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Umweltfreundliche Möbel: Ressourcenschonung mit einem gesunden Raumklima verbinden

Eine junge Frau mit Brille sitzt in einem hellen Sessel in einem Möbelhaus und liest aufmerksam ein Produktetikett. Im Vordergrund ist ein grauer Sessel unscharf angeschnitten, während im Hintergrund Regale mit weiteren Möbeln und ein gehender Mann zu sehen sind.
Umweltsiegel und zeitloses Design garantieren schadstoffarme Möbel, die länger halten.
Source: Lightpoet / AdobeStock

Table of contents

So richten Sie sich umweltfreundlich und schadstoffarm ein

  • Achten Sie beim Kauf von Möbeln auf Umweltsiegel wie Blauer Engel, EU-Ecolabel oder das Goldene M. Diese stehen für umweltfreundliche und schadstoffarme Möbel.
  • Wählen Sie zeitloses Design und gute Qualität. So können Sie Ihre Möbel viele Jahre nutzen.
  • Nutzen Sie Secondhand-Angebote. Dies schont Ressourcen und kann auch viel Geld sparen.
  • Pflegen Sie Ihre Möbel regelmäßig. Das erhält Aussehen und Funktion auf lange Sicht.
  • Reparieren oder verschönern Sie beschädigte Möbel. Ein neuer Anstrich oder Bezug kann viel bewirken.
  • Geben Sie gut erhaltene Möbel weiter. Spenden oder verkaufen Sie diese über Plattformen oder soziale Einrichtungen.

Gewusst wie

Wir möchten uns in unseren eigenen vier Wänden wohlfühlen – daran haben Möbel einen großen Anteil. Möbel sind aber in der Regel nicht nur größere Anschaffungen, sondern benötigen bei der Herstellung wertvolle Ressourcen und zum Teil umweltschädliche Materialien. Mit den folgenden Tipps sparen Sie nicht nur Umweltressourcen, sondern stellen auch sicher, dass Sie eine angenehme und gesunde Raumluft in Ihrer Wohnung haben.
 

Umweltfreundliche Möbel erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

  • Hochwertige Möbel sind langlebig und können viele Jahre genutzt werden.
  • Sie bestehen aus umweltschonenden Rohstoffen, etwa Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern.
  • Sie sind geruchsarm und frei von Schadstoffen – gut für Ihre Gesundheit und die Raumluft.
  • Kurze Transportwege und faire Produktionsbedingungen sprechen für nachhaltige Herkunft und Herstellung.
  • Möbel, die gut reparierbar oder recycelbar sind, leisten ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.
     

Vertrauenswürdige Umweltsiegel helfen bei der Orientierung:

Verbraucherinnen und Verbraucher können einen aktiven Beitrag leisten, indem Sie beim Kauf von Möbeln auf vertrauenswürdige Umweltsiegel achten. Empfehlenswert sind Möbel, die mit anerkannten Umweltzeichen (Blauen Engel, EU-Ecolabel, Goldenes M - RAL Gütezeichen, Level-Zertifikat) ausgezeichnet sind. Diese Siegel haben strenge Standards und hohe Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften. 
Möbel mit diesen Siegeln sind eine gute Wahl, da sie garantieren, dass Produkte hochwertig und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg umweltfreundlich sind. Es werden die Materialwahl, Schadstoffe, Recyclingfähigkeit und Qualität berücksichtigt. So enthalten zum Beispiel Möbel, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, keine gefährlichen Stoffe wie Pestizide oder Flammschutzmittel.  

Grundsätzlich gilt: Wählen sie möglichst emissionsarme Möbel und Einrichtungsgegenstände. Das schützt nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch die ihrer Familie und leistet einen Beitrag zum Umweltschutz.

Bei Holzmöbeln gilt, sofern keine Möbel mit den oben genannten Umweltzeichen erhältlich sind:

  • Bevorzugen Sie Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, möglichst aus Deutschland oder Europa.
  • Achten Sie auf Holzsiegel wie FSC, PEFC, Naturland oder Holz von Hier – sie garantieren ökologische und soziale Standards.
  • Einheimische Holzarten wie Fichte, Eiche, Lärche und die in Mitteleuropa etablierte Douglasie sind besonders empfehlenswert. Die Douglasie gilt zudem als sehr robust und langlebig.

Auch Möbel aus Recyclingmaterialien sind eine nachhaltige Wahl.

