Indikator: Emission von Treibhausgasen

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland von 1990 mit 1.251 Mio. t CO2-Äquivalenten bis 2018 mit geschätzt 866 Mio. t CO2- Äquivalenten. Die Balken sind nach Kategorien unterteilt. Alle Zielwerte bis 2050 sind abgebildet.zum Vergrößern anklicken
Emission der von der UN-Klimarahmenkonvention abgedeckten Treibhausgase
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die deutschen Treibhausgas-Emissionen sind zwischen 1990 und 2018 um rund 31 % gesunken.
  • Deutschlands Treibhausgas-Emissionen sollen bis 2020 um mindestens 40 % und bis 2030 um mindestens 55 % gegenüber den Emissionen von 1990 sinken. Bis 2050 soll weitgehende Treibhausgasneutralität erreicht werden.
  • Ohne massive und rasche zusätzliche Anstrengungen werden die gesetzten Ziele nicht erreicht.
  • Mit dem „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ und dem „Klimaschutzplan 2050“ will die Bundesregierung die Klimaschutzziele erreichen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Treibhausgase werden weit überwiegend durch die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle oder Erdöl freigesetzt. Sie entstehen aber auch bei industriellen Prozessen oder durch Tierhaltung in der Landwirtschaft. Wenn der Gehalt von Treibhausgasen in der Atmosphäre ansteigt, führt dies zur Erwärmung der Erdatmosphäre und somit zum Klimawandel. Die globale Erwärmung hat vielfältige negative Auswirkungen, wie zum Beispiel den Anstieg des Meeresspiegels und die Zunahme der Risiken von Überschwemmungen, Dürreperioden oder anderen extremen Wetterereignissen.

Die internationale Staatengemeinschaft hat sich deshalb im Jahr 2015 auf dem Klimagipfel in Paris darauf geeinigt, dass der globale Anstieg der Temperatur die Schwelle von 1,5 Grad nach Möglichkeit nicht überschreiten soll. Maximal soll der Anstieg 2 Grad betragen. Dies kann nur gelingen, wenn der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen schnell und drastisch reduziert wird.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Ausstoß (Emission) von Treibhausgasen geht in Deutschland seit 1990 zurück: von 1.251 Millionen Tonnen (Mio. t) Kohlendioxid-Äquivalenten im Jahr 1990 auf geschätzt 866 Mio. t im Jahr 2018 – einem der niedrigsten Werte seit 1990. Dies entspricht einem Rückgang von rund 31 %. Sieht man vom niedrigen Wert im Krisenjahr 2009 ab, folgt der Indikator einem langfristigen Abwärtstrend. In den letzten Jahren stagnierte der Trend jedoch und stieg zuletzt wieder leicht an. In diesem Zeitraum sind Schwankungen eher durch das Wetter und die wirtschaftliche Konjunktur geprägt.

Ende 2015 wurde mit dem Übereinkommen von Paris ein Nachfolge-Abkommen für das Kyoto-Protokoll vereinbart. Die bisherige Entwicklung macht deutlich, dass intensive Anstrengungen beim Klimaschutz notwendig sind, um die Ziele zu erreichen. Die Bundesregierung hat dazu mit dem „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ (BMUB 2014) sowie dem „Klimaschutzplan 2050“ (BMUB 2016) Maßnahmen eingeleitet.

Nach dem aktuellen Projektionsbericht zur zukünftigen Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen wird das 40-%-Ziel im Jahr 2020 mit den bisherigen Maßnahmen deutlich verfehlt (BMUB 2017). Die Regierungsparteien bekräftigten demgegenüber im Koalitionsvertrag vom März 2018 ihre Absicht, das Ziel so bald wie möglich erreichen zu wollen.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator basiert auf den Daten des Nationalen Treibhausgasinventars der Jahre 1990 bis 2017. Die Methodik zur Berechnung wird im jeweils aktuellen Inventarbericht beschrieben (UBA 2019). Dabei werden die Emissionen aller im Kyoto-Protokoll geregelten Treibhausgase (zum Beispiel Kohlendioxid, Methan) normiert zusammengefasst. Die Angaben für 2018 beruhen auf einer Schätzung des Umweltbundesamtes (UBA 2019). Da die verschiedenen Gase das Klima unterschiedlich beeinflussen, wird ihre Wirkung auf die Wirkung von Kohlendioxid normiert („Kohlendioxid-Äquivalente“).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie in im Daten-Artikel "Treibhausgas-Emissionen in Deutschland".