Campus Cultiva
Mit dem Projekt „Campus Cultiva“ entwickeln wir auf unserem Schulgelände einen innovativen, klimaresilienten Lern- und Produktionsraum, der aktiv zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels beiträgt. Kern des Vorhabens ist der Bau eines 22 Quadratmeter großen Gewächshauses mit integrierter Aquaponikanlage. Aquaponik kombiniert Fischzucht und Pflanzenanbau in einem geschlossenen Wasserkreislauf. Die Ausscheidungen der Fische dienen als natürlicher Dünger für die Pflanzen, während diese das Wasser reinigen. Dieses System ermöglicht eine besonders ressourcenschonende und klimaangepasste Produktion von Lebensmitteln: Wasser wird im Kreislauf genutzt, synthetische Dünger und Pestizide entfallen weitgehend und durch die lokale Erzeugung werden Transportwege und Kohlenstoffdioxid-Emissionen reduziert. Gleichzeitig erlaubt das Gewächshaus eine witterungsunabhängige, ganzjährige Produktion und erhöht damit die Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen wie Dürreperioden oder Starkregen. Das Projekt leistet damit einen konkreten Beitrag zur Klimaanpassung: Es demonstriert nachhaltige, flexible Anbaumethoden unter sich verändernden klimatischen Bedingungen und fördert den bewussten Umgang mit knappen Ressourcen wie Wasser und Boden. Durch die Nutzung von Regenwasser und Solarenergie wird ein möglichst autarkes und robustes System geschaffen, das auch unter zukünftigen Klimaszenarien tragfähig bleibt. Ein zentraler Bestandteil von „Campus Cultiva“ ist die Bildungsarbeit. Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 erleben biologische Vielfalt und nachhaltige Landwirtschaft unmittelbar und praxisnah. Durch unsere langjährige vielfältige und engagierte Arbeit tragen wir seit dem Schuljahr 2023/24 das Siegel der „MINT-freundlichen Schule“. Auch das Gewächshaus wird als zentrales Element in den MINT-Unterricht eingebunden: In Biologie wird das Ökosystem untersucht, in Chemie die Wasserqualität analysiert, in Physik die Energieversorgung durch Solartechnik thematisiert, in Mathematik werden Erträge ausgewertet und in Technik die Anlage konstruiert und weiterentwickelt. So entsteht ein interdisziplinärer Lernort, der theoretisches Wissen mit praktischer Anwendung verbindet. Zudem bietet das Projekt – insbesondere an unserer Sekundarschule – eine hervorragende Möglichkeit, die Berufsorientierung aufzugreifen. Berufsfelder wie Laborant, Chemikant oder Techniker können dadurch praxisnah vermittelt und greifbarer gemacht werden. Realisiert wird das Vorhaben aktuell im Projektunterricht, den sogenannten „Freien Studien“. Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen waren von Anfang an in sämtliche Arbeitsschritte eingebunden: vom Abstecken und Ausheben der Baugrube für das Fundament über das Zusammenbauen der Schalung und das Verlegen der Bewehrung bis hin zum Gießen des Betons. Dieses eigenverantwortliche Arbeiten stärkt nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch Teamfähigkeit, Problemlösungskompetenz und Verantwortungsbewusstsein. Die Nutzung der erzeugten Lebensmittel ist ebenfalls in einen nachhaltigen Kreislauf eingebunden. Die Ernte wird im Hauswirtschaftsunterricht sowie im schuleigenen Schülercafé verarbeitet. So erleben die Lernenden den gesamten Prozess von der Produktion bis zum Konsum und entwickeln ein tiefes Verständnis für nachhaltige Ernährungssysteme. „Campus Cultiva“ vereint damit ökologische und soziale Aspekte zu einem ganzheitlichen Ansatz der Klimaanpassung. Es zeigt modellhaft, wie Bildungseinrichtungen zu Reallaboren für nachhaltige Entwicklung werden können und junge Menschen befähigen, aktiv an der Gestaltung einer klimaresilienten Zukunft mitzuwirken.
Eckdaten zur Maßnahme
Maßnahmenträger
- Maßnahmenträger
- Sankt Mauritius-Sekundarschule https://www.ess-mauritius.de/
- Kooperationspartner
- Ermöglicht wird die Umsetzung durch Fördermittel der Bayer-Stiftung sowie durch die Unterstützung des schulischen Fördervereins. Darüber hinaus stellt der städtische Energieversorger EVH eine kleine Photovoltaik-Anlage zur Verfügung, mit der das Gewächshaus perspektivisch energieautark betrieben werden kann.
