Bestimmungsfaktoren der Abfallvermeidung
Das im Auftrag des BMUKN durchgeführte Projekt „Identifizierung soziologischer Bestimmungsfaktoren der Abfallvermeidung (SoBAV)“ untersuchte unter Federführung des Institutes für Sozialinnovationen mithilfe einer repräsentativen Onlinebefragung, qualitativen Interviews und Gruppeninterviews die alltäglichen Praktiken des Gebrauchs und Konsums von Alltagsgegenständen mit Blick auf ihre Potenziale zur Abfallvermeidung.
Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher die durch Abfall verursachten Umweltprobleme wahrnehmen und auch einen Zusammenhang zu den eigenen Konsumgewohnheiten sehen; gleichzeitig wird aber auch die Verantwortung von Politik und Unternehmen hinterfragt.
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind zwar für das Thema Abfall sensibilisiert, es fällt ihnen laut der Studie aber schwer, im Alltag neue Praktiken der Abfallvermeidung umzusetzen. Ein wichtiger Faktor sind deshalb neben den individuellen Faktoren auch die Rahmenbedingungen, etwa der Zugang zu Infrastrukturen, die Abfallvermeidung im Alltag ermöglichen.
Mithilfe einer Milieuanalyse wurden die unterschiedlichen Potenziale und Herausforderungen für verschiedene soziale Gruppen (soziale Milieus) herausgearbeitet. Potenziale für die Abfallvermeidung lassen sich in vielen Handlungsfeldern identifizieren. Sie können vor allem dann ausgeschöpft werden, wenn sie in den komplexen Alltag der Konsumentinnen und Konsumenten integrierbar sind. Einblicke in die Untersuchungsergebnisse zu verschiedenen Handlungsfeldern der Abfallvermeidung sowie zur Abfalltrennung bieten die Fact Sheets, die unter „Dokumente“ zu finden sind.
Abfallvermeidung und zielgruppenspezifische Kommunikation
Sensibilisierung und Kommunikation sind wichtige Stellschrauben zur Förderung eines umweltbewussten Umgangs mit Ressourcen. Um die bestehenden Potenziale zu erschließen, bedarf es auch unterschiedlicher kommunikativer Zugänge zu einzelnen Zielgruppen.
Daher wurden im Projekt auch die kommunikative Anschlussfähigkeit der Themen Abfall und Abfallvermeidung sowie Ansätze einer zielgruppenspezifischen Kommunikation unter Berücksichtigung sozialer Milieus beleuchtet. In den qualitativen Interviews mit Verbraucherinnen und Verbrauchern und den geführten Gruppendiskussionen zeigte sich, dass sich nur wenige von ihnen gezielt zu Abfall und Abfallvermeidung informieren, diese Themen aber bei der Mediennutzung wahrgenommen werden.
Aus den Erkenntnissen des Projektes wurde für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eine Handreichung für eine zielgruppenspezifische Kommunikation in der Kreislaufwirtschaft, insbesondere zur Abfallvermeidung, erarbeitet. Diese können Sie hier nachlesen: Von der Idee zum Konzept. Wie kann eine zielgruppenspezifische Kommunikation in der Abfallwirtschaft gelingen?