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Mehlkäfer

die drei Entwicklungsstadien des Mehlkäfers nebeneinander: Larve, Puppe und erwachsener Käfer
Entwicklungsstadien des Mehlkäfers
Quelle: Tomasz Klejdysz / Getty Images

Inhaltsverzeichnis

Aussehen und Vorkommen

(Reis-)Mehlkäfer zählen zur Familie der Schwarzkäfer (Tenebrionidae). Ursprünglich vor allem in Indien und Südostasien beheimatet, sind (Reis-)Mehlkäfer inzwischen durch den globalen Handel mit Nahrungsmitteln weltweit verbreitet. Da die Käfer kälteempfindlich sind, findet man sie in Mitteleuropa vorwiegend in Gebäuden wie Großbäckereien, Getreidesilos und Mühlen. Mit befallenen Nahrungsmitteln können sie auch in Privathaushalte eingeschleppt werden.

Die in Deutschland als Vorratsschädlinge auftretenden Arten sind der Amerikanische Reismehlkäfer (Tribolium confusum), der Große Reismehlkäfer (Tribolium destructor) und der Rotbraune Reismehlkäfer (Tribolium castaneum). Zu einem ähnlichen Befallsbild führt auch der Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Ein ähnlich aussehender Schädling aus der Familie der Schwarzkäfer ist der Glänzendschwarze Getreideschimmelkäfer, der vor allen in Tierställen zu einem großen Problem werden kann.

Der Große Reismehlkäfer ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt und etwa 6 mm groß. Fühler, Mundwerkzeuge und Beine sind rot bis rotbraun und setzen sich deutlich vom Körper ab. Auf den Flügeldecken sind charakteristische Punktstreifen. Die Larven sind bis 10 mm lang und weiß bis gelblich gefärbt. Der Amerikanische und der Rotbraune Reismehlkäfer sind im Gegensatz zum Großen Reismehlkäfer bräunlich gefärbt und mit bis zu 4 mm deutlich kleiner. Auch die Larven beider Arten sind etwas kleiner und werden circa 8 mm lang. Der Mehlkäfer ist größer als die hier vorgestellten Reismehlkäfer-Arten. Erwachsene Käfer erreichen eine Länge von 12 bis 18 mm, sind auf der Oberseite dunkel gefärbt und unbehaart. Auch Vertreter dieser Art haben die typischen Punktstreifen auf den Flügeldecken. Die Larven des Mehlkäfers werden umgangssprachlich auch als „Mehlwürmer“ bezeichnet. Sie sind bis zu 28 mm lang und gelbbraun gefärbt.

Die weiblichen Käfer legen Eier an geeignetes Nährsubstrat. Befallen werden alle Getreidesorten und ihre Produkte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Gewürze und Dörrobst.

Schadpotential

(Reis-)Mehlkäfer sind Vorratsschädlinge und können einen großen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Durch einen Befall werden Vorräte stark verunreinigt, unter anderem durch Kot und Larvenhäute. Mehl wird klumpig, feucht und riecht modrig. Durch die entstehende Feuchtigkeit können sich zusätzlich Pilze und Milben ansiedeln. Befallene Lebensmittel sollten nicht mehr verwendet und entsorgt werden.

kleine braune Käfer krabbeln auf angefressenen Getreidekörnern Fraßschäden an Getreide verursacht durch den Amerikanischen Reismehlkäfer
Quelle: Tomasz Klejdysz / Getty Images

Vorbeugen, Abwehren und Bekämpfen

Schon beim Einkauf sollte man auf eine einwandfreie Verpackung achten, um keine Schädlinge einzuschleppen. Vorräte lagern am besten in fest verschlossenen Behältern. Getreide und Getreideprodukte wie Flocken, Mehl sowie Trockenfrüchte und Nüsse müssen kühl und trocken gelagert und öfters auf einen Befall hin kontrolliert werden. Häufiges Säubern und Lüften von Vorratsschränken verhindert die Ansiedlung von Vorratsschädlingen. Der Einflug von Schädlingen von außen wird beispielsweise durch Fliegengitter verhindert.

Charakteristisch für einen Befall mit Reismehlkäfern sind Fraßgänge im Mehl. Die erwachsenen Käfer laufen oft auf der Oberseite von Nahrungsmitteln herum. Befallene Lebensmittel müssen entsorgt und Schränke und Schubladen sollten sorgfältig gereinigt werden. Auch Salzteigfiguren, Trockenblumen und Tierfutter können eine geeignete Nahrungsgrundlage für Schädlinge sein und sollten ebenfalls regelmäßig auf einen Befall hin untersucht werden. Scheinbar nicht befallene Lebensmittel können für mindestens drei Tage bei -18 °C eingefroren werden.

Eine Bekämpfung mit Bioziden ist in der Regel nicht notwendig. Bei hartnäckigem Befall sollte eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma zu Rate gezogen werden.

Für eine sachgemäße Bekämpfung finden Sie Adressen von professionellen Schädlingsbekämpfungsfirmen in Ihrer Nähe auf den folgenden Internetseiten:

https://vfoes.de/mitglieder-nach-plz/

www.dsvonline.de/dsv/fuer-verbraucher/serioese-schaedlingsbekaempfer/schaedlingsbekaempfer-finden.php

Weitere Informationen zur richtigen Lagerung von Vorräten finden Sie hier: Vorratsschädlingen keine Chance geben

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