Worauf Sie beim Einbau einer Wärmepumpe achten sollten
Wärmepumpen sind eine umweltfreundliche Heiztechnik: Prüfen Sie, ob Ihr Haus für Wärmepumpen geeignet ist.
Für unsanierte Häuser können sich übergangsweise Hybrid-Wärmepumpen eignen.
Kaufen Sie besonders energieeffiziente Wärmepumpen.
Achten Sie bei Planung und Kauf auch auf weitere zentrale Punkte: Geeignete Wärmequelle (Erdreich ist effizienter als Umgebungsluft), optimale Größe, geringe Lärmemissionen und umweltfreundliches Kältemittel.
Warten und prüfen Sie Ihre Wärmepumpe regelmäßig.
Gewusst wie
Eine Gas- oder Ölheizung ist im Haushalt der mit Abstand größte Verursacher von Kohlendioxid (CO2). Diese Emissionen belasten das Klima. Eine Wärmepumpe sammelt die Energie in der Umgebung (Boden, Wasser, Luft) ein und und macht sie zum Heizen der Wohnung nutzbar. Die elektrische Wärmepumpe ist eine energiesparende Form der Wärmegewinnung mit viel geringeren CO2-Emissionen als Heizöl- oder Erdgasheizungen.
Wärmepumpe
Schematische Darstellung des Kreisprozesses einer Elektro-Wärmepumpe
Quelle: Andreas Bertram / UBA
Einsatzmöglichkeiten für Wärmepumpen: Grundsätzlich sind sowohl Neu- als auch Altbauten für Wärmepumpen geeignet. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeiten sie. Wärmepumpen arbeiten besonders effizient in Häusern, die Niedertemperatur-Heizsysteme als Wärmeabnehmer haben. Der Anschluss an eine Flächenheizung (zum Beispiel Fußbodenheizungen) ist für Wärmepumpen günstig. Flächenheizungen kommen mit niedrigen Vorlauftemperaturen, 35 °C oder weniger, aus.
Wärmepumpen in Altbauten: Wärmepumpen können auch in vielen teilsanierten oder manchen unsanierten Häusern mit Heizkörpern hinreichend effizient betrieben werden. Neue Wärmepumpenmodelle erreichen Vorlauftemperaturen von 60 °C und mehr. Das ist nicht immer nötig, denn die Heizkörper in Altbauten sind in der Regel zu groß und haben "Sicherheitsreserven", die man nutzen kann, um die Vorlauftemperatur auf 55 °C oder weniger zu senken. Einzelne, zu kleine Heizkörper können auch ausgetauscht werden. Mit dem "Gebäudecheck Wärmepumpe" prüfen Sie Ihre Räume und Heizkörper und erhalten erste Hinweise, wie Sie Ihr Gebäude fit für die Wärmepumpe machen. In Altbauten, die sich nicht alleine mit einer Wärmepumpe beheizen lassen, sind Hybridheizungen eine interessante Lösung: Eine Wärmepumpe übernimmt die Grundversorgung mit Wärme und ein Heizkessel unterstützt an kalten Tagen die Wärmepumpe. In unserem Wärmepumpenportal "So geht's mit Wärmepumpen!" finden Sie zahlreiche Praxisbeispiele aus ganz Deutschland.
Wärmepumpen eignen sich nicht nur zum Heizen, sondern auch zum Kühlen. Das ist am effektivsten, wenn das Haus eine Fußboden- oder Flächenheizung hat. Auch mit Heizkörpern kann man den Räumen etwas Wärme entziehen und Überhitzung begrenzen. Besonders energiesparend und umweltfreundlich ist das passive Kühlen mit Erdsonden, weil das Erdreich im Sommer kühl genug ist, um das Haus ohne Zutun der Wärmepumpe zu temperieren. Dass sich dabei das Erdreich erwärmt, erhöht beim Heizen den Wirkungsgrad der Anlage.