Zeitloses Design und gute Qualität: Sogenannte "Fast Furniture" – also billige Möbel, die schnell gekauft und ebenso schnell wieder entsorgt werden – belasten die Umwelt. Achten Sie deshalb beim Möbelkauf auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit. Möbel aus hochwertigen Materialien, die stabil und gut verarbeitet sind, halten oft viele Jahre – und sehen dabei auch nach langer Zeit noch gut aus. So ist z. B. die Materialstärke ein wichtiger Hinweis auf Stabilität und Langlebigkeit von Möbelstücken. Besonders bei gebrauchten Sofas und Sesseln lohnt ein genauer Blick: Die Qualität des Schaumpolsters ist entscheidend für Komfort und Langlebigkeit. Achten Sie darauf, dass die Sitzfläche ein Raumgewicht von mindestens 35 kg/m³ hat, die Rückenlehne sollte bei mindestens 28 kg/m³ liegen.

Auch die Bezüge spielen eine wichtige Rolle. Hochwertige Stoff- oder Lederbezüge sind nicht nur langlebiger, sondern oft auch umwelt- und gesundheitsschonender – etwa, wenn sie frei von schädlichen Chemikalien sind oder aus nachhaltiger Herstellung stammen.
Zeitloses Design, eine vielseitige Nutzung oder ein modularer Aufbau sorgen außerdem dafür, dass Sie ein Möbelstück flexibel einsetzen und an neue Wohnsituationen anpassen können. So sparen Sie Geld, Ressourcen und vermeiden unnötigen Müll.

Secondhand-Angebote clever nutzen: Möbel müssen nicht immer neu sein – in Kleinanzeigenportalen, auf Flohmärkten, in Sozialkaufhäusern oder bei Vintage- und Antiquitätengeschäften finden Sie oft gut erhaltene Stücke . Secondhand-Möbel sind meist nicht nur günstiger, sondern schonen auch die Umwelt, weil keine neuen Ressourcen verbraucht werden.

Eine Frau mit blondem Zopf und Arbeitsschürze schleift konzentriert die Sitzfläche eines dunklen Holzstuhls mit Schleifpapier, um ihn für eine anschließende Pflege oder Neulackierung vorzubereiten. Möbel im neuen Glanz

Durch regelmäßige Aufarbeitung und die richtige Pflege verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Holzstücke deutlich.

Source: glebzter / AdobeStock

Mit der richtigen Pflege bleiben Möbel länger schön: Wie lange ein Möbelstück hält, hängt nicht nur von der Qualität, sondern auch von der richtigen Pflege ab. Wer seine Möbel gut behandelt, kann ihre Lebensdauer deutlich verlängern. Dabei ist die Art der Pflege von der Oberfläche abhängige. Vollholzmöbel sollten regelmäßig mit einem weichen, leicht feuchten Tuch abgewischt werden. Eine gelegentliche Behandlung mit geeigneten Ölen oder Wachsen hilft, das Holz zu schützen und schön zu erhalten. Lackierte oder beschichtete Holzoberflächen sind pflegeleichter. Hier reicht ein feuchtes Tuch oder ein Wischleder zur Reinigung. Wichtig: Verwenden Sie keine aggressiven Reiniger, vor allem keine chlorhaltigen Mittel oder Lösungsmittel wie Aceton oder Reinigungsbenzin – sie können die Oberfläche beschädigen und sind oft gesundheitsschädlich.

Weitere Tipps rund ums umweltfreundliche Putzen und Renovieren finden Sie im entsprechenden UBA-Umwelttipp "Reinigung im Haushalt" sowie in der UBA-Broschüre "Gesund und umweltfreundlich renovieren".

Reparieren statt wegwerfen und kreativ neugestalten: Kleinere Schäden an Möbeln müssen kein Grund zum Wegwerfen sein. Oft lässt sich ein wackelndes Stuhlbein festziehen, eine lose Schublade reparieren oder eine beschädigte Fläche ausbessern. Wer selbst Hand anlegt oder eine Reparatur in Auftrag gibt, spart Ressourcen – und verlängert die Lebensdauer des Möbelstücks. Auch eine Neugestaltung kann Wunder wirken: Ein frischer Bezug für das alte Sofa, ein neuer Lampenschirm oder ein Anstrich in moderner Farbe – solche einfachen Maßnahmen machen aus Alt wieder neu.

