Marktdaten: Bereich Wohnen

Gebäude und Haushaltsgeräte werden energieeffizienter und der Bezug von Ökostrom gewinnt an Bedeutung. Weil der Energiebedarf der Gebäude aber nur langsam sinkt und quantitative Ansprüche an Wohnraum und Ausstattung steigen, befinden sich die Kohlendioxid-Emissionen im Bereich Wohnen weiterhin auf hohem Niveau.

Inhaltsverzeichnis

 

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)-Fördergelder für Bauen und Sanieren

Die Marktentwicklungen im Bereich Wohnen lassen sich aufgrund der teilweise unzureichenden Datenlage nur auszugsweise beschreiben. Dies betrifft vor allem Aspekte der energetischen Sanierung. So beschreibt der hier verwendete Indikator der KfW-Fördergelder nur einen Teil der in energetische Sanierungsmaßnahmen investierten Gelder und somit das Minimum der aufgewendeten Investitionen. Die Höhe der zur Verfügung stehenden Förderkredite ist auch weniger ein Resultat der Nachfrage, als ein Resultat politischer Entscheidungen (siehe Abb. „Energieeffizientes Bauen und Sanieren: Zahlungen und Investitionsanteile“).

Nichtsdestotrotz bieten die KfW-Förderkredite zum energieeffizienten Bauen und Sanieren einen Anhaltspunkt für die Marktentwicklung. Während die Förderkredite für Neubauten und Sanierungen 2012 und 2013 noch leicht anstiegen, sanken sie 2014 auf 9,3 Milliarden Euro (Mrd. Euro) ab. Dies entspricht mit rund 5,7 Prozent (%) nur einem kleinen Teil der Investitionssummen für Bauen und Sanieren in 2012 (DIW 2013).

In 2010 wurden durch die KfW rund 8,6 Milliarden Euro, in 2014 9,3 Mrd. Euro Förderkredite für energieeffizientes Bauen und Sanieren vergeben.
Energieeffizientes Bauen und Sanieren: Zahlungen und Investitionsanteile
Quelle: Kreditanstalt für Wiederaufbau Diagramm als PDF
 

Heizsysteme

Nachholbedarf besteht in der Wärmeerzeugung. Laut Angaben des Bundesindustrieverbands Deutschland – Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) sind rund 75 Prozent (%) der Heizanlagen in Deutschland nicht auf dem aktuellen technischen Stand und verbrauchen zu viel Energie (BDH 2013). Brennwertkessel, die fossile Brennstoffe effizient nutzen können, hatten 2015 einen Marktanteil von etwa 70 %. Die weniger effizienten Niedertemperaturkessel hatten immer noch einen Marktanteil von rund 17 % (siehe Abb. „Marktentwicklung Wärmeerzeuger“).

Im Jahr 2015 wurden bei den Investitionen in Heizsysteme in 19 % aller Fälle – ausschließlich oder ergänzend – Biomasse-Heizungen, Wärmepumpen oder solarthermische Anlagen eingebaut (siehe Abb. „Anteil von Investitionsfällen mit Einbindung alternativer Heizsysteme“).

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Sonnenkollektoren

Sonnenkollektoranlagen können zur Warmwasserbereitung sowie zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden. Die neu installierte Kollektorfläche betrug 0,8 Millionen Quadratmeter in 2015, ein Minus von beinahe 10,5 Prozent (%) gegenüber dem Vorjahr (siehe Abb. „Neu installierte Kollektorfläche“). Der Endkundenumsatz sank auf 0,75 Milliarden (Mrd.) Euro (nach einem Maximum in 2008 mit 1,7 Mrd. Euro) (Bundesverband Solarwirtschaft 2016).

Die Abbildung zeigt die neu installierte Kollektorfläche seit 2002.
Neu installierte Kollektorfläche
Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft Diagramm als PDF
 

Wärmepumpen

Wärmepumpen sind eine effiziente Form der Wärmebereitstellung, sofern sie einen hohen Wirkungsgrad haben und mit Ökostrom betrieben werden. Sie hatten 2010 bis 2014 einen Marktanteil von rund 9 Prozent (%) und erreichten ca. eine Milliarde Euro Umsatz jährlich (Bundesverband Wärmepumpe 2013) (siehe Abb. „Umsatz und Marktanteil von Wärmepumpen“).

Der Umsatz mit Wärmepumpen lag 2010 bei rund 0,9 Milliarden Euro. Nachdem er bis 2013 leicht gestiegen ist, sank er 2014 wieder etwas auf rund 1 Milliarde Euro.
Umsatz und Marktanteil von Wärmepumpen
Quelle: Bundesverband Wärmepumpe Diagramm als PDF
 

Ökostromtarife

Der Marktanteil von Ökostromtarifen liegt bei rund 17 Prozent (%). Nachdem sich der Marktanteil nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima zwischen 2010 und 2012 verdoppelt hatte, ist das dynamische Wachstum fast zum Erliegen gekommen (siehe Abb. „Umsatz und Marktanteil von Ökostrom“).

Der Umsatz von Ökostrom hat sich von 2,5 in 2010 auf 5,9 Milliarden Euro in 2014 mehr als verdoppelt.
Umsatz und Marktanteil von Ökostrom
Quelle: Bundesnetzagentur Diagramm als PDF
 

Entwicklung der konsumbezogenen Kohlendioxid-Emissionen

Die mehrheitlich positiven Trends einzelner Indikatoren im Bereich Wohnen spiegeln sich nur begrenzt in einer Verringerung der gesamten Umweltbelastungen des Wohnens (Heizung, Warmwasser und Strom) wider. Obwohl Gebäude und Geräte generell immer energieeffizienter werden, sanken die Kohlendioxid-Emissionen zwischen 2004 und 2014 nur um 5 Prozent (%). Während die Emissionen bis 2005 kontinuierlich gesunken sind, ist seitdem keine klare Tendenz mehr erkennbar (siehe Abb. „Kohlendioxid-Emissionen im Wohnbereich“).

Die Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf schwanken seit 2000 zwischen 2,96 und 2,62 Tonnen. Im selben Zeitraum steigt die Wohnfläche pro Kopf von 39,8 auf 45,1 Quadratmeter.
Kohlendioxid-Emissionen im Wohnbereich (Heizung, Warmwasser, Strom)
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF