Heizen mit Holz

Holzscheite glühen im Feuerzum Vergrößern anklicken
Heizen mit Holz: ganz ohne Emissionen geht es nicht.
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Ein Holzfeuer wärmt und ist gemütlich, doch beim Verbrennen von Holz können klima- und gesundheitsschädliche Stoffe entstehen. So können Sie Ihre Gesundheit und die Umwelt schützen.

Heizen mit Holz und saubere Luft – geht das überhaupt? 

Es kommt darauf an – wenn er richtig verwendet wird, ist Holz ein durchaus umweltgerechter Brennstoff. Allerdings können unter bestimmten Bedingungen – zum Beispiel wenn minderwertiges Holz verwendet wird oder die Holzöfen alt und schlecht gewartet sind – beim Verbrennen unnötig viele Emissionen entstehen. Darunter Treibhausgase, die das Klima schädigen. Aber auch Schadstoffe wie Feinstaub, die gefährlich für die Gesundheit werden können. Gerade in Ballungsräumen verschlechtern Holzheizungen die Luftqualität.

Ist Feinstaub aus Dieselmotoren nicht viel gefährlicher? 

Aufgrund experimenteller Schwierigkeiten gibt es nur wenige Studien zu einem direkten Vergleich gesundheitlicher Wirkungen von Feinstaub aus unterschiedlichen Quellen. Gemäß der WHO und anderer Autoren (Sigsgaard et al. 2015) gibt es keine Erkenntnisse dazu, dass Staub aus der häuslichen Verbrennung von Biomasse weniger schädlich sein könnte als Staub aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen. 

Kann man überhaupt emissionslos mit Holz heizen? 

Holz ist ein nachwachsender, aber begrenzter Rohstoff. Wird Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft verbrannt und damit Energie erzeugt, wird bei einer vollständigen Verbrennung nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, wie der Baum zuvor während seiner Wachstumsphase aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Da die Verbrennung von Holz, gerade bei der Verbrennung von Scheitholz in kleinen Feuerungsanlagen ohne automatische Regelung, nie vollständig abläuft, entstehen bei der Verbrennung von Holz neben CO2 auch klimaschädliches Methan, Lachgas und Ruß. Methangas trägt 21mal stärker zur Erderwärmung bei, als die gleiche Menge Kohlendioxid. 

Man sollte generell darauf achten, Holz aus der Region zu verwenden – denn je länger der Transportweg ist, desto mehr Treibstoff wird auch verbraucht, was wieder schädliche Umweltwirkungen mit sich bringt. 

Welche Stoffe können noch bei der Holzverbrennung freigesetzt werden? 

In der Praxis entstehen zum Beispiel schädliche Stickstoff- und Schwefeloxide, Kohlenmonoxid, Salzsäure und Feinstaub. Die winzig kleinen Feinstaubpartikel werden eingeatmet – das kann das Herz-Kreislauf-System belasten oder zu Bronchitis und Asthma führen. Feinstaub steht außerdem im Verdacht, Krebs auszulösen. Bei unvollständiger Verbrennung können zudem Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in Asche und Abluft entstehen. 

Von welchen Größenordnungen sprechen wir hier?

Beispiel Feinstaub: Ein neuer Kaminofen üblicher Größe emittiert, so er den Grenzwert ausschöpft und bei Volllast betrieben wird, in der Stunde etwa 500 mg Staub. Das entspricht ca. 100 km Autofahren, wenn Euro 6 ausgeschöpft wird. Diese Grenzwerte gelten allerdings jeweils auf dem Prüfstand – die Emissionen in der Praxis liegen sowohl beim Auto als auch beim Kaminofen höher und können mangels aussagekräftiger Daten im Realbetrieb nicht direkt verglichen werden. 

Wie kann ich dafür sorgen, dass mein Holzofen möglichst wenige Schadstoffe ausstößt?

Im Grunde ist es recht einfach, Kamin und Co. klima- und gesundheitsfreundlich zu befeuern. Zunächst sollte man darauf achten, dass die Feuerstätte effizient und emissionsarm ist. Ältere Modelle sind dies oft nicht und sollten zügig ausgetauscht werden. Bei der Wahl des Brennstoffes kommt es darauf an, dass er zum einen für das Gerät geeignet ist. So sollten zum Beispiel Kohleöfen nicht mit Holz oder Scheitholzöfen nicht mit zu großen Holzscheiten beheizt werden. Die Bedienungsanleitung gibt Auskunft, welche Brennstoffqualität erforderlich ist. Außerdem ist es wichtig, dass der Brennstoff richtig gelagert wurde und trocken ist, wenn er in den Ofen wandert. Die richtige Bedienung ist ebenfalls wichtig, um Anwenderfehler wie beispielsweise das Überfüllen des Ofens oder ein zu spätes Nachlegen des Brennstoffs zu vermeiden. Und nicht zuletzt sollte der Ofen regelmäßig durch Fachleute gewartet und überwacht werden. So kann die Luftbelastung soweit wie möglich reduziert werden. 

Tipps für die Wahl des geeigneten Ofens und Brennmaterials, Anleitungen, wie Sie richtig heizen und Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen finden Sie in unserer detaillierten Broschüre „Heizen mit Holz“

 

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