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Waldbrände

In 2025 haben sowohl die Anzahl der Waldbrände als auch die betroffene Fläche im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich zugenommen. Dem gegenüber ist der Schaden je Hektar Waldbrandfläche merklich gesunken und fällt im Vergleich zum langjährigen Mittel unterdurchschnittlich aus. Neben finanziellen Schäden sind mit den Waldbränden aber auch ökologische Auswirkungen wie die Freisetzung von Treibhausgasen, Schadstoffen sowie Nährstoffverluste verbunden.

Inhaltsverzeichnis

Waldbrände in Deutschland

Mit deutschlandweit 1.175 Waldbränden hat sich 2025 die Anzahl der Waldbrände im Vergleich zu 2024 mehr als verdoppelt. Damit bewegt sich das Waldbrandgeschehen mit Blick auf die Zahl der Brände wieder im Bereich des langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2024 in Höhe von 1.139 Waldbränden. Demgegenüber liegt die betroffene Waldbrandfläche mit 2.626 Hektar etwa drei Mal so hoch wie das mehrjährige Mittel der Jahre 1991 bis 2024 (844 Hektar) und beträgt in etwa das Achtfache der betroffenen Waldfläche des Vorjahres. Nur in drei Jahren (1992, 2019 und 2022) war seit Erhebung der Waldbrandstatistik mehr Waldfläche von Bränden betroffen als in 2025 (siehe Abb. „Anzahl Waldbrände und Schadensfläche“). Während der finanzielle Schaden insgesamt mit 4,36 Mio. Euro im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um ein Vielfaches gestiegen, liegt der finanzielle Schaden je ha Waldbrandfläche mit 1.660 Euro pro Hektar (Euro/ha) deutlich darunter. Somit ist das Waldbrandjahr 2025 wie die vergangenen Jahre hinsichtlich des Schadenswert je Hektar ein unterdurchschnittliches Jahr gewesen (langjähriges Mittel von 2.494 Euro/ha im Zeitraum 1991 bis 2024) (siehe Abb. „Durchschnittliche Schadensfläche und Schadenssumme“).

Das Diagramm zeigt die Anzahl der Waldbrände und die Schadensfläche 1991-2025. Während sich beide Werte seit 2004 auf niedrigem Niveau eingependelt hatten, stellen die Jahre 2018, 2019, 2022 und 2025 Ausreißer nach oben dar.  Anzahl Waldbrände und Schadensfläche
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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Das Diagramm zeigt die durchschnittliche Schadensfläche je Waldbrand und die Schadensumme je Hektar von 1991 bis 2025. Im Jahr 2025 lag die Schadensfläche je Hektar deutlich über, die Schadensumme je Hektar Waldbrand unter dem langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2024. Durchschnittliche Schadensfläche und Schadenssumme
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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Risikountersuchungen sagen für die kommenden Jahrzehnte ein steigendes Waldbrandrisiko für Deutschland voraus. Dies liegt im Wesentlichen an erhöhten Temperaturen und rückläufigen Niederschlägen in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten. Die Forstverwaltungen, aber auch die kommunalen und privaten Waldbesitzer haben hierauf auch unter dem Eindruck der Trockenjahre ab 2018 reagiert und die Aufwendungen zur Waldbrandvorbeugung und Kontrolle in den letzten Jahren deutlich erhöht (siehe Abb. „Ausgaben für Waldbrandvorbeugung und Kontrolle“).

Das Diagramm zeigt die Ausgaben für Waldbrandvorbeugung und Kontrolle in 1000 Euro an. Die Aufwendung der Forstverwaltungen an den Ausgaben ist deutlich höher als jene sonstiger Waldbesitzer. Seit dem Jahr 2019 haben sich die Ausgaben verdoppelt und pendeln sich aktuell zwischen 5 bis 5,5 Mio. Euro pro Jahr ein. Ausgaben für Waldbrandvorbeugung und Kontrolle
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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Das Auftreten von Waldbränden ist in Deutschland aufgrund der klimatischen und hydrologischen Gegebenheiten und der vorherrschenden Waldbestockung regional unterschiedlich. Im Ergebnis sind weite Teile Nordostdeutschlands, das östliche Nordwestdeutschland und das Oberrheinische Tiefland häufiger von Waldbränden betroffen als andere Regionen Deutschlands. Im Jahr 2025 gab es die meisten Waldbrände in den Bundesländern Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dabei wurden, wie bereits in den Vorjahren, in Brandenburg vor allem aufgrund der sandigen Böden, den vorherrschenden Kiefernwäldern und der Munitionsbelastung auf ehemaligen Truppenübungsplätzen erneut die meisten Brände (317) registriert. Die größte Brandfläche im Jahr 2025 mit insgesamt 1.894 Hektar war in Sachsen zu verzeichnen, dies entspricht fast zwei Drittel der Waldbrandfläche Deutschlands. Dies ist im Wesentlichen auf einen Großbrand in der Gohrischheide im Landkreis Meißen mit 1.867 ha betroffener Waldfläche zurückzuführen. Dieser Brand wurde nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft durch hitzebedingte Selbstentzündung von Altmunition ausgelöst. Die vorhandene Altmunition beeinträchtigte zudem die bodengebundenen Löscharbeiten stark. Mit gut 252 Hektar Waldbrandfläche folgt Brandenburg (siehe Abb. „Waldbrandgeschehen in den Bundesländern“).

