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Energiesparen für die Zukunft: Deutschland krisenfest machen

Eine Person kontrolliert den Reifendruck am Autoreifen.
Der optimale Reifendruck ist eine einfache und wirksame Energiesparmaßnahme.
Quelle: Stefania Pelfini la Waziya/ Getty Images

Energiesparen ist eine Versicherung für die Zukunft. Damit schützen wir nicht nur das Klima, sondern werden auch unabhängiger von fossilen Energieträgern und damit krisenfester. Und schließlich ist Energiesparen kurzfristig die wirkungsvollste Maßnahme gegen steigende Preise. Unsere Tipps für Verbraucher*innen.

Wenn Energiepreise durch globale Krisen in die Höhe schießen, wird es uns wieder schmerzlich bewusst: Unser Verbrauch an fossilen Energieträgern ist nicht nur ein großes Problem, weil die verursachten Treibhausgasemissionen das Klima erhitzen. Auch die Abhängigkeit gegenüber autoritären Regimen und durch globale Krisen ausgelöste Preisschocks bringen uns in Schwierigkeiten. Energiesparen ist deshalb eine Versicherung für die Zukunft und macht uns unabhängiger von fossilen Energieträgern und damit krisenfester. Und schließlich ist Energiesparen kurzfristig die wirkungsvollste Maßnahme gegen steigende Preise.

Bei Kraftstoff, Heizenergie, Warmwasser und Strom können wir den Verbrauch und damit auch den Erfolg von eigenen Maßnahmen selbst sehen und überprüfen. Aber auch bei der Ernährung oder dem (Nicht-)Kauf von Produkten können wir indirekt Energie und CO2 einsparen. Denn die Herstellung der Produkte benötigt ebenfalls Energie und andere Ressourcen wie Metalle oder Kunststoffe.

Wir haben für Sie fünf Sofort-Tipps zusammengestellt, mit denen Sie nicht nur Energie und Rohstoffe, sondern im Schnitt durchaus 500 Euro und mehr pro Person und Jahr einsparen können. Machen Sie auch Ihre persönlichen Alltagsstrukturen krisenfester. Mit unseren zehn „Big Points“ werden Sie dauerhaft zum Energiesparer und zur Ressourcensparerin. 
Sie wollen noch mehr tun? In unseren UBA-Umwelttipps finden Sie viele weitere Ideen und Hinweise.

Mit fünf Sofort-Tipps Geld, Energie und Rohstoffe sparen

Vorausschauend fahren

Durch eine vorausschauende und defensive Fahrweise können Sie den Sprit- oder Stromverbrauch senken und mehrere hundert Euro an Tankkosten im Jahr sparen. Fahren Sie niedertourig, vorausschauend und halten Sie sich an ein „freiwilliges Tempolimit“. Vermeiden Sie die Mitnahme unnötiger Lasten und stellen Sie einen ausreichend hohen Reifendruck sicher. Sprit oder Strom sparen Sie auch, wenn Sie Nebenaggregate wie Klimaanlagen nur anschalten, wenn Sie diese wirklich brauchen.

 

Einkaufen mit dem Rad

Zu Fuß gehen und Fahrrad fahren ist nicht nur gesund und auf Kurzstrecken häufig schneller als das Auto. Es spart auch Kosten. Allein wenn Sie ihren Einkauf zukünftig mit dem Rad statt mit dem Auto erledigen, können Sie bereits etwa 100 Euro pro Jahr einsparen. Satteltaschen oder ein kleiner Fahrradanhänger machen auch größere Einkäufe ohne Auto möglich.

 

Den eigenen Energieverbrauch prüfen

Nur wer den eigenen Energieverbrauch kennt, kann an der richtigen Stelle ansetzen. Machen Sie den HeizCheck, um den Heizenergieverbrauch Ihres Gebäudes einzuschätzen. Der StromCheck sagt Ihnen, wie hoch Ihr Stromverbrauch ist. Und mit dem kostenlosen Energiesparkonto können Sie regelmäßig prüfen, ob Sie auch so viel Energie sparen wie geplant.

 

Sparduschkopf einschrauben

Sparduschköpfe sparen rund 100 bis 200 Euro Warmwasserkosten pro Person und Jahr. Sie verbrauchen nur 6 bis 9 Liter pro Minute (gegenüber 12 bis 15 Liter bei normalen Duschköpfen). Der Austausch geht mit wenigen Handgriffen und kann auch von Mieter*innen selbst problemlos durchgeführt werden. Beim Kauf auf gute Qualität und den Blauen Engel achten!

