Richtfest für denkmalgeschütztes Dienstgebäude des Umweltbundesamtes in Berlin
Im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) wird unter der Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) in Berlin-Grunewald das denkmalgeschützte Dienstgebäude des Umweltbundesamtes (UBA) zu einem modernen, energieeffizienten und klimafreundlichen Verwaltungsstandort umgebaut und saniert. Am 2. Juli wurde auf der Baustelle Richtfest gefeiert.
Markus Gallander, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, Lothar Giese, Hauptstellenleiter Facility Management Berlin der BImA, sowie Elke Steinmann, Hauptabteilungsleiterin im BBR, würdigten den erreichten Meilenstein in ihren Ansprachen.
Der prägnante Gebäudekomplex am Bismarckplatz ist der Gründungsstandort des Umweltbundesamtes. Ab 1974 wurde er als Hauptsitz und seit 2005 – nach Umzug des Hauptsitzes nach Dessau – als Berliner Dienstsitz genutzt. Das denkmalgeschützte, fünfgeschossige Gebäude aus den1930er-Jahren muss grundlegend schadstoffsaniert, umgebaut und modernisiert werden. Ziel ist es, einen nachhaltigen und weitgehend klimaneutralen, barrierefreien Verwaltungsstandort mit modernen Arbeits- und Bürokonzepten zu schaffen und dabei seinen historischen Charakter zu wahren.
Nach Freizug des Gebäudes begannen im November 2024 die Baumaßnahmen. Zuvor waren bereits eine vollständige Entkernung sowie eine umfassende Schadstoffsanierung durchgeführt worden. Im Anschluss folgten die statische Ertüchtigung, die Abdichtung des Untergeschosses sowie der Rückbau nicht historischer Anbauten. Darüber hinaus werden die Fassade und das Dach energetisch ertüchtigt und die gesamte technische Gebäudeausrüstung erneuert. Wertvolle historische Innenräume und Ausstattungsdetails werden denkmalgerecht saniert und rekonstruiert, nicht mehr benötigte Laborflächen zu Büros umgewandelt. Im Zuge des Projekts entstehen drei Anbauten, die den Gebäudekomplex erweitern.
Das Gebäude bietet künftig Platz für 590 Arbeitsplätze, Besprechungsräume und eine Kantine. Ergänzt wird das Nutzungskonzept durch eine Bibliothek mit integriertem Bürgerservice sowie Ausstellungsflächen. Damit wird der Standort auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Am Bismarckplatz wird künftig nicht nur das Umweltbundesamt ansässig sein, das Gebäude nimmt auch die Geschäftsstellen des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU), des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), des Expertenrats für Klimafragen (ERK) und des Nationalen Begleitgremiums (NBG) auf.
Die Herausforderung bei diesem Projekt besteht darin, den Denkmalschutz mit höchsten Anforderungen an Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Einklang zu bringen. Durch energetische Sanierung und Nutzung erneuerbarer Energien – die Dachflächen zum Innenhof werden um Photovoltaikflächen ergänzt – wird ein Beitrag zur Treibhausgasneutralität geleistet. Zudem ist der Einsatz nachhaltiger Materialien mit langem Lebenszyklus vorgesehen. Das Vorhaben ist ein Modellprojekt des Bundes für die Sanierung denkmalgeschützter Bestandsgebäude und soll das Gütesiegel Gold des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) im denkmalgeschützten Gebäudebestand sowie das Gütesiegel in Silber für die Außenanlagen erreichen.
Der Umbau des UBA am Bismarckplatz erfolgt nach Plänen von gmp Generalplanungsgesellschaft in Zusammenarbeit mit Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten. Die Büros gingen 2011 mit ihrem Entwurf als Sieger aus dem nichtoffenen, einphasigen Wettbewerb hervor. Mit der Ausführungsplanung und Objektüberwachung ist die bmb Generalplanungsgesellschaft beauftragt.
Neben der Wahrung des Denkmalschutzes ist die stärkere Außenwahrnehmung des Umweltbundesamtes als bürgernahe Behörde ein wichtiges Projektziel der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen. Daher wird der neue zusätzliche Eingang an der Koenigsallee offen und wahrnehmbar gestaltet. Die 2023 in einem ebenfalls durch das BBR durchgeführten zweiphasigen Wettbewerb prämierte Kunst am Bau von Claudia Scheffler und Anne Sevenich sowie von Felix Kiessling für den Eingangsbereich Bismarckplatz trägt dazu bei.
Nach aktuellem Stand wird der Dienstsitz am Bismarckplatz Anfang 2028 fertiggestellt, in Betrieb genommen und im Anschluss an das Umweltbundesamt übergeben.
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UBA-Präsident Prof. Dr. Dirk Messner, BMUKN-Abteilungsleiter Markus Gallander, Rafael Fromm von Bedachungen & Gerüstbau Rafael Fromm, BBR-Hauptabteilungsleiterin Elke Steinmann und Hauptstellenleiter Facility Management Berlin der BImA, Lothar Giese (v. l. n. r.)