Eine Heatmap zeigt auf der linken Seite die Anzahl der Waldbrände für die einzelnen Bundesländer in den Jahren 2020 bis 2025. Brandenburg verzeichnete in den sechs Bezugsjahren jeweils die höchste Zahl an Waldbränden. Auf der rechten Seite ist die Verteilung der Waldbrandfläche für die einzelnen Bundesländer in den Jahren 2020 bis 2025 in einer Heatmap dargestellt. Sachsen verzeichnete im Jahr 2025 die größte Waldbrandfläche. Waldbrandgeschehen in den Bundesländern
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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Waldbrände und ihre Auswirkungen

Waldbrände beeinflussen, wie diverse andere Faktoren auch, die Stabilität und die Vitalität der Waldökosysteme. Das Ausmaß der Beeinflussung hängt unter anderem von der Dauer, der Intensität, dem Umfang und der Art des Waldbrands ab.

Sogenannte Erdfeuer oder Schwelbrände im Boden sind aufgrund der häufigen Zerstörung oder Beeinträchtigung von Wurzeln und Samen von hoher Bedeutung für die Vitalität der Waldbestände. 

Boden- oder Lauffeuer führen häufig zur Verbrennung der bodennahen Vegetation und der Streuauflage. Bäume werden dabei abhängig von der Baumart (Rindenstärke) geschädigt oder verbrennen. Durch diese Feuer wird außerdem der Mineralisierungsprozess der Streuauflage beschleunigt, wodurch es verstärkt zur Auswaschung von Nährstoffen kommt. Die Nährstoffaufnahme ist durch die Reduzierung der Vegetation sowie durch die Zerstörung von Pflanzenwurzeln und nährstoffbindenden Ton-Humus-Komplexen ebenfalls stark beeinträchtigt. Kurz- bis mittelfristig kann hierdurch die Vitalität und die Stabilität der Waldbestände aufgrund von Nährstoffmangel weiter herabgesetzt werden.

Kronenfeuer und Vollfeuer entstehen, wenn die Bodenfeuer auf den Kronenbereich überschlagen. Diese haben häufig den Verlust des gesamten Bestandes zur Folge, da hierbei sowohl die Assimilationsorgane (Blätter und Nadeln) wie auch die Knospen der Bäume verbrennen, wodurch eine Regeneration deutlich erschwert ist.

Unmittelbar während des Waldbrands kommt es wie bei jedem Verbrennungsprozess zu Emissionen, die auch die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können. Hierbei werden vor allem Feinstaub, aber teilweise auch Dioxine und andere Schadstoffe freigesetzt. Daneben werden auch Treibhausgase emittiert. So haben die eher unterdurchschnittlichen Waldbrände in 2024 knapp 3,3 kt CO2-Äquivalente an Treibhausgasen freigesetzt, Daten für das Jahr 2025 liegen noch nicht vor. Zusätzlich wird die Senkenfunktion der Waldbestände für Kohlenstoff beeinträchtigt.

Auf die Biodiversität können Waldbrände hingegen positiven Einfluss haben, da hierdurch ökologische Nischen entstehen, die von besonders angepassten Arten genutzt werden.