Hybridheizung: Luftwärmepumpe plus Gasbrennwert
Quelle: co2online
Der Weg zu einer effizienten Wärmepumpe beginnt mit guter Planung:Beauftragen Sie ein einzelnes, erfahrenes Unternehmen als verantwortlichen Generalunternehmer mit Planung, Installation und Inbetriebnahme der ganzen Wärmepumpenanlage. Erkundigen Sie sich vorher nach Referenzen, für die idealerweise Messdaten vorliegen. Bevorzugen Sie zertifizierte Unternehmen, beispielsweise: Gütezeichen "Fachbetrieb Wärmepumpe" nach VDI 4645 für Installationsfirmen oder eine Zertifizierung nach DVGW W120 für Erdsonden-Bohrunternehmen. Die fachgerechte Installation der Anlage ist wichtig, weil auch kleine Fehler die Energieeffizienz einer Wärmepumpe schnell beeinträchtigen können: Dazu gehören auch der korrekte Einbau von 3-Wege-Ventilen und Temperaturfühlern und die lückenlose Wärmedämmung aller Bauteile und Leitungen (inkl. Armaturen). Beauftragen Sie immer einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage. Das ist Voraussetzung für niedrige Heiztemperaturen und hohe Energieeffizienz der Anlage. Fordern Sie eine vollständige Dokumentation der gesamten Anlage, der Pläne und der Einstellungen ein. Zum Abschluss der Installation gehört die Einweisung der Nutzer*innen.
Optimale Größe der Heizung ermitteln: Eine überdimensionierte Wärmepumpenanlage führt zu unnötigen Mehrkosten bei der Anschaffung. Darüber hinaus taktet eine zu große Wärmepumpe in der Übergangszeit oft, was die Lebensdauer verringern kann. Ist die Wärmepumpe wiederum zu klein, springt zum Beispiel an kalten Tagen öfter der Heizstab an – das ist teuer und ineffizient. Lassen Sie deshalb von einer Fachkraft die passgenaue Dimensionierung der Wärmepumpe berechnen: Berechnung der Heizlast mit/ohne Trinkwassererwärmung (keine einfache Schätzung!) und der Wärmequelle (beispielsweise Ertrag des Erdreichs). Ermitteln Sie mit dem Energiesparkonto die Heizlast des Gebäudes aus Zählerständen und gleichen Sie das Ergebnis mit der berechneten Heizlast ab.
Geeignete Wärmequelle wählen: Die am häufigsten genutzte Wärmequelle ist die Umgebungsluft. Darüber hinaus werden oft auch das Erdreich und Grundwasser genutzt. Die Effizienz der Wärmepumpe steigt, je geringer die Temperaturdifferenz zwischen der Wärmequelle und dem Heizsystem ist. Grundwasser und Erdreich verfügen während des Winters, wenn der Heizwärmebedarf groß ist, über eine relativ hohe, stabile Durchschnittstemperatur. Dies verringert den notwendigen Temperaturhub und ist für die Energieeffizienz und den Stromverbrauch einer Wärmepumpe von Vorteil. Erdreich, Grundwasser und Abwasser sind deshalb im Allgemeinen bessere Wärmequellen als die im Winter kalte Außenluft. Weitere Wärmequellen, die eine hohe Energieeffizienz der Wärmepumpe erwarten lassen, sind Abwärme, Eisspeicher und photovoltaisch-thermische Kollektoren (PVT).
Beachten Sie: Wärmepumpenanlagen, die Grundwasser oder Erdreich als Wärmequelle nutzen, müssen bei der unteren Wasserbehörde angezeigt oder genehmigt werden.
