Ein Schwerpunkt des GerES VI-Untersuchungsprogramms ist das Human-Biomonitoring (HBM), d. h. die Untersuchung von Blut- und Urinproben der teilnehmenden Menschen auf zahlreiche Umweltschadstoffe. Außerdem werden Schadstoffe im Wohnumfeld erfasst, Trinkwasserproben aus dem häuslichen Wasserhahn untersucht, Hausstaubproben genommen und die heimische Innenraumluft getestet.
Die durchschnittliche Dauer des Hausbesuches beträgt etwa zweieinhalb Stunden. Das Basisprogramm des Hausbesuchs umfasst bei allen Teilnehmenden:
- Ein persönliches Interview (Fragen zu Aspekten des Wohnumfeldes, der Ausstattung der Wohnung, Produktanwendungen und Ernährungsgewohnheiten sowie umweltrelevanten Verhaltensweisen),
- eine Morgenurinprobe zur Untersuchung der körperlichen Belastung u. a. mit Schwermetallen, Weichmachern und Pestizidrückständen,
- Trinkwasserproben zur Bestimmung von Metallen sowie per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS),
- Selbstausfüllfragebögen zu soziodemographischen Merkmalen, Belastungsquellen in der Wohnung und im Haushalt sowie zu umweltbedingten Krankheiten
- eine abschließende Zufriedenheitsbefragung zur Studiendurchführung und einen Selbstausfüllfragebogen zum Thema Klimawandel.
Die Interviews und Fragebögen dienen der Bestimmung der Einflüsse von persönlichen Lebensumständen auf eine eventuell gegebene Belastung mit bestimmten Schadstoffen.
Ergänzend wird bei einigen Teilnehmenden eine der folgenden Untersuchungen bzw. Messungen durchgeführt:
- Hausstaub: Der gefüllte Staubsaugerbeutel wird u. a. auf Flammschutzmittel untersucht.
- Trinkwasser: In weiteren Trinkwasserproben werden organische Verbindungen bestimmt.
- Chemische Innenraumluftverunreinigungen: Mit kleinen Passivsammlern werden flüchtige Schadstoffe gemessen, außerdem die Luftfeuchte und Temperatur im Raum aufgezeichnet.
- Feinstaub: Im Wohnzimmer und dem davor liegenden äußeren Bereich wird der Feinstaub bis zu einer Partikel-Größe von 2,5µm gesammelt.
- Schimmel: Im Hausstaub, in der Außenluft sowie im Schlafzimmer werden Schimmelsporen gemessen, im Schlafraum auch Temperatur und Luftfeuchte. In einigen Orten kommt für genauere Untersuchungen auch ein Schimmelspürhund zum Einsatz.
Zusätzlich wird ein weiterer Hausbesuch durch ärztliches Fachpersonal erfolgen. Dieser umfasst:
- Die Abnahme einer Blutprobe zur Untersuchung der körperlichen Belastung u.a. mit persistenten Stoffen, die sich im Körper anreichern, wie Metalle und Pestizide
- Eine kurze Befragung im Zusammenhang mit der Blutprobenahme