Aussehen und Vorkommen
Unter dem Begriff Bläuepilze werden viele Pilzarten zusammengefasst, die auf Holz wachsen und dies charakteristisch bläulich bis grauschwarz verfärben können. Sie bilden zusammen mit den Schimmelpilzen die Gruppe der holzverfärbenden Pilze. Die holzverfärbenden Pilze ernähren sich von Stoffen in den Holzzellen, wie Zucker, anderen Kohlenhydraten und Proteinen. Sie greifen allerdings nicht die Zellwände an, so dass die Struktur des Holzes nicht geschädigt wird und die Festigkeit und Tragfähigkeit erhalten bleibt. Dies grenzt Bläuepilze von den holzzerstörenden Pilzen ab. Für detaillierte Information zu Schimmelpilzen empfehlen wir einen Blick auf die UBA-Themenseite Schimmel.
Der Begriff Bläuepilze beschreibt nicht das Aussehen der Pilze selbst, sondern das Schadbild, das durch den Pilzbefall verursacht wird. Die Hyphen (fadenförmige Zellen) der Pilze wachsen in die Holzzellen, füllen diese aus und so erscheint das Holz bläulich bis grauschwarz verfärbt.
Bläuepilze besiedeln frisch geschlagene Bäume, aber auch feuchtes lagerndes oder verbautes Holz. Sie benötigen ausreichend Feuchtigkeit und Wärme, um wachsen zu können. Am besten wachsen sie bei Temperaturen zwischen 15 °C und 35 °C und hohen Holzfeuchten ab etwa 40 %.
Bläuepilze können sowohl auf Nadelholz wie auf Laubholz wachsen. Sie wachsen im sogenannten Splintholz, der äußeren Schicht eines Baumstammes, da dieses für sie verwertbare Kohlenhydrate, wie zum Beispiel Zucker oder Stärke, enthält. Die schwer abbaubaren Makromoleküle Lignin und Zellulose, aus denen die Zellwände der Holzzellen bestehen, können sie hingegen nicht abbauen. Das innere Kernholz wird von den Bläuepilzen im Regelfall nicht befallen.