Nationale und internationale Forschungen
In den vergangenen Jahren haben sich die Möglichkeiten zur Messung von Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre rasant weiterentwickelt. Heute kann die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre durch satellitengestützte spektrometrische Aufnahmen und durch stationäre Messnetzwerke untersucht werden. Zudem können signifikante Emissionsquellen von Treibhausgasen gezielt vor Ort vermessen werden.
Um die Berichterstattung zu nationalen Treibhausgasemissionen durch all- und athmosphärengestütze Messverfahren zu unterstützen, ist das Umweltbundesamt in nationalen und internationalen Forschungskonsortien aktiv.
Auf nationaler Ebene ist das Umweltbundesamt am Forschungskonsortium Integriertes Treibhausgas-Monitoringsystem für Deutschland (ITMS) beteiligt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Im Rahmen von ITMS nimmt das Umweltbundesamt die Rolle einer Datenschnittstelle ein. Hier werden Daten zu Treibhausgasemissionen aus einzelnen Forschungsprojekten sowie aus der nationalen Berichterstattung zusammengetragen, räumlich und zeitlich verteilt und Modellierern als a-priori-Datensätze zur Verfügung gestellt.
Im Rahmen des europäischen Forschungsprogramms „Horizont Europa“ untersucht das Forschungskonsortium AVENGERS die grundsätzliche Anwendbarkeit von Messmethoden für Emissionsberichte, die beispielsweise im Rahmen des Übereinkommens von Paris oder dem deutschen Klimaschutzgesetz erstellt werden müssen. Das Umweltbundesamt leitet dabei, gemeinsam mit der Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO), das Arbeitspaket zur Gegenüberstellung von neuen Messverfahren und bestehenden Berichterstattungssystemen.
Arbeiten aus den Projekten bauen auf den Vorarbeiten des EU-Forschungskonsortiums VERIFY auf und finden in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus, dem Integrierten Kohlenstoff Observationssystem (ICOS) und den „Horizont Europa“-Geschwisterprojekten PARIS und EYE-CLIMA statt.