Charakterisierung endokrin vermittelter Wirkungen in Fischen: Relevante Parameter für die Entwicklung einer neuen OECD-Testmethode und die Anwendung in der gesetzlichen Umweltrisikobewertung
Die Unsicherheit, mit der die Bewertung von Lebenszyklus-Studien mit Fischen behaftet ist, sollte im Rahmen der vorliegenden Studie durch eine systematische Sammlung und Auswertung vorhandener Daten reduziert werden. Im ersten Teil der Studie bestand die Aufgabe darin, populationsrelevante und indikative Endpunkte für sexual-endokrine Wirkmechanismen herauszuarbeiten und deren Empfindlichkeiten miteinander zu vergleichen. Dabei wurden direkte Interaktionen mit Östrogen- oder Androgenrezeptoren (Agonismen und Antagonismen) sowie spezifische Hemmungen wichtiger Steroidsynthese-Enzyme zu unterscheidenversucht. Als Basis diente Datenmaterial aus Full Life Cycle Tests (FLCT) und Zwei- Generationen-Tests des Fraunhofer IME und aus der Literatur. Anhand der Ergebnisse wurde anschließend versucht, Studiendaten aus FLCT aus der Datenbank des Umweltbundesamtes mit diesbezüglich unbekanntem Wirkmechanismus hinsichtlichpotenziell sexual-endokriner Wirkungen einzuordnen.