Warum Umbau und Sanierung?
Seit seiner Gründung 1974 ist das UBA am Berliner Bismarckplatz zuhause. Das in den Jahren 1935 bis 1938 in zwei Bauabschnitten errichtete Gebäude bedarf dringend einer Modernisierung und energetischen Sanierung. Die Erweiterungen des Bestandes, die nicht der historischen Fassung entsprechen, werden rückgebaut und die historische Lobby in ihrer ursprünglichen Gestaltung rekonstruiert. Diese behutsamen Eingriffe in die denkmalgeschützte Substanz bleiben in ihrer zeitgenössischen Sprache ablesbar und sind um- und rückbaubar hinsichtlich zukünftiger Nutzungsänderungen.
Die Planung:
Das inklusive Keller fünfgeschossige Gebäude wird künftig Platz für 590 Arbeitsplätze, Besprechungsräume sowie weiterhin eine Kantine, eine Bibliothek mit integriertem Bürgerservice sowie Ausstellungsflächen bieten. Damit wird der Standort wie früher auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Am Bismarckplatz wird künftig nicht nur das Umweltbundesamt ansässig sein. Das Gebäude nimmt auch die Geschäftsstellen des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU), des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), des Expertenrats für Klimafragen (ERK) und des Nationalen Begleitgremiums (NBG) auf.
Das gesamte Gebäude wird denkmalgerecht und barrierefrei saniert. Alle mit Schadstoffen belastete Bauteile werden entfernt oder saniert, darunter asbesthaltige Bodenbeläge, Dämmmaterialien mit Künstlichen Mineralischen Fasern (KMF), Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthaltende Gussasphaltestriche sowie mit gesundheitsgefährdenden Holzschutzmitteln belastete Holzbauteile in Teilen des Dachgeschosses.
Das Dienstgebäude soll durch die Sanierung und Nutzung erneuerbarer Energien einen hohen Beitrag zur Treibhausgasneutralität leisten. Der Primärenergiebedarf von Altbauten soll nach der Realisierung um mehr als 20 Prozent unterschritten werden. Das Vorhaben ist Modellvorhaben des Bundes für die Sanierung denkmalgeschützter Bestandsgebäude und soll am Ende das Gütesiegel Gold des Bewertungssystem für Nachhaltiges Bauen (BNB) im denkmalgeschützten Gebäudebestand sowie das Gütesiegel in Silber für die Außenanlagen erreichen.
Im Projekt sollen umweltverträgliche Baustoffe zum Einsatz kommen, die anhand ihrer Kosten entlang des gesamten Lebenszyklus (von der Herstellung über den Einbau und die Nutzung bis zur Entsorgung) ausgewählt werden. Auf den Dachflächen zum Innenhof werden Photovoltaikflächen mit einer Leistung von 218 kWp für die Eigenstromnutzung installiert. Die Wärmeversorgung der Liegenschaft wird von Erdgas auf Fernwärme umgestellt.
Qualitätssicherung und Monitoring sollen die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Gebäudebetrieb schaffen.
Die Beteiligten:
- Nutzer: Umweltbundesamt (UBA)
- Bauherr: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
- Baudurchführung: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
- Entwurfsverfasser (Architektur): gmp Generalplanungsgesellschaft Berlin
- Objektplanung (Architektur): bmb Generalplanungsgesellschaft mbH
- Technische Gebäudeausstattung: Ingenieurbüro Haustechnik KEM GmbH Berlin
- Landschaftsarchitekt: studio polymorph Landschaftsarchitekten Bernhard & Waszczuk PartGmbB Berlin
Was bisher geschah:
- 2005 bis 2008: Erstellung der Entscheidungsunterlage Bau (ES-Bau) inkl. Raum- Funktionsprogramm
- 2009: Baufachliche Genehmigung des Bundesbauministeriums
- 2010: Haushaltsrechtliche Anerkennung des Bundesfinanzministeriums
- 2010 / 2011: Durchführung eines interdisziplinären Architekten- und Landschaftsarchitekten-Wettbewerbs
- 2011: Beginn der Erstellung der Entwurfsunterlage Bau (EW-Bau)
- 2013: Planungstopp: Der Einbau von Laboren erweist sich als unwirtschaftlich.
- 2013 /2014: Machbarkeitsstudie für ein Splitting des Projektes: Die Labore der UBA-Standorte Berlin-Corrensplatz, Berlin- Bismarckplatz und Langen (Hessen) ziehen an den UBA-Standort Berlin-Marienfelde, der Standort Berlin-Bismarckplatz wird reines Bürogebäude
- 2016: „Grünes Licht“ für die wirtschaftlichere „Splittingvariante“
- 2017: Aufstellung der Entwurfsunterlage Bau (EW-Bau)
- 2018: Genehmigung und haushaltsmäßige Anerkennung der EW-Bau
- 2018 / 2019: Erkundungsverfahren nach Ausweichflächen für die Zwischenunterbringung von 383 Arbeitsplätzen
- April / Mai 2020: Umzug in die Zwischenunterbringung City Campus Berlin (Saatwinkler Damm / Buchholzweg)
- ab 1. Juni 2020 Einrichtung der Baustelle
- Aufgrund von Vergabestreitigkeiten für die Leistung „Schadstoffsanierung und konstruktiver Rückbau“ und einem damit verbundenem Beschwerdeverfahren, welches sich in drei Stufen bis zum Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf erstreckte, kam es zu einem zeitlichen Verzug von 7-8 Monaten.
- August 2021: Veröffentlichung des Auslobungstextes für den zweiphasigen Planungswettbewerb „Kunst am Bau“. Auf diesen folgten rund 300 Bewerbungen – eine sehr große Resonanz. Die Bearbeitungsbereiche sind Pforte und Foyer sowie der 2. Haupteingang an der Königsallee.
- bis Juni 2022: Schadstoffsanierung. Insgesamt wurden mehr Schadstoffe gefunden, als in der Bestandsaufnahme im Vorfeld festgestellt und im Schadstoffkataster dokumentiert wurden, etwa belasteter Putz und Spachtelmasse.
- bis Juni 2022: Rückbau von denkmalgeschützten Elementen für eine Aufbereitung und späteren Wiedereinbau
- bis Juni 2022: Vergabe der Planungsleistungen
- bis Mai 2023: Schadstoffsanierung. Insgesamt wurden mehr Schadstoffe gefunden, als in der Bestandsaufnahme im Vorfeld festgestellt und im Schadstoffkataster dokumentiert wurden, etwa belasteter Putz und Spachtelmasse.
- September 2023: „Tag der offenen Baustelle“ für die Beschäftigten des UBA
- 2023: Bestandsaufnahme und Bestandsuntersuchung nach Rückbau- und Schadstoffsanierung sowie Ausführungsplanung und Vergaben für die Gewerke der Hauptbaumaßnahme
- 2023: Entscheidung des Preisgerichtes im zweiphasigen Planungswettbewerb „Kunst am Bau“ für jeweils einen Außen- und Innenstandort
- 2023: Durchführung eines Beteiligungsverfahrens der Beschäftigen des UBA zur zeitgemäßen (Um)Gestaltung der Büroflächen zu einer „New Work Zone“
- Anfang 2024: Baubeginn der Hauptbaumaßnahme
- 2. Juli 2026: Richtfest für für die Neubauanteile. Diese ergänzen die Kantine, die Bibliothek sowie den neuen Lobbybereich.
Die weitere Planung:
- bis Anfang 2028: Bauausführung
- bis Ende 2028: Inbetriebnahme und Nutzungsaufnahme