Galerie: Wärmequellen für Wärmepumpen
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Effiziente Wärmepumpe verwenden: Die Wärmepumpe sollte möglichst energieeffizient arbeiten. Sie erkennen dies an einer hohen Jahresarbeitszahl (JAZ oder SCOP), ideal sind Werte von 4,0 oder höher. Auch Luft-Wärmepumpen erreichen diesen Wert unter günstigen Umständen. Die JAZ gibt das für ein Jahr ermittelte Verhältnis von abgegebener Heizwärme (Heizarbeit) für die Heizung zu dem dazu erforderlichen Aufwand (Antriebsarbeit einschließlich Hilfsenergie) an. Bei elektrischen Wärmepumpen ist dies der erforderliche elektrische Strom. Beispielsweise bedeutet eine JAZ von 4,0 für eine elektrische Wärmepumpe, dass für die Bereitstellung von 4 Kilowattstunden (kWh) Heizwärme 1 kWh elektrischer Strom erforderlich ist und 3 kWh Umgebungswärme gewonnen wurden. Je höher die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe ist, desto energieeffizienter, umweltfreundlicher und kostengünstiger arbeitet sie. Beachten Sie, dass die Angabe einer einzelnen Leistungszahl (COP) nicht ausreicht, da diese nur die (theoretische) Leistung der Wärmepumpe, nicht jedoch die weiteren Faktoren im laufenden Betrieb berücksichtigt. Lassen Sie sich schon in Angeboten die Energieverbrauchskennzeichnung samt der Pflicht-Produktinformationen vorlegen – mit diesen Standarddaten können Sie Wärmepumpen gut untereinander vergleichen.
Förderfähige Wärmepumpen, die effizient und leise arbeiten, finden Sie in der Liste des BAFA.
Da eine hohe Jahresarbeitszahl die Betriebskosten senkt, ist eine gute und unabhängige Beratung, die auf Ihren speziellen Fall zugeschnitten ist, unerlässlich. Die in der Anschaffung billigste Lösung ist nicht immer die auf Dauer preiswerteste. Holen Sie unabhängigen Rat ein, zum Beispiel von Energieberater*innen oder den Verbraucherzentralen.
Vereinbaren Sie schriftlich eine möglichst hohe und dennoch realistische Mindest-Jahresarbeitszahl (Zielwert: 4,0). Dazu gehören Pflichten des Installateurs (korrekte Planung, Installation und Inbetriebnahme) ebenso wie Ihre Pflichten als Betreiber*in (z.B. bestimmungsgemäßer Betrieb bei geplanter Raumtemperatur, moderater Warmwasser-Verbrauch).
Der Speicher für die Trinkwassererwärmung sollte nicht zu groß und gut isoliert sein (Energieeffizienzklasse A).
Es kann sinnvoll sein, das Trinkwasser mit einer separaten Trinkwasser-Wärmepumpe zu erwärmen.
Ein zusätzlicher Heizungspufferspeicher ist nur für Heizkörper-Heizungen nötig, um Sperrzeiten des Stromtarifs zu überbrücken, nicht für Fußbodenheizungen.
Die Wärmepumpe sollte so geplant werden, dass sie im regulären Betrieb ohne Heizstab auskommen kann.
Wenn eine Luftwärmepumpe nachts im schallreduzierten Betrieb ("Silent mode") arbeiten muss, um die zulässigen Geräuschimmissionen einzuhalten, sollte die Planung berücksichtigen, dass in diesen Zeiten die Heizleistung sinkt.
Wirtschaftlichkeit beachten, Fördermittel nutzen und günstigen Stromtarif wählen: Die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen können Sie vorab mit Online-Ratgebern für Neubau oder Altbau überschlagen. Wer ein bestehendes Haus mit einer Wärmepumpe beheizen möchte, kann zudem Fördermittel über die "Bundesförderung für effiziente Gebäude" erhalten. Dafür muss die Wärmepumpenanlage besonders energieeffizient sein. Nähere Informationen erhalten Sie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Neben den Anschaffungskosten spielen auch die Stromkosten eine große Rolle. Stromtarife können so niedrig liegen, dass Wärmepumpen geringere Kosten als eine Gasheizung verursachen. In kleinen oder energieeffizienten Häusern oder mit PV-Eigenstromnutzung lohnt sich eher ein einzelner Zähler mit einem Tarif für den Gesamtstromverbrauch und pauschal reduziertem Netzentgelt (wichtig: Auskunft des lokalen Stromnetzbetreibers für "Modul 1 gemäß § 14a EnWG" einholen). Denn der zusätzliche Stromverbrauch der Wärmepumpe führt zu niedrigeren Arbeitspreisen, und Wärmepumpen gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung, für die geringere Netzentgelte anfallen. Ansonsten kommt ein separater Zähler mit verringertem Netzentgelt und ohne Netzentgelt-Grundpreis ("Modul 2 gemäß § 14a EnWG") in Frage. Für beide Lösungen braucht es Smart Meter, ggf. auch eine Steuerbox. Weil sich Strompreise und Netzentgelte regional stark unterscheiden können, sollten Sie die Tarife an Ihrem Standort vergleichen. Details zu "steuerbaren Verbrauchseinrichtungen" und reduzierten Netzentgelten finden Sie bei der Bundesnetzagentur.
