PEELIKAN Löschdrohnen
Das Land Brandenburg ist eines der waldreichsten Bundesländer in Deutschland. Etwa eine Mill. Hektar Wald gibt es. Das entspricht 37% der Landesfläche. Das ist ein besonderes Potential für die Wald- und Holzwirtschaft. Brandenburg bietet für einen naturbelassenen Tourismus beste Voraussetzungen und ist quasi die grüne Lunge der Bundeshauptstadt Berlin mit einer riesigen Vielfalt an Flora und Fauna inmitten von Europa. Brandenburger Wald ist aber auch ein Risiko. Hauptbaumart ist die märkische Kiefer, ein leicht brennbarer Nadelbaum. Kontinentalklima, sandige Böden und geringe Niederschläge führen zu immer mehr und deutlich längeren Trockenphasen, welche die Waldbrandgefahr stetig größer werden lässt. Unter allen deutschen Bundesländern hat Brandenburg jährlich die höchste Anzahl von Waldbränden und die größten Schadensflächen. Brandenburg ist in Europa eine Region mit dem höchsten Waldbrandrisiko und wird mit Staaten wie Griechenland, Spanien und Italien verglichen. In den Jahren 2018 und 2023 lagen die wirtschaftlichen Schäden bei mehr als 10 Mill. €. Darüber hinaus waren Gesundheit und Leben einer Vielzahl von Menschen und Tieren gefährdet. Natur- und Umweltschäden sind nicht bezifferbar. Flächen von mehreren tausend Hektar Wald und damit die dort lebende Tier- und Pflanzenwelt ist auf viele Jahre geschädigt und muss mit viel Aufwand renaturiert werden. Wäldern und anderen Ökosystemen fungieren als natürliche Kohlenstoffsenken. Intakte Wälder binden langfristig CO₂ und stabilisieren lokale und globale Klimasysteme. Werden diese Flächen durch Brände zerstört, gehen nicht nur bestehende Kohlenstoffspeicher verloren, sondern es entstehen auch langfristige Emissionen durch die Zersetzung verbrannter Vegetation sowie Folgeschäden wie Bodenerosion. Eine Besonderheit im Land Brandenburg sind munitionsbelastete Waldflächen auf ca. 392.000 Hektar Wald. Das sind mehr als ein Drittel der Gesamtwaldfläche. Kommt es hier zu einem Waldbrand, können die Einsatzkräfte von Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen nicht löschen. Das Risiko, dass Einsatzkräfte zu Schaden kommen, ist unvertretbar groß. Daher besteht dann ein Betretungsverbot von mindestens 1.000 Meter zum eigentlichen Brand. Waldbrände geraten dann außer Kontrolle. Sie vernichten zusätzliche Waldflächen, gefährden Ortschaften und Infrastruktur und binden oftmals über Wochen Einsatzkräfte. Eine wirksame Brandbekämpfung ist dann nur aus der Luft möglich, wobei auch hier das Risiko für Schäden durch explodierende Munition nicht ausgeschlossen für Luftfahrzeuge, welche durch Menschen gesteuert werden. Selbst nach Bränden auf munitionsbelasteten Waldflächen sind noch Wochen später Glutnester im Waldboden ein Gefahrenpotential. Durch Wind und Sonne wird immer wieder Restholz in Brand gesetzt und für neue Brände entstehen. Unbemannte Löschdrohnen bieten in mehrfacher Hinsicht eine sichere und umfassende Ergänzung zu den bestehenden Möglichkeiten der Waldbrandbekämpfung. Unabhängig der Lage der Waldbrände sind sie schnell am Einsatzort, können direkt am Brandherd effizient das Feuer bekämpfen und das rund um die Uhr. Auch die Restablöschungen nach dem eigentlichen Waldbrand sind effektiv und ohne Gefährdungen für die Gesundheit und das Leben der Einsatzkräfte möglich. Löschdrohnen erhöhen hier die Resilienz der Brandbekämpfungssysteme, da sie unabhängig von der unmittelbaren Gefährdung von Menschen eingesetzt werden können und riskante Einsätze von bemannten Löschflugzeugen oder Hubschraubern reduzieren. Gleichzeitig verursachen Drohnen im Vergleich zu konventionellen Luftfahrzeugen deutlich geringere Emissionen, da sie weniger Treibstoff benötigen oder sogar elektrisch betrieben werden. Verbunden mit einer schnellen Waldbranderkennung und -lokalisierung werden Löschdrohnen die Waldbrandbekämpfung revolutionieren. Überall dort wo Einsatzkräfte der Feuerwehren nicht an den Brandort dürfen oder können, sind Löschdrohnen eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Möglichkeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich wie in Brandenburg um munitionsbelastete Waldflächen handelt, Waldbrände in Gebirgsregionen oder in Gebieten mit besonderen Gefahren können genauso schnell und sicher bekämpft werden. Insgesamt tragen Löschdrohnen somit nicht dazu bei, den Klimawandel selbst aufzuhalten, wohl aber dazu, seine Folgen zu begrenzen, zusätzliche Emissionen zu vermeiden und natürliche Klimapuffer zu schützen. Sie sind damit ein zentrales Instrument der Klimaanpassung mit positiven Nebeneffekten für den Klimaschutz.
