Direkt zum Inhalt Direkt zum Hauptmenü Direkt zur Fußzeile

Standards für das kommunale Klimaschutz-Monitoring

Ein Foto mit Wiese und Einfamilienhäusern im Vordergrund. Auf manchen Dächern befinden sich Solaranlagen. Im Hintergrund befindet sich landwirtschaftliche Fläche, bewaldete Hügel und drei Windkraftanlagen.
Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien leisten Kommunen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Source: Kamisoka / iStock / Getty Images Plus

Kommunen benötigen praxistaugliche Instrumente, um die Wirkung lokaler Klimaschutzaktivitäten und die Entwicklungen von Treibhausgas- (THG) Emissionen zu prüfen. In dem Projekt wird gemeinsam mit verschiedenen Akteuren die Bilanzierungssystematik kommunal (BISKO) überarbeitet und es werden weitere bundeseinheitliche Standards für ein umfassendes kommunales Klimaschutz-Monitoring entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Warum kommunales Klimaschutz-Monitoring wichtig ist

Kommunen spielen als Umsetzungsebene eine zentrale Rolle, um die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen – ihre Klimaschutzpotenziale sind erheblich. Damit Fortschritte belastbar erfasst und Maßnahmen wirksam gesteuert werden können, brauchen sie wissenschaftlich-fundierte und praxistaugliche Instrumente für das Klimaschutz-Monitoring.

Ziel des Projekts und Meilensteine

Das Projekt „Standards für das kommunale Klimaschutz-Monitoring“ entwickelt bundeseinheitliche Qualitäts- und Verfahrensstandards für ein umfassendes Monitoring kommunaler Klimaschutzaktivitäten. Die Standards sollen Messbarkeit, Vergleichbarkeit, Transparenz und Konsistenz sicherstellen, mit den Zielen der nationalen Klimaschutzstrategie kompatibel sein und zugleich wissenschaftlich fundiert sowie praxistauglich für unterschiedliche Kommunentypen bleiben.

Weiterentwicklung von BISKO

Aufbauend auf dem etablierten Bilanzierungsstandard BISKO werden methodische Grundannahmen geprüft und bei Bedarf angepasst. Dazu gehören eine stärkere Berücksichtigung nicht-energetischer THG-Emissionen sowie des LULUCF-Sektors (Land Use, Land-Use Change, and Forestry bzw. Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft). Darüber hinaus werden präzisere Vorgaben zu Datengrundlagen, Berechnungslogiken und Datengüte formuliert.
Neben dem überarbeiteten Standard entstehen für Kommunen und Dienstleister zielgruppenspezifische Leitfäden, Checklisten und FAQs.

Alternativtext: Die Grafik zeigt den groben Zeitplan der BISKO-Weiterentwicklung. Zentrale Meilensteine sind eine Online-Beteiligung, vier Workshops, die Bilanzierung von Testkommunen mit dem überarbeiteten Standard und abschließend die Veröffentlichung Anfang 2028. Meilensteine in der Überarbeitung von BISKO
Quelle: @ UBA

Entwicklung weiterer Standards

Ein umfassendes kommunales Klimaschutz-Monitoring geht weit über die THG-Bilanzierung hinaus. Um den Kommunen auch in diesen Bereichen methodische Sicherheit zu bieten, erarbeitet das Projektkonsortium folgende weitere Standards: 

  • Standardisiertes Maßnahmenset: 
    Die „Steckbriefe kommunaler Klimaschutzpotenziale“ werden erweitert und zu einem standardisierten Maßnahmenset weiterentwickelt. Dafür werden sie in ein Excel-Tool überführt, das von Kommunen zum Monitoring genutzt werden kann. 
  • Standard für die kommunale Potenzialausschöpfung: 
    Das Projekt entwickelt eine Methodik, die es ermöglicht, die Potenzialausschöpfung im Bereich erneuerbare Energien, natürliche Senken, Energieeinsparung und THG-Minderung in die kommunale Zielstellung und das kommunale Monitoring zu überführen. Dies erleichtert es den Kommunen, ihren adäquaten Beitrag zum Klimaschutz zu erheben.
  • Standard für die Erstellung kommunaler (Ziel-) Szenarien: 
    Klimaschutzszenarien sind ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Klimaschutzplanung. Der zu entwickelnde Standard soll – ähnlich wie BISKO für die THG-Emissionen –einheitliche kommunale Klimaschutzszenarien auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität (THGN) ermöglichen.
  • Standard für das Aufstellen der kommunalen Einflussbilanz: 
    Im Bericht „Kommunales Einflusspotenzial zur Treibhausgasminderung“ haben wir die sogenannte Einflussbilanz entwickelt, die den Anteil der THG-Emissionen ausweist, auf den die Kommunen mit ihren Handlungsmöglichkeiten und Zuständigkeiten tatsächlich einwirken können. Der Ansatz wird nun verfeinert, ergänzt und für die kommunale Praxis nutzbar gemacht.
  • Bilanzierungsstandard für die THG-Emissionen von Kommunalverwaltungen: 
    Ähnlich wie BISKO für die Gesamtkommune soll dieser Standard es ermöglichen, die THG-Emissionen von Kommunalverwaltungen einheitlich zu bilanzieren und das Ziel der treibhausgasneutralen Kommunalverwaltung objektiv zu überprüfen.
  • Klimaschutz-Indikatoren-Set: 
    Als letzter Standard wird ein Indikatoren-Set aufgestellt, welches über alle Handlungsfelder reicht und vor allem Datenquellen und Verrechnungsmethoden vorgibt. So stehen hinter den gleichen Indikatoren auch immer die gleichen Daten und sind über Kommunen hinweg vergleichbar.
     

Zusammenfassen zu einem Klimaschutz-Monitoring-System

Anschließend werden die einzelnen Monitoring-Standards zu einem integrierten, modularen Klimaschutz-Monitoring-System zusammengeführt, das unterschiedliche kommunale Ausgangslagen berücksichtigt und praxisnahe Anwendungshilfen bietet. Wichtig: Hierbei werden auch Monitoring-Elemente berücksichtigt, die nicht in diesem Projekt mit einem Standard hinterlegt wurden – beispielsweise das Maßnahmen-Monitoring.

Die Grafik bildet den groben Zeitplan der Veröffentlichungen ab. Das standardisierte Maßnahmenset soll Anfang 2027 veröffentlicht werden, der Standard für die kommunale Potenzialausschöpfung sowie der Standard für Zielszenarien Mitte 2027. Der Bilanzierungsstandard für Kommunalverwaltungen soll im Herbst 2027 fertig sein, der Standard für die Einflussbilanz Ende 2027, der BISKO-Standard Anfang 2028, das Klimaschutz-Indikatoren-Set Mitte 2028 und das Klimaschutz-Monitoring-System Anfang 2029. Veröffentlichungen der Monitoring-Standards
Quelle: @ UBA

Projektkonsortium und fachliche Begleitung

Das Vorhaben wird im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) durchgeführt und durch das Umweltbundesamt (UBA) fachlich begleitet. Das Projektkonsortium aus ifeu, Öko-Institut und Klima-Bündnis möchte im Projekt eine wissenschaftliche Perspektive mit kommunaler Praxiserfahrung verknüpfen. Dazu werden Kommunen, Ländervertretungen, Fachakteure und Tool‑Anbietende über Befragungen, Workshops und Testanwendungen ins Projekt eingebunden.

Associated content

Links

Publikationen

Verwandte Inhalte

Schlagworte

Kurzlink: https://www.uba.de/n309045de