Lärmemissionen gering halten: Außen aufgestellte Luft-Wärmepumpen können Lärmbelästigung verursachen, die sowohl Sie als auch Ihre Nachbarn erheblich stören können. Für innen aufgestellte Wärmepumpen sind Schallleistungspegel von 50- 60 dB(A) unbedenklich. Eine Schallleistung ab 50 dB(A) außerhalb des Hauses kann aber für die Bewohner in der Nachbarschaft (Garten etc.) problematisch sein. Das gilt vor allem für ruhige Wohngegenden.
Lassen Sie sich deshalb zu potentiellen Geräuschimmissionen der Wärmepumpe an dem von Ihnen bevorzugten Aufstellort beraten. Wählen Sie einen Aufstellort, der weder bei Ihnen noch bei Ihren Nachbarn zu belästigenden Geräuschen führt. Von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz gibt es hierzu auch einen Leitfaden für die Verbesserung des Schutzes gegen Lärm bei stationären Geräten (Kurzfassung). Mit einem interaktiven Assistenten können Sie diesen Leitfaden selbst anwenden. Wenn es unter allen anderen Belangen möglich ist, planen Sie für Ihre Wärmepumpe einen Aufstellort im Innenraum, dann werden die wenigsten Geräusche in die Nachbarschaft emittiert.
Achten Sie beim Kauf der Wärmepumpe auch auf den angegebenen Geräuschpegel in dB (zu finden auf dem Energielabel oder im Schallrechner des Bundesverbands Wärmepumpe e.V.). Je geringer der Wert, desto leiser ist die Wärmepumpe im Betrieb. Luft-Wärmepumpen mit angegebenen Werten unter 55 dB (< 6kW), 60 dB (6-12 kW) und 65 dB (>12 kW) für das Außengeräusch sind besonders geräuscharm.
Insbesondere in der Heizperiode im Winter kommt es bei einigen Anlagen zudem regelmäßig zu Abtau- und Rückspülvorgängen, die sich in ihrer Geräuschcharakteristik und Belästigungswirkung unterscheiden. Besichtigen Sie gegebenenfalls eine Referenzanlage im Betrieb oder lassen Sie sich vom Hersteller Hörbeispiele des Wärmepumpenbetriebs in ruhiger Umgebung vorspielen, um sich dieser Umweltwirkung besser bewusst zu werden. Um langfristig Probleme mit Lärm zu vermeiden, planen Sie die Lärmminderung durch eine schalltechnisch günstige Aufstellung und sachgerechte Installation und Betrieb im Vorfeld ein. Nachträgliche Lärmminderung ist immer wesentlich teurer als die Berücksichtigung im Vorfeld.
Achten Sie auf möglichst schwingungsgeminderte Aufstellung und flexible Anschlüsse an Kältemittel- und Wasserleitungen, um unerwünschte Vibrationen oder Geräusche zu vermeiden. Installieren Sie sachgerecht die zur Wärmepumpe gelieferten Zubehörteile zur Schallminderung. Gegebenenfalls bietet der Hersteller Nachrüst-Zubehör zur Schallminderung an.
