Schwefeldioxid-Emissionen

Schwefeldioxid entsteht hauptsächlich bei der Verbrennung schwefelhaltiger Brennstoffe. Seit 1990 sind die Emissionen um über 90 Prozent gesunken, vor allem durch technische Maßnahmen sowie den Einsatz schwefelarmer Brennstoffe. Die Reduktionsziele sind damit alle vorzeitig erreicht oder sogar übererfüllt worden.

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Entwicklung seit 1990

Von 1990 bis 2014 ist ein Rückgang der Schwefeldioxid-Emissionen (SO2) von 5,3 auf nur 0,39 Millionen Tonnen (Mio. t), das sind minus 92,7 Prozent (%), zu verzeichnen (siehe Abb. „Schwefeldioxid-Emissionen nach Quellkategorien“). Die Gründe hierfür liegen vor allem darin, dass in den neuen Bundesländern Betriebe stillgelegt oder technisch nachgerüstet wurden. Entscheidenden Einfluss hat auch der Einsatz von Brennstoffen mit geringerem Schwefelgehalt.

Hauptverursacher der Schwefeldioxid-Emissionen im Jahr 2014 waren die stationären Feuerungsanlagen der Kraft- und Fernheizwerke der Energiewirtschaft und die Industriefeuerungen des Verarbeitenden Gewerbes mit einem Anteil an den Gesamtemissionen von zusammen 64,8 %. Seit 1990 senkten diese Bereiche ihren Schwefeldioxid-Ausstoß um 3,8 Mio. t (-93,8 %).

Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich in den Bereichen Haushalte sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistung (Rückgang um 0,80 Mio. t oder -94,2 %, Anteil im Jahr 2014: 12,6 %).

Die Emissionen aus den Industrieprozessen sanken zwischen 1990 und 2014 um 1,0 Mio. t und verminderten sich dadurch um mehr als die Hälfte. Ihr Anteil an den gesamten Schwefeldioxid -Emissionen stieg im gleichen Zeitraum von 3,4 % auf 20,8 % (siehe Tab. „Emissionen ausgewählter Luftschadstoffe nach Quellkategorien“).

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Erfüllungsstand der Emissionsminderungsbeschlüsse

Deutschland hatte sich im Helsinki-Protokoll unter der Genfer Luftreinhaltekonvention der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (Economic Commission for Europe, UNECE) verpflichtet, seine jährlichen Schwefelemissionen bis 1993 um mindestens 30 Prozent (%) gegenüber dem Niveau von 1980 zu reduzieren. 1993 betrugen die Schwefeldioxid-Emissionen 2,85 Millionen Tonnen (Mio. t) gegenüber etwa 7,5 Mio. t im Jahr 1980. Dies bedeutet einen Rückgang um über 60 %. Im zweiten UNECE-Protokoll zur Minderung der Schwefelemissionen verpflichtete sich Deutschland, die Emissionen bis zum Jahr 2000 auf 1,3 Mio. t Schwefeldioxid und bis zum Jahr 2005 auf 990 Tausend Tonnen (Tsd. t) Schwefeldioxid zu vermindern. Die Zielstellungen für diese Jahre konnten bereits Jahre früher erreicht werden.

Im Multikomponentenprotokoll der UNECE, das die jährlichen Emissionen durch Einführung nationaler Höchstmengen begrenzt, hat sich Deutschland verpflichtet, die Schwefeldioxid-Emissionen weiter zu mindern. Im Jahr 2010 dürfen 550 Tsd. t nicht mehr überschritten werden. Dieses Ziel wurde bereits 2003 erreicht und seitdem immer deutlich unterschritten. Zudem hat Deutschland im Zuge der Novellierung des Protokolls eine Reduktion der Schwefeldioxid-Emissionen um 21 % im Zeitraum 2005 bis 2020 zugesagt.

Auf EU-Ebene legt die Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie) strengere Regelungen fest. Hiernach muss Deutschland für Schwefeldioxid ab 2010 eine Emissionshöchstmenge von 520 Tsd. t einhalten. Bereits 2004 wurde dieses Ziel eingehalten und seitdem immer deutlich unterschritten. 

Mit den Verhandlungen über nationale Emissionsminderungsverpflichtungen (NERC) sind für Deutschland Minderungsziele von 60 % bis 2030 (Basisjahr 2005) vorgeschlagen worden. Diese stehen aktuell zur Diskussion.

Entstehung von Schwefeldioxid-Emissionen

Schwefeldioxid entsteht überwiegend bei Verbrennungsvorgängen durch Oxidation des im Brennstoff enthaltenen Schwefels. Die nahezu konstanten, jedoch relativ unbedeutenden prozessbedingten Emissionen treten vornehmlich in den Bereichen der industriellen Produktionsprozesse in der Chemischen Industrie, der Metallerzeugung und dem Sektor Steine und Erden sowie der Erdöl- und Erdgasaufbereitung auf.