Ursachen für Waldbrände

Bei der Mehrzahl der Waldbrände, rund 46 %, konnte 2025 keine Ursache ermittelt werden. In Fällen, in denen eine Ursache bestimmt werden kann, sind im Wesentlichen zwei Faktorenkomplexe von besonderer Bedeutung für das Waldbrandgeschehen: Zum einen das menschliche Handeln (Brandstiftung und Fahrlässigkeit) und zum anderen das Klima- bzw. Witterungsgeschehen. Als Hauptursache für das Waldbrandgeschehen kann gemäß den Daten der Waldbrandstatistik menschliches Handeln identifiziert werden (sofern eine Ursache ermittelbar ist). Klima und Witterung hingegen beeinflussen zusammen mit den lokalen Gegebenheiten (wie dem Vorhandensein von brennbarem Material) die Disposition einer Waldfläche für die Entzündung und in Folge das weitere Brandgeschehen (Feuerausbreitung). Fahrlässigkeit und Vorsatz (das heißt Brandstiftung) waren im Jahr 2025 für rund 46 % der Waldbrände ursächlich. Bei den 319 im Jahr 2025 durch Fahrlässigkeit verursachten Bränden waren zu rund 46 % das unvorsichtige Verhalten von Waldbesuchern, Campern oder Kindern die Auslöser. In 26 % der Fälle von Fahrlässigkeit sind wirtschaftliche Aktivitäten (Landwirtschaft, Holzernte etc.) ursächlich. Natürliche Ursachen, wie zum Beispiel Blitzschlag, waren hingegen für nur 2 % der Waldbrände der Auslöser (siehe Abb. „Waldbrandursachen 2025“).

Das Diagramm gibt einen Überblick über die wichtigsten Ursachen für Waldbrände im Jahr 2025. Die wichtigsten geklärten Ursachen waren Fahrlässigkeit und Vorsatz (Brandstiftung). In 46 % der Fälle konnten die Ursachen nicht geklärt werden. Waldbrandursachen 2025
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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Das Auftreten und die Ausbreitung von Waldbränden sind maßgeblich von der Witterung abhängig. Selbst im Winter kann es bei fehlender Schneedecke zu Waldbränden kommen. Ein jahreszeitlicher Schwerpunkt der Waldbrandgefährdung lag bisher zumeist im Spätfrühjahr und im Frühsommer. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war vor allem das Frühjahr 2025 von wenigen Niederschlägen geprägt. Zudem war das Jahr insgesamt eins der sonnigsten und ungewöhnlich warm und trocken. Dementsprechend begann die Waldbrandsaison im Jahr 2025 bereits im März und erst im September nahm das Waldbrandgeschehen merklich ab. Somit folgt das Waldbrandjahr eher dem seit einigen Jahren zu erkennendem Trend der Verlängerung und Verschiebung der sogenannten Waldbrandsaison in den Spätsommer und Herbst hinein (siehe Abb. „Waldbrände in einzelnen Monaten“).

Das Diagramm zeigt die Häufigkeitsverteilung von Waldbränden im Jahresverlauf für die Jahre 2014 bis 2025 in einer Heatmap. Im Jahr 2025 waren vor allem die Monate April bis Juli von Waldbränden betroffen. Seit 2018 verlängert sich das Waldbrandgeschehen in den Spätsommer und Herbst hinein. Waldbrände in einzelnen Monaten
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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Neben der Witterung ist auch der Waldbestand von Bedeutung. Besonders jüngere und lichte Nadelwälder mit dichtem Unterwuchs und üppiger Bodenvegetation sind stark waldbrandgefährdet. Zudem spielen die Holzeigenschaften, wie beispielsweise das Vorhandensein von Harzen oder ätherischen Ölen, eine gewisse Rolle bei der Gefährdung. Dies zeigt sich auch in der Betrachtung der Waldbrände der Jahre 2014 bis 2025. Hier waren Nadelholzbestände (rechnerisch rund 54 % der Waldfläche), mit Ausnahme der Jahre 2017, 2023 und 2024, deutlich häufiger von Waldbränden betroffen als von Laubholzarten dominierte Waldbestände (siehe Abb. „Waldbrandfläche nach Bestandsart“). Der Umbau von Nadelbaummonokulturen in mehrschichtige Mischwälder mit hohem Laubholzanteil ist somit weiterhin auch ein wesentlicher Ansatz zum vorbeugenden Schutz vor Waldbränden. Im Jahr 2025 ist erstmals auch eine Fläche von rund 725 ha Nichtholzboden in der Waldbrandstatistik erfasst. Hierbei handelt es sich um nicht mit Waldbäumen bewachsene Flächen des Großbrandes in der Gohrischheide in Sachsen. 

Das Diagramm zeigt die von Waldbränden betroffenen Flächen in Nadel- und Laubholzbeständen in den Jahren 2014 bis 2025. Die Waldbrandfläche mit Nadelholzbeständen lag im Jahr 2025 über der betroffenen Fläche mit Laubholzbeständen. Waldbrandfläche nach Bestandsart
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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