Umweltfreundliches Kältemittel nutzen: Wärmepumpen für Heizwärme können noch teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW) als Kältemittel enthalten, deren Emissionen klimaschädlich sind. Diese Stoffe unterliegen deshalb der EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase, die unter anderem die Verringerung der in Verkehr gebrachten HFKW-Menge regelt. Solange sie am Markt noch verfügbar sind, sind sie teuer und treiben die Kosten Ihrer Wärmepumpe hoch, wenn in der Anlage einmal Kältemittel nachgefüllt werden muss. Schon aus wirtschaftlichen Gründen sollten Sie deshalb beim Kauf darauf achten, dass die Wärmepumpe keine hoch treibhausgaswirksamen Kältemittel enthält, sondern am besten natürliche Kältemittel wie Propan oder auch CO2. Propan hat günstige thermodynamische Eigenschaften und ermöglicht so hohe Wirkungsgrade.
CO2-Ausstoß einzelner Wärmeerzeuger im Bestand
Quelle: Bundesverband Wärmepumpe e.V.
Wärmepumpe warten und Verbräuche prüfen: Die Heizung funktioniert nur optimal als Gesamtsystem. Deshalb müssen alle Heizkomponenten optimal aufeinander abgestimmt sein: Wärmeerzeuger, Heizflächen, Thermostatventile, Pumpen- und Reglereinstellungen. Regelmäßige Wartung stellt die Funktionsfähigkeit und Effizienz der Anlage sicher: Reinigung der Wärmetauscher, Leitungen und Ventile, Überprüfen der Füllstände, schrittweises Absenken der Heizkurve. Sie können auch selbst überprüfen, ob die Wärmepumpe optimal arbeitet. Mit regelmäßiger Kontrolle der Verbrauchsdaten stellen Sie fest, wie effizient und kostengünstig die Heizung arbeitet. Die meisten Wärmepumpen haben hierzu einen Wärmemengenzähler, der erfasst, wieviel Heizwärme produziert wurde. Wenn Sie die Menge an Heizwärme durch den Stromverbrauch der Wärmepumpe aus dem gleichen Zeitraum teilen, erhalten Sie die "Jahresarbeitszahl". Viele Wärmepumpen können die Jahresarbeitszahl im Menü anzeigen. Vergleichen Sie diesen Wert mit den Planungsunterlagen, um zu prüfen, ob die Wärmepumpe so effizient arbeitet wie geplant. Hilfsmittel wie das kostenlose Energiesparkonto machen die Kontrolle leichter.
Zur Inbetriebnahme muss die Regelung mit den richtigen Betriebszeiten und einer möglichst niedrigen Heizkurve eingestellt werden; Werkseinstellungen sind nicht ausreichend.
Der (integrierte) Heizstab sollte standardmäßig deaktiviert und nur im Notfall (oder zur Trocknung von Neubauten) eingeschaltet werden.
Drücken Sie Ihr Engagement für die Energiewende aus, indem Sie zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln oder selbst in erneuerbare Energien investieren.
Stellen Sie den Regelbetrieb so ein, dass die Anlage in den Abendstunden (20 bis 22 Uhr) und Nachtstunden (22 bis 6 Uhr) möglichst wenige (bestenfalls gar keine) Geräusche verursacht, aber trotzdem noch effizient genug arbeitet. Dies kann unterstützt werden durch die zusätzliche Installation eines geeigneten Heizungspufferspeichers.
Kontrollieren Sie den Betrieb der Wärmepumpe auf auffällige unregelmäßige Geräusche. Gegebenenfalls ist dann eine Wartung der Wärmepumpe erforderlich.
Gehen Sie verantwortungsvoll mit Beschwerden aus der Nachbarschaft über belästigenden Lärm durch Ihre Anlage um. Reagieren Sie rücksichtsvoll und lösungsorientiert darauf, um einen unnötigen Nachbarschaftsstreit zu vermeiden.
