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Nationale Klimaschutzbeiträge (NDC)

Windktaftenlagen und Schafe auf einer Weide
Wie ambitioniert werden die neuen Klimaschutzbeiträge – NDCs – sein?
Quelle: grafxart / Adobe Stock

Alle fünf Jahre sind die Vertragsstaaten des Übereinkommens von Paris dazu aufgerufen, neue nationale Klimaschutzbeiträge (NDC) vorzulegen. 2023 verständigte man sich darauf, dass die neuen NDCs im Einklang mit 1,5 Grad stehen sollen. Mit den 2025 eingereichten NDCs steuert die Welt allerdings auf eine Erwärmung von 2,3 bis 2,5 Grad bis Ende des Jahrhunderts zu.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund der nationalen Klimaschutzbeiträge

Das 2015 verabschiedete Übereinkommen von Paris (ÜvP) gibt einen Fünf-Jahres-Zyklus vor, um Klimaschutzambitionen Schritt für Schritt zu erhöhen. Teil dieses Ambitionsmechanismus ist die sogenannte Globale Bestandsaufnahme (Global Stocktake – GST). Mit ihr werden zum einen rückblickend Fortschritte und Lücken und zum anderen vorausschauend Lösungen und Umsetzungsmöglichkeiten für wirksamen Klimaschutz identifiziert. Diese Erkenntnisse sollen dann wiederum Impulse für ambitionierte nationale Klimaziele und die internationale Zusammenarbeit liefern.

Die Klimaschutzziele werden in sogenannten nationalen Beiträgen der Vertragsstaaten vorgelegt (Nationally Determined Contributions – NDC). Für das Jahr 2025 waren die Vertragsstaaten des ÜvP aufgefordert, ein NDC mit einem Klimaziel für das Jahr 2035 vorzulegen. Eine Anleitung für die Informationen, die in den NDCs enthalten sein sollen, beinhaltet das sogenannte Kattowitzer Regelbuch (Entscheidungen der Weltklimakonferenz COP24). Besonders wichtig: Die NDCs sollten beschreiben, inwieweit die Ergebnisse der Globalen Bestandsaufnahme (Global Stocktake – GST) berücksichtigt wurden. Die Vertragsstaaten haben sich mit dem Abschluss des ersten GST im Jahr 2023 die Aufgabe gegeben, ihre neuen NDCs an einer Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau auszurichten.

Konkrete Forderungen zur Treibhausgasminderung im ersten GST sind die Verdreifachung des Ausbaus erneuerbarer Energien bis 2030, die Verdopplung der jährlichen Energieeffizienzrate bis 2030, sowie die Abkehr von fossilen Brennstoffen. Des Weiteren soll der natürliche Klimaschutz gestärkt und die globale Entwaldung bis 2030 beendet und umgekehrt werden. Auch die Kreislaufwirtschaft soll gemäß des ersten GSTs einen verstärkten Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Inwieweit diese Forderungen Eingang in die NDCs hatte wurde in einer UBA-Studie untersucht.

Stand der aktuellen Klimaschutzbeiträge bis 2035

Die Umsetzung der bis zur Klimakonferenz 2025 eingereichten Klimaschutzbeiträge (NDCs) würden bis 2030 einen Rückgang der Treibhausgasemissionen von 12 Prozent gegenüber 2019 bedeuten (UNFCCC Sekretariat NDC Synthesebericht Update 2025). Vergleicht man diese Zahlen mit den Aussagen des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC), wird deutlich, wie weit man mit diesen Plänen von den Zielen des Übereinkommens von Paris entfernt ist: Eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad gegenüber vorindustrieller Zeit kann nur erreicht werden, wenn die Emissionen bis 2035 um 60 Prozent gegenüber 2019 zurückgehen. 

So steuert die Welt laut UNEP Emissions Gap Report 2025 auf einen Temperaturanstieg von 2,3 bis 2,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau zu, es sei denn, die Länder verstärken ihre Maßnahmen und leisten mehr als sie bisher in ihren NDCs für 2030 unter dem Übereinkommen von Paris versprochen haben. Zwischen den bislang in einzelnen Ländern politisch umgesetzten und geplanten Klimaschutzmaßnahmen und den aktuell eingereichten Klimazielen der Länder bis 2035 zeigt sich zudem eine Lücke (die sogenannte Umsetzungslücke):  Aktuelle Politikszenarien, die auch im UNEP Emissions Gap Report 2025 berechnet wurden, lassen eine Erwärmung von 2,8°C bis Ende des Jahrhunderts erwarten. Hierbei handelt es sich um Emissionsszenarien, die auf der Annahme beruhen, dass keine weiteren Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden, die nicht bereits angestoßen, gesetzlich vorgeschrieben oder geplant wurden.

Anforderungen an Klimaziele

Die Ziele in den NDCs sollten transparent, das heißt ohne Schlupflöcher, wirtschaftsweit, alle Sektoren und Treibhausgase umfassend und mit einem absoluten, quantifizierbaren Zielwert zum Ausstoß von Treibhausgasen formuliert werden. Sie sollten klar beschreiben, mit welchen Maßnahmen und Politiken Klimaschutzbeiträge umgesetzt werden, die einerseits einen fairen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten und andererseits die Ziele der globalen Bestandsaufnahme widerspiegeln.

Zusätzlich zu den NDCs ruft das Übereinkommen von Paris alle Vertragsstaaten dazu auf, langfristige Niedrigemissionsstrategien (long-term low greenhouse

gas emission development strategies – LT-LEDS) auszuarbeiten. Nachdem viele Länder diese Langfriststrategien in den letzten Jahren eingereicht haben, wird nun erwartet, dass die neuen NDCs einen Meilenstein zur Erreichung dieser Langfriststrategien darstellen.

Arbeiten des UBAs zu NDCs auf internationaler Ebene

Das Umweltbundesamt (UBA) trägt auf Fachebene zum Austausch der NDC-Expert*innen der EU-Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission innerhalb der internationalen Klimaverhandlungen bei.

Im Rahmen eines UBA-Projektes wurde analysiert, inwieweit die Signale und Impulse aus den Ergebnissen der ersten Globalen Bestandsaufnahme 2023 in 75 neuen, 2025 eingereichten nationalen Klimaschutzbeiträgen aufgegriffen wurden. Auf Basis dieser Analyse der Wirkung der Ergebnisse des ersten GST werden Rückschlüsse für zukünftige GST/NDC-Zyklen gezogen. Die Projektergebnisse sind auf der Projektwebseite verfügbar und in einer Infografik zusammengefasst. 

Im NDC-Zyklus von 2020/2021, in dem NDCs mit dem Zieljahr 2030 vorgelegt wurden, entwickelte das Umweltbundesamt eine Methode zur systematischen Analyse der NDC-Ausgestaltung. Diese ermöglichte auch einen Vergleich zu vorherigen NDCs. Anhand der Methode wurden im Projekt NDCs aus 20 verschiedenen Ländern untersucht. Ziel war es zum einen, die Ambitionen, Anstrengungen und Ausrichtung der Klimaschutzpläne von Ländern differenziert einzuordnen und somit eine Lücke bereits bestehender NDC-Analyseinstrumente zu schließen. Zum anderen kann die Analysemethode bei der Ausarbeitung neuer NDCs genutzt werden, um sicherzustellen, dass alle wichtigen Elemente im NDC enthalten sind. Die Projektergebnisse sind auf der Projektwebseite verfügbar und in einer Infografik zusammengefasst.

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