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Branchenabhängiger Energieverbrauch des verarbeitenden Gewerbes

Alle Wirtschaftsbereiche verbrauchen fast drei Viertel der in Deutschland benötigten Primärenergie. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes am Primärenergieverbrauch aller Produktionsbereiche lag 2023 bei rund 47 Prozent. Der Energiebedarf dieses Gewerbes blieb im Zeitraum 2010 bis 2021 etwa konstant und sank danach, wie auch der spezifische Energieverbrauch pro Tonne Stahl, Glas oder Chemikalien.

Inhaltsverzeichnis

Der Energiebedarf Deutschlands

Der gesamte Primärenergiebedarf Deutschlands betrug im Jahr 2023 nach dem Inländerkonzept rund 10.701 Petajoule (PJ). Dabei wird der Verbrauch inländischer Wirtschaftseinheiten in der übrigen Welt in die Berechnung des Gesamtverbrauchs einbezogen, während der Verbrauch gebietsfremder Einheiten im Inland unberücksichtigt bleibt. Die privaten Haushalte in Deutschland verbrauchten rund 30 % der Primärenergie. Die Wirtschaft mit ihren vielen Produktionsbereichen benötigte die übrigen 70 %. Zu diesen Bereichen zählen das Herstellen von Waren, das Versorgen mit Energie und der Warentransport. All diese Produktionsbereiche verbrauchten im Jahr 2023 zusammen mehr als 8.170 PJ Primärenergie (siehe Abb. „Primärenergieverbrauch 2023 (Inländerkonzept)“). 

Zur Begriffsklärung: Mit der Präposition „primär“ betonen Fachleute, dass der “Primär“-Energiebedarf sowohl den realen Energiebedarf bei Energieverbrauchern erfasst als auch die Energieverluste, die bei der Bereitstellung und beim Transport von Energie entstehen. Und diese Verluste sind hoch: Mehr als ein Drittel aller Primärenergie geht bei der Bereitstellung und beim Transport von Energie verloren (Statistisches Bundesamt 2006).

Das Kreisdiagramm zeigt die Anteile der Wirtschaftsbereiche am Primärenergieverbrauch Deutschlands. Das Herstellen von Waren, Energieversorgung und Warentransport benötigten im Jahr 2023 67 Prozent, während auf die privaten Haushalte 33 Prozent entfielen. Primärenergieverbrauch 2023 (Inländerkonzept)
Quelle: Statistisches Bundesamt

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Der Energiebedarf des verarbeitenden Gewerbes

Die Firmen, die Waren herstellen, werden als „verarbeitendes Gewerbe“ bezeichnet. Sie hatten von allen Produktionsbereichen im Jahr 2023 mit circa 3.407 PJ den größten Primärenergiebedarf. Das ist ein Anteil von rund 47 % am Energieverbrauch aller Produktionsbereiche. Der nächstgrößte Energieverbraucher war die Energieversorgung mit 1.200 PJ (oder 16,7 % Anteil am Primärenergieverbrauch), gefolgt vom Verkehr mit 932 PJ (oder 12,9 % Anteil am Primärenergieverbrauch) (siehe Abb. „Anteil wirtschaftlicher Aktivitäten am Primärenergieverbrauch aller Produktionsbereiche 2023“).

Diagramm: Das verarbeitende Gewerbe brauchte im Jahr 2023 3.407 Petajoule Primärenergie. Das waren 47,3 Prozent des Energieverbrauchs aller Produktionsbereiche. Die Energieversorgung folgte mit 16,7 Prozent des Energieverbrauchs aller Produktionsbereiche. Anteil wirtschaftlicher Aktivitäten am Primärenergieverbrauch aller Produktionsbereiche 2023
Quelle: Statistisches Bundesamt

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Primärenergienutzung des verarbeitenden Gewerbes