 

Heiztemperatur optimieren

Sorgen Sie jetzt schon dafür, dass Sie an kommenden Heiztagen und dann im nächsten Winter Heizenergie einsparen. Senken Sie die Solltemperatur Ihrer Heizungsanlage z.B. um 1 Grad. Das kann rund 6 % der Heizkosten sparen. Zeitgesteuerte Thermostatventile können zudem vor allem in schlecht gedämmten Häusern z. B. in Wohn- und Badezimmern Heizkosten sparen. Auch Mieter*innen können sie einfach einbauen.

 

Mit zehn „Big Points“ dauerhaft krisenfester werden

Energielabel auf Dunkelgrün stellen

Ob Kühlschrank, Spülmaschine oder Auto: Achten Sie beim Kauf auf das Energielabel und den dort angegebenen Energieverbrauch. Wählen Sie möglichst die höchste verfügbare Effizienzkategorie. Damit können Sie über die Lebensdauer der Geräte viel Strom- bzw. Energiekosten einsparen. Die effizientesten Modelle können Sie in der europäischen Produktdatenbank EPREL recherchieren. Falls Sie noch eine ältere Heizungsumwälzpumpe haben, lohnt sich oft ein vorzeitiger Austausch mit einer Hocheffizienzumwälzpumpe.

 

Ökostrom beziehen

Immer mehr Bürger*innen entscheiden sich für einen Wechsel zu einem Ökostromanbieter. Dieser dauert weniger als 30 Minuten und ist ein wichtiges Signal für den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien. Achten Sie auf Label wie „Grüner Strom Label“ oder „Ok-Power“.

 

In Solarenergie investieren

Nutzen Sie als Hausbesitzer*in Ihre Dachfläche nach Möglichkeit für Photovoltaik oder Sonnenkollektoren. Je nach örtlichen Gegebenheiten können Sie auch als Mieter*in ein eigenes kleines Balkon-Solarkraftwerk installieren. Unabhängig von eigenen Flächen gibt es zahlreiche finanzielle Beteiligungsangebote von z.B. (grünen) Banken und Energiegenossenschaften, wo Sie in den Ausbau von Solar- oder Windkraft investieren können.

 

Mit Dämmung den Heizbedarf verringern

Verringern Sie den Heizbedarf Ihres Hauses dauerhaft durch eine möglichst gute Wärmedämmung. Mittels eines staatlich geförderten individuellen Sanierungsfahrplanes schaffen Sie die Grundlage für eine langfristig kosteneffiziente Sanierungsstrategie. Die Umweltzeichen Blauer Engel für Dämmstoffe für den Innenraum sowie Blauer Engel für Wärmedämmverbundsysteme zeichnen umwelt- und gesundheitsschonende Materialien mit guten Gebrauchseigenschaften aus.

 

Mit Wärmepumpe heizen

Wärmepumpen, im Idealfall mit Ökostrom betrieben, sind die Heiztechnik für ein klimaneutrales Deutschland. Einen Umstieg von Gas- oder Ölheizungen auf Holzfeuerung kann das Umweltbundesamt aus Gründen von Wald-, Klima- und Gesundheitsschutz dagegen nicht empfehlen. Das UBA-Portal So geht’s mit Wärmepumpen! zeigt Dutzende erfolgreich umgesetzte Praxis-Beispiele von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden. Mit dem Gebäudecheck Wärmepumpe können Hausbesitzende einfach prüfen, ob ihr Gebäude bereits „wärmepumpenfähig“ ist.

 

Auf Elektromobilität umsteigen

Ob Elektroauto, Stadtbus oder Elektrofahrrad: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Wenn Sie ein neues Auto benötigen, sind Sie mit einem elektrischen Antrieb auf der sicheren Seite. Durch das sozial gestaffelte Förderprogramm zum Kauf neuer Elektro-Pkw, die verlängerte Kfz-Steuerbefreiung oder die Förderung über die Treibhausgasminderungsquote kann der Wechsel auf elektrische Antriebe leichter möglich werden. Inzwischen werden auch immer mehr gebrauchte Elektroautos angeboten. Das Pedelec (E-Bike) ist zudem für viele Wege eine kostengünstige Alternative zum Auto.