Dauer und Finanzierung
- Beginn der Umsetzung
- Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
- 20.000 Euro
- Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
-
- Kommune
- Privat
- Sonstige
- Die Umsetzung von „Campus Cultiva“ wird durch Fördermittel der Bayer-Stiftung unterstützt, die gezielt Projekte im Förderprogramm "Science@School" Projekte im Bereich der MINT-Bildung fördern. Ergänzend leistet der Förderverein unserer Schule einen finanziellen Beitrag, der insbesondere für Materialien, Ausstattung und kleinere Baumaßnahmen eingesetzt wird. Darüber hinaus kooperieren wir mit unserem städtischen Energieversorger EVH, der eine Photovolatik-Anlage bereitstellt, um das Gewächshaus energieautark zu betreiben. Darüber hinaus konnten wir im Rahmen des Förderpreises für Berufsorientierung „BOF 5.000“ der Handwerkskammer Halle (Saale) und der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau Gelder für die Anschaffung von zwei modernen Mikroskopen erhalten, die zukünftig im Gewächshaus für die praxisnahe Beobachtung und Analyse von Pflanzen und Wasserqualität eingesetzt werden.
Weiterführende Links
- Links zur Maßnahme
Beteiligung
- Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
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- Forschung/Beratung/Bildung
- Schüler*innen
- Stadtwerke
Erfolge
- Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
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Zunächst wurde das Projekt konzeptionell entwickelt und konkret geplant. Die notwendigen Materialien für den Bau des Gewächshauses und der Aquaponikanlage wurden beschafft. Besonders hervorzuheben ist die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler: Sie waren von Beginn an in alle praktischen Arbeitsschritte eingebunden: vom Abstecken und Ausheben der Baugrube über das Errichten der Schalung und das Verlegen der Bewehrung bis hin zum eigenständigen Gießen des Betonfundaments.
Damit konnten nicht nur zentrale bauliche Fortschritte erreicht, sondern auch bereits bedeutende Lernziele verwirklicht werden. Die Schülerinnen und Schüler haben handwerkliche Fähigkeiten erworben, Verantwortung übernommen und praktische Erfahrungen gesammelt, die weit über den klassischen Unterricht hinausgehen.
In den kommenden Wochen folgt der finale Aufbau des Gewächshauses, sodass das Projekt zeitnah in die nächste Phase, den Betrieb und die Bepflanzung, übergeht.
- Erläuterung
- Die Maßnahme „Campus Cultiva“ wird systematisch evaluiert, um die Wirkung und den Lernfortschritte während des Projektunterrichts zu überprüfen. Nach einem Jahr erfolgt eine Evaluation durch Fragebögen an die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, um Rückmeldungen zu fachlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen gemäß eigenem Kompetenzraster zu erhalten.
- Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
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Langfristig soll der „Campus Cultiva“ im Rahmen des Projektunterrichts verstetigt und durch engagierte Schülerinnen und Schüler zu einem ganzheitlichen Lernraum weiterentwickelt werden. Geplant sind unter anderem die Anlage von Außen- und Hochbeeten, eine Einfriedung des Geländes sowie der Aufbau eines großflächigen Regenwassersammelsystems. Ergänzend sollen geschützte Sitz- und Aufenthaltsbereiche entstehen, die das Lernen und Arbeiten außerhalb von Klassenzimmern auch bei zunehmender Hitze ermöglichen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung von Schülerinnen und Schülern zu Mentoren, die ihr Wissen aktiv weitergeben und das Projekt sowohl innerhalb der Schule als auch in benachbarte Bildungseinrichtungen wie Grundschule und Gymnasium tragen. Auf diese Weise entfaltet der „Campus Cultiva“ eine nachhaltige Wirkung über die eigene Schulgemeinschaft hinaus und trägt zur Verbreitung zukunftsfähiger Ansätze im Umgang mit den Folgen des Klimawandels bei.
Hindernisse
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- Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
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- Nein
Kontaktdaten
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Pascal RiedemannSankt Mauritius-Sekundarschule06130 Halle (Saale)Deutschland
- Abteilung
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pascal.riedemann@ess-mauritius.de
- Telefonnummer
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0345/27980580
- Faxnummer