Nachhaltige Fassadengestaltung hilft beim Grundwasserschutz
Wie können Gebäude gebaut werden, ohne dabei unnötig Schadstoffe in die Umwelt zu bringen? Ein Merkblatt und zwei Planungshilfen des UBA zum nachhaltigen Bauen zeigen, wie Fassaden ohne biozidhaltige Schutzmittel gestaltet und Regenwasser umweltgerecht behandelt werden können. Sie bieten konkrete Hilfestellungen für die Planung, Ausschreibung und Umsetzung.
Workshop Architektenkammer Sachsen-Anhalt und Umweltbundesamt
Am 24. und 25. Juni 2025 diskutierten Fachleute bei der gemeinsam vom Umweltbundesamt und der Architektenkammer Sachsen-Anhalt durchgeführten Veranstaltung die Rolle moderner Fassaden im urbanen Wasserkreislauf. Im Mittelpunkt standen Materialschutzmitteleinträge aus Fassaden, Anforderungen an ein zukunftsfähiges urbanes Regenwassermanagement („Schwammstadt“) sowie Fragen der Planung und Ausschreibung.
Aufbauend auf den Vorträgen und Workshops stehen nun drei ergänzende Dokumente zur Verfügung, die zentrale Ergebnisse praxisgerecht bündeln:
Nachhaltiges Bauen und Grundwasserschutz
Das Merkblatt „Nachhaltiges Bauen: Schutz des Grundwassers vor Biozideinträgen“ bietet einen übergeordneten Einstieg. Es ordnet die Thematik in den Kontext von Klimaanpassung, blau-grüner Infrastruktur und wasserrechtlichen Anforderungen ein und verdeutlicht die Bedeutung des Grundwassers als zentrale Trinkwasserressource.
Die Planungshilfe 1 „Gestaltung einer nachhaltigen Fassade“ fokussiert auf quellenorientierte Maßnahmen. Sie beschreibt, wie durch biozidfreie Materialien, konstruktiven Witterungsschutz, angepasste Instandhaltung und Fassadenbegrünung Chemikalienemissionen vermieden werden können. Die zentrale Botschaft lautet: Was nicht eingetragen wird, muss später nicht aufwendig entfernt werden.
Die Planungshilfe 2 „Grundwasserschutz beginnt an der Fassade“ stellt nachgeschaltete Maßnahmen dar, wenn Emissionen nicht vollständig vermeidbar sind. Dazu zählen Retentionskonzepte, naturnahe Bodenfilter, Anforderungen an die Umgebungsgestaltung sowie technische Behandlungsanlagen mit Adsorbermaterial. Grundlage sind unter anderem Erkenntnisse aus dem vom Umweltbundesamt geförderten Forschungsprojekt zu Biozideinträgen aus Fassaden „Groundwater discharges of biocides from façades in urban regions“.
Gemeinsam erweitern Merkblatt und Planungshilfen den fachlichen Rahmen für eine integrierte Betrachtung von Fassadengestaltung und Regenwasserbewirtschaftung. Sie richten sich an Planende, Architekturschaffende, Entwässerungsfachleute, Kommunen und Genehmigungsbehörden – und unterstützen dabei, nachhaltige Baukonzepte systematisch umzusetzen.