Gö goes green - Starkregenvorsorge Göttingen
Um das Schadenspotential durch Starkregen an Gebäuden und für die Stadtgesellschaft zu reduzieren, hat die Stadt Göttingen in Zusammenarbeit mit den Göttinger Entsorgungsbetrieben (GEB) ein umfangreiches kostenloses Angebot mit den Bausteinen „informieren“, „beraten“ und „fördern“ zur Starkregenvorsorge erarbeitet.
Einen ersten Überblick können sich Göttinger*innen über die webbasierte Starkregengefahrenkarte (Baustein „informieren“) schaffen. Mit der frei zugänglichen interaktiven Starkregengefahrenkarte soll das Überflutungsrisiko im Göttinger Stadtgebiet visualisiert und Bürger*innen für das Thema Starkregen sensibilisiert werden. Die dargestellten Wasserstände und Fließwege wurden mit einem Computermodell statistisch berechnet. Wichtige Ausgangspunkte der Berechnung sind der Niederschlag, die Topographie und die versiegelte Fläche vor Ort. Anschließend können Eigentümer*innen über die kostenlose Grundstücksauskunft Details zu ihrem Gebäude sowie eine Informationsbroschüre für mögliche Gefahren- und Schutzmaßnahmen anfordern.
Sollte der*die Eigentümer*in über die Auskunft eine potentielle Gefährdung seines Grundstückes feststellen, so kann er*sie eine kostenlose Vor-Ort-Beratung der GEB in Anspruch nehmen (Baustein „beraten“). Hierbei ermitteln Mitarbeiter*innen mögliche Schwachstellen am Haus, über die Wasser bei Starkregen eindringen kann, sowie Lösungsansätze und Vorsorgemaßnahmen, um potentielle Schäden zu minimieren. Darüber hinaus informieren sie rund um die Themen Starkregen und nachhaltige Regenwassernutzung, baulicher Rückstau- und Objektschutz sowie klimaangepasste Grundstücksgestaltung.
Bei der Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen unterstützt die Stadt Göttingen die Bürger*innen finanziell (Baustein „fördern“). Über das Fördermodul „Wasser & Begrünung“ des, KlimaFonds Göttingen können Göttinger*innen Aufkantungen, Bodenschwellen, druckdichte Türen, Zisternen und andere Maßnahmen zum Objektschutz mit 60% der förderfähigen Kosten fördern lassen.
Key data on the measure
Measure carrier
Measure carrier
Stadt Göttingen und Göttinger Entsorgungsbetriebe https://www.geb-goettingen.de/Cooperation partner
Die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) führen mit den Mitarbeitenden des Sachgebiets Grundstücksentwässerung die Beratung vor Ort durch und erstellen und versenden die individuellen Grundstücksauskünfte.Duration and Financing
Beginn of the measure
What were the (estimated) costs for implementation?
40.000 €/Jahr (Verstetigung), 80.000 €/Jahr (Förderung)What funds were used to finance the measure?
KommuneExplanatory note
Das Projekt wird durch Haushaltsmittel der Stadt Göttingen (Projektentwicklung + KlimaFonds Förderung) sowie durch die Abwassergebühren der GEB (gem. § 96a NWG) finanziert (Beratungsangebot).Participation
Were other groups of people/institutions involved in the planning/implementation of the measures in addition to the cooperation partners?
- Breite Öffentlichkeit
- Öffentliche Verwaltung/Politik
- Presse
Achievements
What successes have you been able to achieve with your measure?
Das Projekt wurde bis 03/23 fertig entwickelt, das gesamte Angebot wurde vom Rat der Stadt Göttingen beschlossen. Das Projekt wurde mittlerweile verstetigt und wird mit einem Personaleinsatz von 0,5 (neue) Stellen bei der GEB und 0,1 Stellen bei der Stadt betreut.Die Starkregengefahrenkarte wurde bis zum 19.03.24 über 10.000 Mal aufgerufen. Das Angebot zur Grundstücksauskunft wurde bisher von 403 und die Beratung von 104 Eigentümer*innen in Anspruch genommen. Zusätzlich gab es in dem besonders stark von Starkregen betroffenen Stadtteil Herberhausen 11/23 eine Infoveranstaltung über die 80 Personen erreicht werden konnten. Die Qualität des Angebotes wurde in der Masterarbeit einer Mitarbeiterin evaluiert. Dabei sagen 78 % der Befragten, ihr Risiko- und Vorsorgewissen habe sich durch das Beratungsgespräch stark erhöht. 73% geben zudem an, ihre Motivation Maßnahmen zur Starkregenvorsorge umzusetzen habe sich stark erhöht. 93 % der Befragten würden das Beratungsangebot weiterempfehlen.
How is the success of the measure evaluated?
- quantitative Befragung (mittels Fragebögen)
Explanatory note
Eine erste Evaluation erfolgte im Rahmen der Masterarbeit einer Mitarbeiterin der GEB. Das Beratungsangebot wurde mit Hilfe von Feedbackbögen mit einer Rücklaufquote von 58 % evaluiert. Insgesamt wurde das Beratungsgespräch von den Grundstückseigentümer*innen sehr positiv bewertet. Zusätzlich wird die Nutzung der Angebote in regelmäßigen Abständen von den GEB ausgewertet und im städtischen, jährlichen Klimabericht aufgegriffen.How do you plan to further develop your project?
Durch eine kontinuierliche Bewerbung und eine gute Öffentlichkeitsarbeit soll das Projekt weiter beworben und publik gemacht werden. Um besonders gefährdete Stadtteile zu erreichen, sind Infoveranstaltungen für Bürger*innen vor Ort geplant, bei denen auch die Starkregenerfahrungen aufgenommen und die Bürger*innen so partizipativ eingebunden werden. Zusätzliche Multiplikatoren wie z.B. große Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltungen (wie Haus + Grund) werden direkt angesprochen und sensibilisiert. Mithilfe des Katastrophenschutzes werden zudem die Vertreter der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) eingebunden.Does the measure achieve positive side effects beyond climate adaption
- Ja, Natur-, Umwelt- und Ressourcenschutz: z. B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
Explanation
Dach- und Fassadenbegrünungen dienen zur Retention von Regenwasser und werden im Rahmen der Vor-Ort-Beratung empfohlen sowie über den KlimaFonds gefördert. Diese Begrünungsmaßnahmen wirken sich u.a. positiv auf den Erhalt und die Förderung von Biodiversität aus. Die Entsiegelung von befestigten Flächen fördert die Versickerung von Niederschlagswasser und begünstigt den natürlichen Wasserkreislauf.Obstacles
Conflicts
Does the measure have a negative effect on any other areas?
- Ja, Klimaschutz: Einsparung von Treibhausgasemissionen oder Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre
Explanation
Dachbegrünungen unterstützen bei einer dez. Regenwasserbewirtschaftung und werden daher auch im Rahmen des Angebotes empfohlen. Sie werden jedoch häufig als Konkurrenz zu PV-Anlagen angesehen. Um dieser Konkurrenz entgegenzuwirken gibt es im Rahmen der Förderung einen Kombinationsbonus. Bei dem Bonus werden Antragsteller bei einem Solargründach für ihren Mehraufwand mit einer zusätzlichen Förderung von 20% entschädigt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit auch parallel das Solarfördermodul nutzen.Contact person
Amelie Möller
Hiroshimaplatz 1-4
37083 Göttingen
Germany
Place of realisation
Hiroshimaplatz 1-4
37083 Göttingen
Deutschland