MisKaRe – Natürlicher Schutz vor Starkregen durch klimaangepasste Landwirtschaft
MisKaRe (Miscanthus - Retentionspotenzial - Kaskadennutzung) entwickelt und etabliert „Natürliche Retentionsbarrieren“ auf landwirtschaftlichen Flächen, um die Risiken durch Starkregen und Oberflächenabfluss gezielt zu reduzieren, ohne die landwirtschaftliche Nutzung einzuschränken. Unter dem Leitsatz „Schützen und Nutzen“ wird die mehrjährige Dauerkultur Miscanthus gezielt auf abflusssensitiven Hanglagen angebaut. Im Gegensatz zu konventionellen, häufig kostenintensiven technischen Maßnahmen wie Rückhaltebecken (1 m^3 Wasserrückhalt mit technischem Hochwasserschutz ca. 15 €; 1 m^3 Wasserrückhalt mit Miscanthus ca. 3 €) nutzt MisKaRe natürliche Prozesse: Das jährlich anfallende Pflanzenmaterial bildet eine strukturierte Bodenauflage, die als dezentrale Retentionsschicht wirkt und den Oberflächenabfluss verlangsamt und verwaltet. Gleichzeitig fördern ausgeprägte Wurzel- und Bodenstrukturen die Regenwurmpopulation und dadurch die Infiltration, wodurch Niederschlagswasser im Boden gespeichert und pflanzenverfügbar gemacht wird. Dadurch leistet MisKaRe einen mehrfachen Beitrag zur Klimaanpassung: Es schützt Siedlungen und Infrastrukturen vor Starkregenfolgen, stabilisiert landwirtschaftliche Erträge unter zunehmenden Wetterextremen und stärkt die Wasserhaltefähigkeit von Böden. Ergänzend trägt das System zur Kohlenstoffbindung bei (30t CO2/ha im Jahr) und liefert nachwachsende Rohstoffe für eine nachhaltige, regionale Bioökonomie. Das Projekt vernetzt Landwirtschaft, Kommunen, Politik und Wissenschaft und schafft so eine integrierte, naturbasierte Lösung, die ökologischen Schutz, wirtschaftliche Nutzung und gesellschaftlichen Mehrwert miteinander verbindet.
Eckdaten zur Maßnahme
Maßnahmenträger
- Maßnahmenträger
- Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn https://www.uni-bonn.de/de/startseite
Dauer und Finanzierung
- Beginn der Umsetzung
- Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
- Projektmittel insg. 1,7 Mio € - 1ha Misc. 4500 € all in
- Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
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- EU
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MisKaRe wird über EU-Mittel aus dem EFRE-NRW Topf finanziert
Personalkosten, Material- und Sachmittel, Datenerhebung ...
Weiterführende Links
Beteiligung
- Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
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- Betriebe, öffentliche Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
- Breite Öffentlichkeit
- Forschung/Beratung/Bildung
- Grundstücksbesitzer
- Öffentliche Verwaltung/Politik
- Presse
- Umwelt- und Sozialverbände
Erfolge
- Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
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Ein zentraler Erfolg von MisKaRe ist die bereits begonnene institutionelle Verankerung auf kommunaler Ebene. Aktuell haben mehrere Kommunen eigene Förderprogramme zur Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe bei der Umsetzung des Ansatzes etabliert, darunter Bornheim, Rheinbach, Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie der Kreis Euskirchen.
Diese Programme schaffen konkrete Anreize für Landwirtinnen und Landwirte, Miscanthus gezielt auf abflusssensitiven Flächen zu etablieren, und leisten damit einen direkten Beitrag zur Umsetzung naturbasierter Maßnahmen der Klimaanpassung.
Die Förderung belegt sowohl die Praxistauglichkeit als auch die Akzeptanz des Ansatzes in Verwaltung und Landwirtschaft. Gleichzeitig zeigt sich, dass MisKaRe erfolgreich in bestehende kommunale Strategien zur Starkregenvorsorge integriert werden kann und somit als übertragbares Modell für weitere Regionen dient.
Somit wird der Landwirt oder die Landwirtin von der Kommune, der Politik und der Gesellschaft wertgeschätzt, als wertvolles Bindeglied zum Schutz Aller!
- Erläuterung
- Es erfolgen regelmäßige Beprobungen (1x im Monat) der Infiltrationsrate auf Flächen (Miscanthus, Dauergrünland und einjährige Ackerkultur im Vergleich) mit unterschiedlichen Alters.
- Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
- Das die aktuellen Förderprogramme von Miscanthus für die Landwirte:innen aus dem Umkreis des Rhein-Sieg-Kreises in weitere Kommunen, Städte und Regionen von NRW & Deutschland "getragen" werden.
Hindernisse
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- Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
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- Nein
Kontaktdaten
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Friederike tho SeethRheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn53359 RheinbachDeutschland
- Abteilung
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f.tho-seeth@uni-bonn.de
- Telefonnummer
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015120769057
- Faxnummer