Umweltsituation: Gut 30 Prozent der Energie werden in Deutschland eingesetzt, um Gebäude zu beheizen und Wasser zu erwärmen. Das verursacht rund 25 Prozent der CO2-Emissionen. Die Heizung verbraucht im Haushalt am meisten Energie und verursacht damit mit Abstand die größte Menge an CO₂. Wärmepumpen verringern Energieverbrauch und CO2-Emissionen. Klimaschädliche Treibhausgasemissionen entstehen, wenn ein fluoriertes Kältemittel, das immer weniger Wärmepumpen enthalten, bei der Herstellung, beim Betrieb oder bei der Entsorgung der Wärmepumpe entweicht. Eine klimafreundliche Alternative sind Wärmepumpen mit dem Kältemittel Propan (R290), die inzwischen von vielen Herstellern angeboten werden.
Gesetzeslage: Das Gebäudemodernisierungsgesetz regelt seit 2026 den Wandel zu klimafreundlichen Heizsystemen. Optionen für den Ersatz einer Heizungsanlage sind dann vor allem Wärmepumpe, Fernwärmeanschluss, Hybridheizung, Biomasseheizung, Gas- oder Ölheizung. Wärmepumpen, die in Häusern mit mindestens 6 Wohnungen oder Nutzungseinheiten installiert werden, erhalten eine Betriebsprüfung, in der festgestellt wird, ob die Wärmepumpe so effizient wie geplant arbeitet.
Seit September 2015 müssen neue Heizgeräte, zu denen auch Wärmepumpen zählen, eine Energieverbrauchskennzeichnung tragen und Ökodesign-Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen. Das geben EU-Verordnungen vor.
Wärmepumpenanlagen, die geothermische Umgebungswärme über Bohrungen erschließen, müssen bei der unteren Wasserbehörde angezeigt oder genehmigt werden, Bohrungen mit einer Tiefe von über 100 Metern können zusätzliche Genehmigungen erfordern. Die Regelungen und Genehmigungsverfahren für Erdwärmesysteme sind bundeslandspezifisch. Auskunft über die geltenden Vorschriften geben die Leitfäden der Länder. In den oberen Untergrund eingebundene Systeme wie Erdwärmekollektoren, Energiepfähle und erdberührende Betonbauteile bedürfen in der Regel keiner zusätzlichen Genehmigung.
Die Verordnung (EU) Nr. 2024/573 regelt den Einsatz von fluorierten Kältemitteln. So wird seit 2015 die verfügbare Menge der als Kältemittel verwendeten teilfluorierten Kohlenwasserstoffe in der EU schrittweise reduziert. Zudem sind Betreiber von Wärmepumpen, die eine bestimmte Menge fluorierter Treibhausgase enthalten, dazu verpflichtet, diese regelmäßig auf Dichtheit kontrollieren zu lassen und darüber Aufzeichnungen zu führen.
Wärmepumpen sind in der Anschaffung teurer als konventionelle Heizungen. Für energieeffiziente Wärmepumpen gewährt die Bundesregierung Investitionszuschüsse in der Bundesförderung effiziente Gebäude, wenn sie eine Mindest-Jahresarbeitszahl (laut Planung) erreichen.
Marktbeobachtung: 2025 stellten Wärmepumpen in Deutschland 23 Terawattstunden Heizwärme bereit. Das entspricht rund vier Prozent des Wärmebedarfs der Gebäude. Beim Neukauf von Wärmeerzeugern hatten Wärmepumpen 2025 einen Marktanteil von 48 Prozent, im ersten Halbjahr 2026 sogar mit 55 Prozent den größten Marktanteil. Es bräuchte für Wärmepumpen deutlich stärkere politische und preisliche Impulse, damit sie zum Rückgrat der treibhausgasneutralen Wärmeversorgung werden. Neubauten sollen laut den Genehmigungen schon in über 80 Prozent der Fälle Wärmepumpen nutzen. Als Wärmequellen wurde 2025 bei den Neuinstallationen von Wärmepumpen in rund 95 Prozent der Fälle Luft, in rund 5 Prozent der Fälle Grundwasser, Erdreich und sonstige Quellen gewählt.