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BlueGreenStreets

Das Bild beschreibt zwei BGS-Teammitglieder während des Monitorings einer Baumrigole in Hamburg-Bergedorf. Das Bild zeigt das Prinzip eines multicodierten Straßenraumentwurfs bei BGS. Das Bild zeigt eine Darstellung des BGS-Korridors und Flexstreifens als Querschnitt. Das Bild zeigt eine Baumrigole am Alten Postweg in Hamburg-Harburg. Das Bild zeigt eine Stellwand mit Straßenquerschnitten aus einem Workshop zum Flächengewinn in der Stadt Lübeck

Das Ziel des Projektes BlueGreenStreets (BGS) ist die wassersensible Umgestaltung von Straßenräumen durch die multifunktionale Nutzung von Verkehrsflächen und die Nutzung von Regenwasser zur Bewässerung von blau-grünen Infrastrukturen im Straßenraum. Diese sollen zum Erhalt des naturnahen Wasserhaushalts vor Ort, zur Überflutungsvorsorge und zur Erhöhung der Vitalität des Stadtgrüns und damit auch zur Kühlung der Städte beitragen. In der erfolgreichen Umsetzung der ersten Projektphase (2019-2022) wurden durch die inter- und transdisziplinäre Begleitung von Straßenplanungsprozessen in verschiedenen Pilot-Kommunen (u.a. Hamburg, Berlin, Solingen) die Planungsverfahren, -instrumente und Regelwerke analysiert und die Herausforderungen bei der Umsetzung von klimaangepassten Straßenräumen herausgearbeitet. Weiterhin wurden Pilotstandorte zur Erforschung der Wirkungen von Regenwassernutzung an Baumstandorten aufgebaut und evaluiert. Zusätzlich konnte durch zahlreiche online-Workshops mit jeweils 200-300 Teilnehmenden verschiedene fachliche Schwerpunkte (z.B. „Baumrigolen“) Wissen aufbereitet und eine intensive Vernetzung von Wissenschaft und Praxis erreicht werden. Als Hauptergebnis wurde die BGS-Toolbox als frei verfügbarer Handlungsleitfaden für die Praxis erarbeitet, die bereits bei einer Vielzahl von Kommunen und Planungsbüros im deutschsprachigen Raum zur Anwendung kommt (fast 20.000 downloads, Stand: März 2024), um blau-grüne Infrastrukturen in die Straßenplanung zu integrieren. Die zweite Phase (2022 – 2024) wird als Verstetigungsphase dazu genutzt, die zuvor begleiteten Pilotprojekte im Bau zu begleiten, die entwickelten Leitlinien zu evaluieren, zu verstetigen und durch die Anwendung in den Praxiskommunen Lübeck und Potsdam systematisch zu optimieren. Der Fokus liegt derzeit zudem noch stärker auf der Vernetzung von Kommunen und Forschungseinrichtungen, um an unterschiedlichen Stellen generiertes Wissen durch regelmäßige online-Workshops verfügbar zu machen.

Key data on the measure

Measure carrier

Measure carrier

HafenCity Universität Hamburg https://www.hcu-hamburg.de/

Cooperation partner

bgmr Landschaftsarchitekten
Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH
Hochschule Karlsruhe
Technische Universität Berlin
Universität Hamburg
Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung
GEO-NET Umweltconsulting GmbH

Duration and Financing

Beginn of the measure

What were the (estimated) costs for implementation?

Kosten für BGS-Projekte variieren je nach Größe der Vorhaben.

What funds were used to finance the measure?

Bund

Explanatory note

Die Finanzierung des BGS-Projektes (Förderperiode 1 & 2) erfolgt im Rahmen der BMBF-Förderung als Verbundvorhaben in der Initiative Ressourceneffiziente Stadtquartiere der Zukunft (RES:Z).

Participation

Were other groups of people/institutions involved in the planning/implementation of the measures in addition to the cooperation partners?

  • Betriebe, öffentliche Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
  • Breite Öffentlichkeit
  • Forschung/Beratung/Bildung
  • Grundstücksbesitzer
  • Öffentliche Verwaltung/Politik
  • Presse
  • Umwelt- und Sozialverbände
  • Sonstige
Vertreter*innen der GALK, Vertreter*innen Regelwerke FLL, DWA und FGSV, Forschungsinstitutionen außerhalb des Projektkonsortiums, an Straßenplanungen beteiligte Planungs- und Ingenieurbüros, bauausführende Betriebe, Hersteller für Baumsubstrate, Hersteller von Bauelementen für BGS-Maßnahmen

Achievements

What successes have you been able to achieve with your measure?