Die Primärenergienutzung innerhalb des verarbeitenden Gewerbes verteilt sich auf verschiedene Produktionssektoren (siehe Abb. „Anteile der Sektoren am Primärenergieverbrauch des verarbeitenden Gewerbes 2023“). Ein wichtiger Sektor ist dabei die Chemieindustrie. Sie benötigte im Jahr 2023 mit rund 1.159 PJ von allen Sektoren am meisten Primärenergie zur Herstellung ihrer Erzeugnisse. Das ist ein Anteil von 34 % am Energieverbrauch im verarbeitenden Gewerbe. Weitere wichtige Energienutzer sind die Metallindustrie mit einem Anteil von 18,4 % sowie die Hersteller von Glas, Glaswaren, Keramik, verarbeiteten Steinen und Erden mit 6,9 % am Energieverbrauch im verarbeitenden Gewerbe.

Die Energie wird Unternehmen dabei als elektrischer Strom, als Wärme (etwa als Dampf oder Thermoöl) sowie direkt in Form von Brennstoffen (wie Erdgas, Kohle oder Biomasse) zur Verfügung gestellt.

Diagramm: Das „Herstellen chemischer Erzeugnisse“ hatte im Jahr 2023 mit 34 Prozent den höchsten Anteil am Primärenergiebedarf aller Produktionssektoren. Ein weiterer wichtiger Energieverbraucher war die Metallindustrie mit 18,4 Prozent. Anteile der Sektoren am Primärenergieverbrauch des verarbeitenden Gewerbes 2023
Quelle: Statistisches Bundesamt

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Gleichbleibender Primärenergieverbrauch

Seit dem Jahr 2010 blieb der Primärenergieverbrauch in fast allen Produktionssektoren relativ konstant (siehe Abb. „Primärenergieverbrauch ausgewählter Sektoren des verarbeitenden Gewerbes“).

Diagramm: In fast allen Produktionssektoren blieb der Primärenergieverbrauch seit 2010 mehr oder weniger konstant. Primärenergieverbrauch ausgewählter Sektoren des verarbeitenden Gewerbes
Quelle: Statistisches Bundesamt

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Gesunkene und gestiegene Primärenergieintensität

Die Primärenergieintensität beschreibt, wie viel Primärenergie bezogen auf die erzielte Bruttowertschöpfung eines Produktionsbereichs oder Wirtschaftszweigs verbraucht wird. Die Entwicklung dieser Energieintensität über mehrere Jahre kann einen Hinweis darauf geben, ob in einem Wirtschaftszweig energieeffizient gearbeitet wird.

Die Primärenergieintensität einzelner Wirtschaftszweige entwickelte sich im Zeitraum 2010 bis 2023 unterschiedlich (siehe Abb. „Primärenergieintensität ausgewählter Sektoren des verarbeitenden Gewerbes“):

  • Die Primärenergieintensität der Gummi- und Kunststoffwarenindustrie sank um 48 %.
  • Die Primärenergieintensität der Industrie, die Glas, Keramik, Steine und Erden verarbeitet, sank bis 2021 um 61 %; die der Nahrungs- und Futtermittelindustrie sank um etwa 39 %.
Diagramm: Die Primärenergieintensität der chemischen Industrie sank zwischen 2010 und 2024 um 39 Prozent. In der Glas, Keramik, Steine und Erden verarbeitenden Industrie sank er bis 2024 um 41 Prozent. Primärenergieintensität ausgewählter Sektoren des verarbeitenden Gewerbes
Quelle: Statistisches Bundesamt

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Begrenzte Aussagekraft der Primärenergieintensität

Schwankende Preise für Rohstoffe und Produkte sowie andere äußere Wirtschaftsfaktoren oder ggf. auch die Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie beeinflussen zwar die Bruttowertschöpfung, nicht aber die Energieeffizienz eines Prozesses. Die Primärenergieintensität eignet sich daher nur eingeschränkt, um die Entwicklung der Energieeffizienz in den jeweiligen Herstellungsprozessen zu beschreiben. Dies ist unter anderem deutlich bei den Kokerei- und Mineralölerzeugnissen zu sehen.

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