 

Carsharing nutzen

Beim Carsharing fallen die teuren Anschaffungskosten und die laufenden Bereitstellungskosten wie Versicherung oder Stellplatzgebühr für das eigene Auto weg. Einsparungen von mehreren hundert bis über 1.000 Euro pro Jahr sind mit Carsharing – abhängig von der Art der Autonutzung – möglich. Nach Berechnungen des Bundesverband Carsharing fahren Sie mit Carsharing in der Regel dann günstiger als mit einem eigenen Fahrzeug, wenn Sie weniger als etwa 12.500 km pro Jahr mit ihrem Auto unterwegs sind. Auch in immer mehr kleineren Städten gibt es inzwischen entsprechende Angebote. 

 

Beim Reisen am Boden bleiben

Flugreisen benötigen viel Energie und verursachen hohe Treibhausgasemissionen. Wählen Sie nach Möglichkeit nähere Reiseziele, die auch ohne Flugzeug zu erreichen sind. Bevorzugen Sie allgemein umweltfreundlichere Verkehrsmittel oder Alternativen zu Präsenzveranstaltungen, wie Videokonferenzen. Bei Flugreisen mit innerdeutschem Umstieg können Sie den Zubringerflug mittels spezieller Bahnpauschalangeboten wie Rail&Fly oder anderen Intermodaltickets umgehen. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern in der Regel auch kostengünstiger. 

 

Weniger Fleisch macht mehr Menschen satt

Weltweit wird weit mehr als die Hälfte der Getreide- und Ölsaatenernte an Tiere verfüttert. Der größte Teil der Ernte landet somit buchstäblich auf dem Misthaufen. Eine stärker pflanzenbasierte Ernährung mit u.a. deutlich weniger Fleischkonsum und mehr Bio-Lebensmitteln ist gesünder, klima- und umweltfreundlicher und ein wichtiger Beitrag zur globalen Ernährungssicherheit. Probieren Sie die klassische und neue Vielfalt an vegetarischen und veganen Produkten aus: Von Hülsenfrüchten über Veggie-Hack, Haferdrinks und Margarine bis hin zu Sojageschnetzeltem u.v.a.m.

 

Bewusster Konsum: Lange nutzen, reparieren und korrekt entsorgen

Die Herstellung von Produkten benötigt Energie und Rohstoffe. Daher sollten insbesondere langlebige Textilien, Möbel, IT- und Haushaltsgeräte gekauft und diese auch möglichst lange genutzt werden (z. B. auch durch Reparaturen). Mehrwegverpackungen wie Flaschen, Gläser, Boxen und Becher für Getränke und Lebensmittel im Supermarkt und für Unterwegs sparen Energie und Rohstoffe. Die korrekte Entsorgung hilft darüber hinaus, Energie einzusparen und wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen.

 

Bescheidenheit spart Geld und Ressourcen

Und ist eine gute Krisenvorsorge. Überlegen Sie, welche Produkte und Dienstleistungen Sie wirklich für ein gutes und zufriedenes Leben benötigen. Probieren Sie Mittel und Wege aus, wie Sie auch mit weniger materiellem Konsum glücklich sein können. Das betrifft z. B. die Anzahl, aber auch die Größe von Geräten, des Autos oder der Wohnung. Vielleicht haben Sie auch ein freies Zimmer, das Sie untervermieten können.

Noch mehr tun

In unserem Verbraucherportal finden Sie viele weitere Ideen und Hinweise, wie Sie Ihren Alltag umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten können: www.uba.de/umwelttipps.

 

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Infografik mit dem Titel „Mit Big Points den Fußabdruck halbieren“. Ein zentrales Ringdiagramm zeigt einen CO2-Fußabdruck von 9,8 Tonnen CO2. Acht verschiedene Maßnahmen werden als farbige Segmente dargestellt, um diesen Wert deutlich zu senken. Die größten Einsparungen erzielen: Urlaub ohne Flug (1,0 t), Heizen mit Wärmepumpe (0,9 t), Wohnraum dämmen (0,8 t) und der Umstieg auf ein Elektroauto (0,8 t). Weitere Punkte sind Carsharing, Ökostrom, pflanzliche Ernährung und ein Sparduschkopf. Mit Big Points den Fußabdruck halbieren

Große Wirkung, kleiner Fußabdruck: Schon gewusst? Mit gezielten Veränderungen wie dem Umstieg auf Ökostrom, E-Auto oder Carsharing lässt sich die persönliche Klimabilanz massiv entlasten.

Quelle: Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum

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