Eckdaten zur Maßnahme
Maßnahmenträger
- Maßnahmenträger
- Harald Müller Metall-Sonderfertigung GmbH https://www.metallbau-sonderfertigung.de/
- Kooperationspartner
- Freiwillige Feuerwehr Ludwigsfelde; Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V.; Hochschule Magdeburg-Stendal
Dauer und Finanzierung
- Beginn der Umsetzung
- Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
- Entwicklung der Prototypen und Wissenschaftliche Forschung
- Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
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- Bund
- Bundesland
- Privat
- Die Entwicklung erfolgte stufenweise. Für die ersten Entwicklungsschritte, also die Entwicklung einer ersten lasttragenden Drohne haben wir Fördermittel von Land Brandenburg (BIG) und aus dem ZIM erhalten. Auf dieser Basis sind wir in die fachliche Forschung zur Anwendung in der Brandbekämpfung gestartet. Hier haben wir mit straken Partnern wesentlichen Grundlagen geschaffen und dafür Bundesmittels des BMBF (jetzt BMFTR) über das Förderprogramm WIR! – Wandel durch Innovation in der Region im Rahmen des Bündnisses Feuerwehr der Zukunft erhalten. Auch für die Erforschung weiterer spezieller Fachfragen genießen wir aktuell BMFTR-Förderung. Als Unternehmen ist die Förderung für uns essentiell, da wir nur anteilige Zuschüsse zu unseren Aufwendungen bekommen, ist inzwischen auch in erheblichem Umfang eigenes Kapital in die Forschung und Entwicklung geflossen.
Weiterführende Links
- Links zur Maßnahme
Beteiligung
- Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
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- Forschung/Beratung/Bildung
- Grundstücksbesitzer
- Öffentliche Verwaltung/Politik
- Sonstige
- Feuerwehren im Land Brandenburg, Landschule und Technische Einrichtung des Landes Bandenburg, Waldbrandkompetenzzentrum Land Brandenburg, Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V.
Erfolge
- Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
- Bisher ist es mit dem Aufbau von Prototypen und der wissenschaftlichen Begleitung der Entwicklungsarbeiten und Versuche gelungen die Funktion und Wirkung nachzuweisen. Es wurden in Kooperation mit Vertretern der Feuerwehren als Praxispartner wesentliche Erkenntnisse gewonnen, wie Drohnen als Einsatzmittel für die Vegetationsbrandbekämpfung beschaffen sein müssen. Die Akzeptanz und Begeisterung der Einsatzkräfte über die neuen technischen Möglichkeiten und die Aussicht, zukünftig Unterstützung im gefährlichen Einsatz auf munitionsbelasteten Flächen zu erfahren ist groß.
- Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
- Wir planen unsere Löschdrohnen udn die Bodenstation in den nächsten Jahren bis zur Serienreife weiter zu entwickeln.
Hindernisse
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- Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
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- Nein
- Wir sehen derzeit keine negative Auswirkung unseres Vorhabens. Sicher erfordert die Produktion von Drohen und Bodenstation sowie der Betrieb im Einsatzfall materielle Ressourcen die zunächst geschaffen werden müssen. Die hier eingesetzten Ressourcen sind mit Blick auf die Effekte im Einsatz durch Vermeidung von Schäden an der Umwelt und Nicht-Freisetzung von gebundenem Kohlenstoff stark nachrangig zu betrachten.
Kontaktdaten
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Dr. Andreas KühnHarald Müller Metall-Sonderfertigung GmbH14974 LudwigsfeldeDeutschland
- Abteilung
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a.kuehn@hm-metall.de
- Telefonnummer
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03378 518 069-0
- Faxnummer