichteten Umweltzone in Wendlingen am Neckar (Errichtung mit Stufe 3, Baden-Württemberg) sind nun in Deutschland 47 Umweltzonen aktiv. Weitere zwei sind mit Schramberg im Juli 2013 (Baden-Württemberg) und mit der großen Umweltzone Leonberg/Hemmingen und Umgebung (Errichtung im November 2013, Baden-Württemberg) in Planung.
Die Luft in Deutschland war auch 2012 zu stark mit Stickstoffdioxid und Feinstaub belastet. Das ergab eine erste Auswertung von vorläufigen Messdaten der Länder und des UBA. Beim Stickstoffdioxid war die Belastung wie in den vorangegangen Jahren unverändert hoch. Die mittleren PM10-Feinstaubkonzentrationen lagen auf dem Niveau von 2008 und damit deutlich unter dem der Jahre 2009 bis 2011.
Das geht heute so gut, wie seit 20 Jahren nicht. Denn die Emissionen von Luftschadstoffen sind seit 1990 teilweise drastisch gesunken: Schwefelverbindungen gingen um 91,5 Prozent, Staub um 85,6 Prozent und Kohlenmonoxid um 73,1 Prozent zurück. Auch Schwermetalle und persistente organische Schadstoffe gelangen deutlich weniger in die Umwelt. Der gesundheitsschädliche Feinstaub und weitere Problemschadstoffe trüben aber weiter das positive Gesamtbild.
Wir alle wissen, dass sich CO2-Emissionen negativ auf das Klima auswirken. Vielleicht haben Sie sogar schon einmal Ihre CO2-Bilanz berechnet und tun Ihren Teil, um das Klima zu schützen. Aber wie sieht es mit Stickstoff aus? „Reaktiver Stickstoff“ gefährdet die Gesundheit, Gewässer, das Klima und die biologische Vielfalt. Stickstoff-Emissionen entstehen zum Beispiel in der Landwirtschaft oder bei der Verbrennung fossiler Energieträger. Ein Mensch in Deutschland verursacht jährlich die Freisetzung von durchschnittlich 24 Kilogramm reaktivem Stickstoff. Fast 90 Prozent davon durch die Ernährung. Wie viel Stickstoff Sie durch Ihr individuelles Verhalten freisetzen, können Sie mit dem Stickstoff-Fußabdruck-Rechner ermitteln. Zu Buche schlagen zum Beispiel Flugreisen oder der Verzehr tierischer Produkte. Machen Sie die Rechnung auf und finden Sie Wege, Ihre Stickstoff-Bilanz zu verbessern.
Stickoxidemissionen aus dem Seeverkehr können reduziert werden, wenn NOx-Emissionskontrollgebiete (NECA) ausgewiesen werden, in denen ab 2016 strengere Grenzwerte für Schiffsneubauten gelten. Zwei Studien haben nun die Einrichtung einer NECA für Nordsee und Ärmelkanal untersucht. Die positiven Umwelt- und Gesundheitseffekte überwiegen die Kosten für die notwendige Minderungstechnik an Bord. Die US- und Kanadische Küste sind bereits als NECA ausgewiesen.
Die UMID Ausgabe 04/2011 befasst sich u.a. mit der rechtlichen Grundlage von Umweltzonen, der 35. BImSchV , und deren Wirksamkeit. Obwohl flächendeckend noch lange nicht die „grüne“ Stufe erreicht ist, zeigt sich doch, dass die Feinstaub- und Stickstoffbelastung reduziert werden kann. Die konsequente Realisierung der Umweltzonen in Berlin führte zur Nachrüstung mit Partikelfiltern. Modellrechnungen schätzen ab, dass in Großstädten die Konzentration von PM10 um 4 bis 7 Prozent sank. Die NO2-Abnahme betrug 5 Prozent.
Stickstoffverbindungen aus Landwirtschaft, Industrie, Haushalt und Verkehr werden über die Luft transportiert und schädigen Land- und Wasserökosysteme. Im nun abgeschlossenen MAPESI-Vorhaben wurden die atmosphärischen Einträge von Stickstoff und Schwefel für die Jahre 2005 bis 2007 ermittelt. Auf 75 Prozent der Fläche liegen die Einträge noch immer über den Werten, die langfristig verträglich sind (Critical Loads). Prognosen zeigen, dass ohne zusätzliche Maßnahmen zur Emissionsminderung kritische Werte auch 2020 noch deutlich überschritten werden.
Die Feinstaubbelastung in deutschen Innenstädten ist weiterhin zu hoch. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird Jahr für Jahr an etlichen Messstationen an mehr als den zulässigen 35 Tagen pro Jahr überschritten. Um die Feinstaubbelastung wirksam zu senken, empfiehlt das UBA konkrete Maßnahmen – basierend auf umfassenden Erkenntnissen über Entstehung und Entwicklung.
Inwieweit schädigen Stickstoffeinträge im Zusammenspiel mit dem Klimawandel die Wälder? Eine neue Modellkombination, dargestellt in vier Teilberichten eines Forschungsprojektes im Auftrag des UBA, ermöglicht die Prognose der Veränderung von Bodeneigenschaften, Stoffflüssen und der Biodiversität bis 2050. Zwischenergebnisse des Projektes wurden 2009 auf einem Experten-Workshop im UBA diskutiert.
Stickstoffemissionen aus Landwirtschaft, Verkehr, Energiesektor und Industrie gefährden die Biodiversität, belasten Gewässer und erhöhen Treibhausgas- und Feinstaubkonzentrationen. Die Strategie zur Minderung von Stickstoffemissionen nutzt zahlreichen Umweltzielen. Die Landwirtschaft hat ein großes Emissionsminderungspotenzial bei gleichzeitiger Kosteneffizienz .
Eine internationale Expertengruppe hat erstmals die durch reaktiven Stickstoff verursachten Schäden grob abgeschätzt; sie belaufen sich demnach in Europa auf zwischen 70 und 320 Milliarden Euro pro Jahr. Diesen und weitere Aspekte der Stickstoffproblematik auf europäischer Ebene beleuchtet das Mitte April 2011 in Edinburgh vorgestellte „European Nitrogen Assessment“ (ENA).