Von einer Rezession ist die Industrie in der Regel stärker betroffen als der Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD). Gründe sind unter anderem, dass an teuren Investitionsgütern eher gespart wird als an Waren des täglichen Bedarfs, oder dass die Fixkosten in der Industrie höher sind als im GHD-Sektor. Die rückgehende Auslastung der industriellen Produktionsanlagen führt zu schnell steigenden Stückkosten und einbrechenden Gewinnmargen. Hinzu kommt, dass die deutsche Industrie durch ihre Exportorientierung zwar weniger abhängig vom heimischen Markt ist, aber globale Wirtschaftskrisen dadurch besonders starke Auswirkungen haben, da zahlreiche Absatzmärkte schwächer ausfallen als in Wachstumsperioden. In der Folge hat die Industrie 2009 deutliche Anteile an der BWS an den GHD-Sektor abgegeben.
Im Gegensatz zu den wirtschaftlichen Verwerfungen in der jüngeren Vergangenheit handelte es sich bei der Finanzkrise 2009 nicht um eine Energiekrise: Nach einem starken Anstieg beispielsweise der Erdölpreise bis 2008 fielen 2009 die Preise für Energie deutlich. Niedrige Energiepreise führen zu steigenden Energieintensitäten, vor allem wenn gleichzeitig die Produktion reduziert wird, weil die Absatzmärkte kleiner werden. Die Witterung hat in der Industrie nur einen geringen Einfluss, da der Anteil von Raumwärme am Endenergieverbrauch im Vergleich zu den Privathaushalten oder dem GHD-Sektor sehr gering ist.