Was tun mit ausgedienten Möbeln? Rund 3,6 Millionen Tonnen Möbel werden jedes Jahr in Deutschland neu gekauft – viele davon landen nach kurzer Nutzung auf dem Sperrmüll. Dabei sind viele alte Stücke noch viel zu schade für die Entsorgung. Noch brauchbare Möbel können Sie spenden, verschenken oder verkaufen – zum Beispiel über Kleinanzeigen, Second-Hand-Plattformen, Sozialkaufhäuser oder Umsonst-Läden. 
Nur wirklich kaputte Möbel gehören auf den Sperrmüll. Ist ein Möbelstück nicht mehr zu retten, kann es in der Regel kostenlos bei Ihrer Gemeinde entsorgt werden. Informieren Sie sich am besten direkt bei der kommunalen Abfallberatung.
Elektronisch ausgestattete Alt-Möbel sollten Sie möglichst demontieren und die Elektrobauteile ordnungsgemäß entsorgen.  Infos zur richtigen Entsorgung von Elektroschrott finden Sie hier

Was Sie sonst noch tun können:

  • Bevorzugen Sie lokale Möbelgeschäfte, denn vor Ort können Sie Qualität und Materialien besser beurteilen – das spart oft unnötige Retouren.
  • Probesitzen lohnt sich: Gerade bei Polstermöbeln wie Sofa oder Sessel hilft nur ausprobieren, um Sitzkomfort und Verarbeitung richtig einschätzen zu können.
  • Beim Online-Kauf sollten Sie nicht nur Höhe, Breite und Tiefe beachten, sondern auch die Materialstärke prüfen – sie ist ein wichtiger Hinweis auf Stabilität und Langlebigkeit.
  • Wenn Möbel nur für kurze Zeit gebraucht werden, lohnt sich das Mieten – zum Beispiel für Büromöbel oder Partyausstattung.
  • Bevorzugen Sie einfache Möbel ohne unnötige Elektronik.
  • Wer handwerklich gern aktiv ist, kann aus altem Holz neue Möbel bauen. Im Internet finden sich hierzu viele Anleitungen.
  • Nachhaltig und kreativ: Möbel aus Recycling-Materialien sind eine gute Alternative. Lesen Sie mehr über Möbel aus Pappe oder holen Sie sich Inspiration für Palettenmöbel.
  • Für den Kaminofen oder das Lagerfeuer ist nur unbehandeltes Holz erlaubt (mehr dazu im UBA-Umwelttipp zu Lagerfeuern). Altes Möbelholz hingegen entsorgen Sie über den Rest- oder Sperrmüll. 
Zwei Tortendiagramme vergleichen die Beschaffungswege von Kleinmöbeln und Großmöbeln. Bei Kleinmöbeln entfällt der größte Anteil mit 43 % auf „Geschenk, Spende, Tausch“, gefolgt von „Online gekauft“ (31 %) und „Vor Ort gekauft“ (20 %). Bei Großmöbeln ist „Online gekauft“ mit 43 % die häufigste Methode, gefolgt von „Geschenk, Spende, Tausch“ (38 %) und „Vor Ort gekauft“ (15 %). „Andere Kanäle“ machen bei beiden Kategorien den kleinsten Anteil aus (4-5 %). Bezugsquellen von Klein- und Großmöbeln
Source: "Erarbeitung einer Messmethodik zum Umfang der Wiederverwendung von Produkten in Deutschland", Umweltbundesamt, 2024, eigene Darstellung auf Basis eigener Berechnungen, Öko-Institut

Hintergrund

Gesundheit / Luft 
In unseren Breitengraden verbringen Menschen die meiste Zeit in Innenräumen – sei es zu Hause, bei der Arbeit oder in öffentlichen Einrichtungen. Die Qualität der Raumluft hat daher einen entscheidenden Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Ein oft unterschätzter Faktor dabei sind Möbel: durch ihre großen Oberflächen und der verwendeten Materialien können sie über längere Zeit Schadstoffe in die Raumluft abgeben (Ausschuss für Innenraumrichtwerte). Besonders kritisch ist hierbei Formaldehyd, ein flüchtiger Schadstoff, der vor allem in Holzwerkstoffen wie Spanplatten, MDF oder Sperrholz enthalten sein kann. Formaldehyd kann schon in geringen Konzentrationen das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen und Symptome wie Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, oder Konzentrationsstörungen verursachen. Bei hoher oder langfristiger Belastung steht es im Verdacht, krebserregend zu sein. 

Ressourcen
Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände bestehen aus den unterschiedlichsten Materialien. Holz ist ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff, der sich besonders gut für Möbel eignet – vorausgesetzt, das Holz stammt aus verantwortlicher Holzwirtschaft. Zertifikate wie FSC, PEFC und Naturland stellen sicher, dass die Wälder, aus denen das Holz stammt, umweltverträglich, naturnah und nachhaltig bewirtschaftet werden (nachhaltige Waldwirtschaft). Heimische Hölzer wie Eiche, Lärche oder Robinie sind Tropenhölzern vorzuziehen und sind eine besonders gute Alternative, da die Transportwege kürzer bleiben. Dies trägt zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks bei und unterstützt die regionale Wertschöpfung. 

Quellen: 

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