Lachgas – Distickstoffoxid
Lachgas (N2O) ist ein Treibhausgas, das 265-mal so klimaschädlich ist wie Kohlendioxid (CO2). Hauptquellen der anthropogenen Lachgasemissionen sind stickstoffhaltige Düngemittel in der Landwirtschaft und die Tierhaltung. Daneben wird Lachgas aus der chemischen Industrie sowie aus Verbrennungsprozessen freigesetzt. In Deutschland sind die Lachgas-Emissionen seit den 1990er-Jahren rückläufig. Gründe für den Rückgang sind Effizienzsteigerungen im Pflanzenbau, insbesondere eine verbesserte Stickstoffeffizienz im Pflanzenbau, bei der durch eine bedarfsgerechtere Düngung und eine bessere Ausnutzung des zugeführten Stickstoffs geringere Stickstoffüberschüsse entstehen. Weitere Gründe sind Verbesserungen bei der Futterverwertung, ein verbessertes Düngemanagement, der Rückgang der Tierzahlen sowie der geringere Einsatz mineralischer Düngemittel – auch infolge von Dürrejahren und angestiegenen Mineraldüngerpreisen.
Dennoch steigt die globale Lachgaskonzentration in der Atmosphäre weiter an, gegenüber 1990 ist sie 2024 um 34% gestiegen. Die Landwirtschaft trägt erheblich zu den Lachgas-Emissionen bei. Dabei ist zwischen direkten und indirekten Lachgas-Emissionen zu unterscheiden. Direkte Lachgas-Emissionen werden unmittelbar von landwirtschaftlich genutzten Böden (Acker- und Grünland) oder im Wirtschaftsdüngermanagement in die Atmosphäre freigesetzt. Lachgas entsteht aber vor allem nach der Ausbringung organischer und mineralischer Düngemittel, beim Abbau stickstoffhaltiger Ernterückstände, durch die biologische Stickstofffixierung von Leguminosen oder im Stall und Wirtschaftsdüngerlager. Mikroorganismen setzen den Stickstoff im Boden um und bilden dabei Lachgas.
Indirekte Lachgas-Emissionen entstehen aus anderen reaktiven Stickstoffverbindungen wie Nitrat und Ammoniak in der Umwelt. Dies geschieht unter anderem durch die Auswaschung und den Abfluss von Nitrat in Grund- und Oberflächengewässer sowie durch Ammoniakemissionen aus der Tierhaltung oder Ammoniakverflüchtigung bei der Lagerung und Ausbringung von Düngemitteln. Aus diesen Stickstoffverbindungen kann durch Nitrifikations- und Denitrifikationsvorgängen Lachgas entstehen. Indirekte Lachgasemissionen sind außerdem auf atmosphärische Stickstoffeinträge zurückzuführen, beispielsweise durch die Deposition von reaktivem Stickstoff aus der Luft in Böden oder Gewässer.
In der Pflanzenproduktion entsteht Lachgas vor allem aus Stickstoffdüngern. Neben der Art und Menge des eingebrachten Stickstoffdüngers bestimmen Faktoren wie Klima, Temperatur, Eigenschaften des Bodens und die Düngetechniken die Höhe der verursachten Treibhausgasemissionen. Auf umgewidmeten Mooren und Grünland ist durch den hohen Humusgehalt nach Düngung ein besonders hoher Ausstoß an Treibhausgasen zu verzeichnen (neben Lachgas ist dies hier auch CO2). Die Lachgas-Emissionen können durch eine effizientere Stickstoffnutzung verringert werden. Durch die Anpassung des Düngebedarfs von Pflanzen, die Einbeziehung der Humusbilanz und die Analyse der Nährstoffgehalte der organischen Dünger können Stickstoffüberschüsse reduziert werden.