Welche Stoffe aus der Landwirtschaft belasten Bäche, Flüsse und Seen?
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<p>Im Baustein „Umwelt und Landwirtschaft“ des UBA-Umweltatlas erfahren Sie, welche Bedeutung und Funktionen die Landwirtschaft in Deutschland hat, wie sie die Umwelt beeinflusst und zu welchen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit sie führt. Außerdem zeigen wir Ihnen, welche Hebel Landwirtinnen*Landwirte für eine umweltgerechte Landwirtschaft haben und was die Politik unternimmt, um die Situation für die Umwelt und die Landwirtschaft zu verbessern. Und wir geben Ihnen Tipps, wie Sie durch eine nachhaltige Ernährung und durch nachhaltige Investitionen eine umweltgerechte Landwirtschaft unterstützen können.<br />In der Rubrik „Wirkungen“ geben wir Ihnen einen Überblick über die Effekte, die landwirtschaftliches Handeln auf die Schutzgüter Boden, Wasser, Luft und Biodiversität hat, und die auch auf den Menschen zurückfallen können. Außerdem nehmen wir in Blick, in welchem Umfang wir durch importierte Agrarprodukte Ressourcen in anderen Teilen der Welt nutzen.</p>
Viele Gewässer durch Landwirtschaft belastet
Die Auswirkungen der Landwirtschaft auf Bäche, Flüsse und Seen sind vielfältig. So gelangen Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor sowie Pflanzenschutzmittel durch Abdrift und Erosion in die Oberflächengewässer, Stickstoff außerdem noch durch die Deposition aus der Luft. Bäche wurden in ökologisch eintönige Entwässerungsgräben umgewandelt und werden regelmäßig entkrautet, um schnell Wasser von den landwirtschaftlichen Flächen abzuführen. Laut den Ergebnissen zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Deutschland sind etwa 77 Prozent aller Oberflächengewässer durch die Landwirtschaft belastet. Dabei sind Bäche, Flüsse und Seen gleichermaßen betroffen. Die Landwirtschaft ist somit der mit Abstand bedeutendste Treiber von Gewässerbelastungen in Deutschland und ein Grund, warum viele Flüsse und Seen nicht in einem guten Zustand gemäß WRRL sind.
Belastungen durch Nährstoffe
Besonders hoch sind die Stoffeinträge aus der Landwirtschaft in Regionen mit hohem Tierbestand, wenn dort mit der Gülle mehr Nährstoffe auf Wiesen und Feldern ausgebracht werden, als die Pflanzen für ihr Wachstum benötigen. Ein Teil der überschüssigen Nährstoffe gelangt in Bäche, Flüsse und Seen. Dort kommt es zu einer „Überdüngung“ (Eutrophierung), die ein erhöhtes Algenwachstum bis hin zu Massenentwicklungen von Algen auslösen kann.
Feinsedimente
Ebenso belasten Feinsedimente, die von landwirtschaftlichen Nutzflächen abgetragen werden, die Gewässer. Sie lagern sich an deren Grund ab und überdecken die Gewässersohle. Dort gehen in der Folge Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren.
Pflanzenschutzmittel
Des Weiteren kann es durch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung zu einem Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer kommen. In gezielten Untersuchungen hat das Umweltforschungszentrum Halle-Leipzig im Auftrag des UBA kleine, unmittelbar an behandelte Felder angrenzende Gewässer in den Blick genommen (Kleingewässermonitoring). Die Ergebnisse zeigen, dass besonders dort die Belastung mit Pflanzenschutzmitteln häufig hoch ist.