Die Verstetigung und Ausbreitung von BGS in zahlreichen Kommunen ist in den vergangenen Monaten erfolgreich geschehen. Dies zeigt sich u. a. durch das stetig wachsende Netzwerk aus Kommunen und Interessierten. Erfolge werden auch in den Praxisprojekten wahrgenommen. Hier konnte durch die Zusammenarbeit zwischen kommunalen Fachabteilungen, Planungsbüros, Bauausführenden und dem BGS-Team neben der Planung und Umsetzung von Pilotprojekten (z.B. Königstraße HH), eine replizierbare Methodik zum Flächengewinn für blau-grüne Infrastrukturen im Straßenraum erarbeitet werden. Diese wird in zahlreichen Städten auch schon angewandt, was Rückmeldungen aus Evaluierungs-Umfragen bestätigen. Auch die Pilotprojekte zu Baumstandorten zeigen bisher zufriedenstellende Ergebnisse: Das Monitoring belegt ein gutes Regenwassermanagement und längeres Wasserdargebot für Bäume in Trockenzeiten. Die Schaffung eines Forschungsnetzwerks ist zudem gelungen und wird das Thema in Zukunft maßgeblich mitgestalten.

How is the success of the measure evaluated?

  • Monitoring (z.B. Messung, Erfassung von Daten, TN-Zahlen, Webseitenklicks)

Explanatory note

Die BGS-Toolbox umfasst eine allgemeine Bewertungsmatrix für Elemente auf Basis der Kriterien blue, green und cool. Ein langfristiges Monitoring der Baumrigolen-Projekte aus BGS 1.0 analysiert die Wirkungen u. a. auf Überflutungsrisiko, Baumvitalität, Verdunstungsleistung. Auch die Königstraße aus BGS 1.0 wird weiterhin evaluiert: Was wurde umgesetzt, was hat geklappt? Weiterhin werden durch stud. Abschlussarbeiten Evaluationen verschiedener Anwendungsbeispiele und Maßnahmen durchgeführt.

How do you plan to further develop your project?

Die zweite Phase des BGS-Projekts endet im Herbst 2024. Grundsätzlich besteht der Wunsch die Themen und fruchtbare Kooperation zwischen Forschungspartnern und Kommunen in folgenden Forschungsprojekten weiterzuführen - der Forschungsbedarf und das Interesse bei den Kommunen sind da! Die Toolbox 2.0 in Zukunft vom BGS-Team und im besten Fall auch in der Praxis zahlreich angewandt. Derzeit sind bereits das EU-Projekt "Cool Cities", welches u. a. die Evaluation des derzeit im Umbau befindlichen BGS-Pilotstandortes Königstraße behandelt, sowie das ExWoSt-Projekt "Wassersensible Stadtgestaltung", welches die Entwicklung einer quartiersspezifischen Prozess-, Handlungs- und Maßnahmenanleitung zur grünen Infrastruktur zum Ziel hat, entwickelt worden. Um die Wirkung von BGS in Zukunft aufrecht zu halten, wurden einige Strukturen verstetigt: es wird eine Fortführung des BGS Forschungsnetzwerks geben und die durch BGS initiierte Regelwerksarbeit zwischen GALK, FLL, DWA wird fortgeführt.

Does the measure achieve positive side effects beyond climate adaption

  • Ja, Klimaschutz: Einsparung von Treibhausgasemissionen oder Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre
  • Ja, Natur-, Umwelt- und Ressourcenschutz: z. B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
  • Ja, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität: z. B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich oder sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen

Explanation

Klimaschutz wird durch die Kohlenstoffaufnahme und Schadstoffbindung der Pflanzen erreicht.
Natur-, Umwelt-, Ressourcenschutz erfolgt u. a. durch den Gewässerschutz (z. B. durch verminderten Überlauf der Mischwasserkanäle in umliegende Ökosysteme) sowie den Erhalt des natürlichen Wasserkreislaufes. BGS fördert Lebensqualität: Soziale Gerechtigkeit wird durch dezentrales Grün auch in verdichteten Quartieren möglich. Dies wirkt gesundheitsfördernd - auch dort wo keine Parks verfügbar sind.

Obstacles

Leider erschweren z.T. Gesetze und Regularien und verwaltungsinterne Strukturen (interdisziplinäre Zusammenarbeit ist kein Standard) noch die Umsetzung von Klimaanpassung in Straßenräumen. Interessenskonflikte in der Verwaltung, fehlende Langzeitstudien und damit einhergehende Verunsicherung in einigen Themenbereichen (z. B. Kombination von Regenwasserbewirtschaftung und Baumstandorten) bedürfen einer frühzeitigen Einbindung der Akteure in den Planungsprozess sowie neue Standards und Regelwerke

Conflicts

Does the measure have a negative effect on any other areas?

  • Nein

Explanation

Es gibt keine negativen Auswirkungen der Maßnahmen.

Contact person

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut
Henning-Voscherau-Platz, 1
20457 Hamburg
Germany

Phone numbers
040 42827-5095
wolfgang.dickhaut@hcu-hamburg.de

Place of realisation

Henning-Voscherau-Platz, 1
20457 Hamburg
Deutschland

Short link: www.umweltbundesamt.de/n110068en