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Bläuepilze

Bläuepilzbefall an gelagertem Nadelholz
Bläuepilzbefall an gelagertem Nadelholz
Quelle: Cholo Alemann / CC BY-SA 3.0

Inhaltsverzeichnis

Aussehen und Vorkommen

Unter dem Begriff Bläuepilze werden viele Pilzarten zusammengefasst, die auf Holz wachsen und dies charakteristisch bläulich bis grauschwarz verfärben können. Sie bilden zusammen mit den Schimmelpilzen die Gruppe der holzverfärbenden Pilze. Die holzverfärbenden Pilze ernähren sich von Stoffen in den Holzzellen, wie Zucker, anderen Kohlenhydraten und Proteinen. Sie greifen allerdings nicht die Zellwände an, so dass die Struktur des Holzes nicht geschädigt wird und die Festigkeit und Tragfähigkeit erhalten bleibt. Dies grenzt Bläuepilze von den holzzerstörenden Pilzen ab. Für detaillierte Information zu Schimmelpilzen empfehlen wir einen Blick auf die UBA-Themenseite Schimmel.

Der Begriff Bläuepilze beschreibt nicht das Aussehen der Pilze selbst, sondern das Schadbild, das durch den Pilzbefall verursacht wird. Die Hyphen (fadenförmige Zellen) der Pilze wachsen in die Holzzellen, füllen diese aus und so erscheint das Holz bläulich bis grauschwarz verfärbt. 

Bläuepilze besiedeln frisch geschlagene Bäume, aber auch feuchtes lagerndes oder verbautes Holz. Sie benötigen ausreichend Feuchtigkeit und Wärme, um wachsen zu können. Am besten wachsen sie bei Temperaturen zwischen 15 °C und 35 °C und hohen Holzfeuchten ab etwa 40 %.

Bläuepilze können sowohl auf Nadelholz wie auf Laubholz wachsen. Sie wachsen im sogenannten Splintholz, der äußeren Schicht eines Baumstammes, da dieses für sie verwertbare Kohlenhydrate, wie zum Beispiel Zucker oder Stärke, enthält. Die schwer abbaubaren Makromoleküle Lignin und Zellulose, aus denen die Zellwände der Holzzellen bestehen, können sie hingegen nicht abbauen. Das innere Kernholz wird von den Bläuepilzen im Regelfall nicht befallen.

Schadpotential

Da Bläuepilze selbst die Holzstruktur nicht zerstören und die Tragfähigkeit befallener Hölzer erhalten bleibt, besteht in der Regel keine Gefahr. Bläuepilze zählen zu den Materialschädlingen. Gesundheitsrisiken für den Menschen bestehen nicht.

Die Befallsabschätzung erfolgt optisch. Ein Befall mit Bläuepilzen zeigt sich an der typischen bläulichen oder schwarzgräulichen Verfärbung des Splintholzes von Schnittflächen oder Oberflächen. Bei unbehandeltem Holz, das im Außenbereich verwendet wird und der Witterung ausgesetzt ist, ist das Auftreten von Bläuepilzen und eine Vergrauung des Holzes ein natürlicher Vorgang und unbedenklich. Bei normaler Holzbläue besteht gewöhnlich kein Sanierungsbedarf.

Grundsätzlich werden drei verschiedene Arten von Bläuebefall unterschieden: 

  • Stammholzbläue oder primäre Bläue: Sie entsteht am stehenden Baum oder bei frisch geschlagenem Holz und dringt von der sogenannten Hirn- oder Mantelfläche aus in Stämme ein.
  • Schnittholzbläue oder sekundäre Bläue: Sie entsteht an frisch gesägtem, feuchtem Holz und breitet sich nach dem Einschneiden des Holzes aus.
  • Anstrichbläue oder tertiäre Bläue: Sie tritt auf, wenn getrocknetes und verarbeitetes Holz erneut Feuchtigkeit aufnimmt, zum Beispiel wenn Oberflächenbeschichtungen Risse bekommen und dadurch Wasser ins Holz eindringen kann.

Da Bläuepilze Anzeiger für hohe Feuchtigkeit sind und diese auch anderen Holzschädlingen und Schimmelpilzen gute Wachstumsbedingungen bietet, kann ein Bläuepilz-Befall bei verbautem, beschichtetem Holz oder Holz im Innenbereich ein Anzeiger für das mögliche Vorkommen anderer Holschädlinge sein. Hier ist gegebenenfalls ein Sachverständiger einzubeziehen, um die Situation zu bewerten. Je nach beabsichtigter Verwendung können Bläuepilze das Holz durch die veränderte Optik entwerten. Durch ihr Wachstum können die Bläuepilze bei einer Anstrichbläue Holz-Beschichtungen beschädigen, so dass Wasser in das Holz gelangen kann. Dies begünstigt wiederum Folgeschäden, zum Beispiel durch holzzerstörende Pilze.

Vorbeugen, Abwehren und Bekämpfen

Vorsorgemaßnahmen

Meist ist der Pilz schon im Holz, wenn man es kauft. Doch können auch bereits gestrichene Flächen befallen werden, wenn der Lack rissig wird. Sporen von Bläuepilzen kommen natürlicherweise in der Umwelt vor, können aber auch von Schädlingen wie dem Borkenkäfer verbreitet werden. 

Hieraus ergeben sich die folgenden Vorsorgemaßnahmen:

  • Bei verbautem Holz immer darauf achten, dass es trocken bleibt.
  • Bei Holzbauteilen wie Fenstern, die der Witterung oder Kondenswasser ausgesetzt sind, sollten Oberflächenbeschichtungen (Lacke, Lasuren usw.) regelmäßig auf Schäden wie beispielsweise Risse geprüft werden. Ist die Oberflächenbeschichtung beschädigt, so muss sie erneuert werden.
  • Es muss ausreichend und richtig gelüftet werden, um die Luftfeuchtigkeit im Gebäude zu senken. Pilze brauchen Feuchtigkeit. Fehlt diese, können sie sich nicht ansiedeln.
  • Holz sollte vor der Verwendung auf Bläuepilzbefall untersucht werden und nur Holz, das frei von Befall ist, sollte eingebaut werden.
  • Baumängel sollten schnellstmöglich behoben werden. Undichte Stellen beispielsweise an der Dampfsperre können zu einem erhöhten Tauwasseranfall in der Dämmkonstruktion und in Folge dessen zu Bläuepilz- oder auch Schimmelpilzbefall an verbauten Holzteilen führen.
  • Große Temperaturunterschiede im Gebäude sollten vermieden werden, um der Bildung von Kondenswasser vorzubeugen.

Bekämpfungsmaßnahmen

Wird ein Befall mit Bläuepilzen im Gebäude festgestellt, muss zuerst die Ursache der erhöhten Feuchte des verbauten Holzes ergründet und behoben werden, um so für die Austrocknung der Hölzer zu sorgen. Bei Holz im ⁠Außenbereich⁠ ist dies mitunter nicht möglich, hier stellt die Vergrauung des Holzes und das Vorkommen von Bläuepilzen einen natürlichen Prozess da und ist unbedenklich. Bei der sogenannten Anstrichbläue hilft mechanisches Abschleifen, da die Pilze nur oberflächlich wachsen. Nach einer vollständigen Trocknung des Holzes kann es erneut lackiert werden, wenn die geplante Nutzung dies erforderlich macht.

Chemische Bekämpfungsmaßnahmen

Chemische Verbindungen wie Chor als Aufheller sind nicht empfehlenswert. Sie sind oft gesundheitsschädlich und die aufhellende Wirkung nicht von langer Dauer. 

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