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Problem Flächenausweisung

Das Problem der überhöhten Flächenausweisung und ineffizienten Flächennutzung können die Städte und Gemeinden nicht alleine lösen. Die Kommunen stecken in einem harten Standortwettbewerb und sind Teil eines föderalen Systems, welches sie nicht alleine verändern können. Die im Folgenden dargestellten Punkte zeigen auf, dass hinter den Fehlentwicklungen falsche Anreize stecken. Dagegen helfen nur grundlegende Reformen, die an zwei Stellen ansetzen müssen: an den ökonomischen Rahmenbedingungen und an der Transparenz und Aufteilung der Kosten neuer Ansiedlungen. Das Instrument des Flächenhandels setzt genau an diesen beiden Punkten an.

A graph in the form of a bar chart shows how many hectares of land per day in Germany were newly designated for settlements and transport infrastructure between 2000 and 2023. The chart also shows the four-year average. Land-take for settlements and transport infrastructure
Source: Federal Statistical Office of Germany

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Die Kernprobleme der Flächennutzung – Warum wir handeln müssen ?

Das Ausweisungsdilemma – Warum das Ausweisen von Flächen alternativlos erscheint

Versetzen Sie sich in die Lage einer Bürgermeisterin oder eines Bürgermeisters. Ihre Nachbargemeinde weist seit Jahren immer wieder attraktive neue Wohnquartiere aus, in denen sich neue Familien gerne niederlassen. Was werden Sie tun? Natürlich werden Sie dem Treiben nicht tatenlos zusehen und ebenfalls versuchen mit neuen Baugebieten neue Bewohner anzuziehen. Schließlich sichert das zusätzliche Steuereinnahmen. Womöglich trifft aber auch folgende Situation zu: Ihre Nachbargemeinde verhält sich auf dem Baulandmarkt überaus passiv und hat seit Jahren keine neuen Flächen für neue Häuser mehr geplant. Wie reagieren sie? Sie werden wahrscheinlich trotzdem Neubaugebiete ausweisen, um sich den Zuzug neuer Bewohner zu sichern.
Die Städte und Gemeinden stecken also in einem Dilemma ähnlich wie die Verbrecher im berühmten Gefangenendilemma, die verhaftet wurden und darüber entscheiden müssen, ob sie gestehen oder nicht. Die grundlegende Erkenntnis der aus diesem Fall abgeleiteten Theorie besagt, dass Teilnehmer in einem solchen Dilemma zwar für sich persönlich die beste Entscheidung treffen, die Entscheidungen in der Summe aber zu einem gesamtwirtschaftlich suboptimalen Ergebnis führt. Für alle Kommunen zusammengenommen wäre es insgesamt besser nicht auszuweisen. Allerdings ist es aus Sicht der einzelnen Kommunen sinnvoll ein neues Baugebiet auszuweisen unabhängig von der Entscheidung der anderen Städte und Gemeinden.
Das Dilemma stellt so lange kein Problem dar, wie die Wirtschaft in einer Region wächst und die Einwohnerzahl unterm Strich zunimmt. Das Streben, Einwohner und Unternehmen zu halten und weitere anzuziehen ist dann ein durchaus gesunder Wettbewerb. Kritisch wird die Situation, wenn die Bevölkerung schrumpft. Dann finden neu ausgewiesene Baugebiete keine Abnehmer, während gleichzeitig in den Ortskernen Gebäude leer stehen und Grundstücke brach liegen.
In schrumpfenden Regionen herrscht demgemäß vielerorts ein ruinöser Wettbewerb um Einwohner und Unternehmen. Die Kommunen sehen sich gezwungen attraktives Bauland anzubieten. Da die meisten auf die gleiche Strategie setzen, finden sich kaum Interessenten, so dass viele ihre Baulandpreise gegenüber ihren Mitbewerbern senken müssen. Die Folge: Überkapazitäten und Dumpingpreise. Die Städte und Gemeinden zahlen am Ende drauf, statt fiskalische Erträge zu erzielen.

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