AnExGe - Kommunale Klimafolgenanpassung systematisch und nachhaltig planen am Beispiel Geestland
Im Projekt AnExGe wurde die Stadt Geestland dabei unterstützt, ihre Klimarisiken systematisch zu erfassen, prioritäre Handlungsfelder zu bestimmen und konkrete Anpassungsmaßnahmen vorzubereiten. Im Mittelpunkt stand eine Vorgehensweise, die sich mit vertretbarem Aufwand in der kommunalen Praxis anwenden lässt.
Dafür wurde eine Klimarisikoanalyse erstellt, die regionale Klimaprojektionen mit lokalen Informationen zur Exposition (bspw. GIS-Daten) und Sensitivität (bspw. sozio-ökonomische Daten )verknüpft. Ergänzt wurde sie durch Fachgespräche und verschiedene Beteiligungsformate wie Infoveranstaltungen oder einer Online-Ideenkarte. Besonders relevant sind für Geestland Risiken durch Binnenhochwasser und bei langfristig beschleunigtem Meeresspiegelanstieg für die Biodiversität, Küsten- und Meeresschutz und Wasserwirtschaft.
Auf dieser Grundlage wurde ein kommunales Anpassungskonzept mit Maßnahmen entwickelt. Die Ergebnisse können von Politik und Verwaltung genutzt werden, um Anpassungsmaßnahmen fachlich zu begründen, schrittweise umzusetzen und Anpassung als Querschnittsaufgabe in bestehende Planungs- und Verwaltungsprozesse zu verankern.
Ein weiteres Ergebnis ist ein öffentlich verfügbarer Leitfaden für vereinfachte kommunale Klimarisikoanalysen. Der darin beschriebene vergleichende Referenzansatz nutzt die nationale Klimawirkungs- und Risikoanalyse als Ausgangspunkt und konzentriert die vertiefte Untersuchung auf lokale Abweichungen und besonders relevante Risiken. Dadurch lassen sich technische Komplexität, Arbeitsaufwand und Ressourcenbedarf deutlich reduzieren.
Zusätzlich wurde ein Excel-basiertes Screening-Tool entwickelt, mit dem Kommunen ausgewählte Anpassungsmaßnahmen hinsichtlich ihrer Anpassungsleistung und ihrer potenziellen Umweltwirkungen vergleichen können. Damit stellt AnExGe praxisorientierte Grundlagen für eine wirksame, nachvollziehbare und möglichst umweltverträgliche kommunale Klimaanpassung bereit.
Eckdaten zur Maßnahme
Maßnahmenträger
- Maßnahmenträger
- Technische Universität Berlin, Fachgebiet Sustainable Engineering https://www.tu.berlin/see/anexge
- Kooperationspartner
- Stadt Geestland: https://www.geestland.eu/Bauen-und-Umwelt/Energie-und-Klimaschutz/Klimaanpassung.htm?
Dauer und Finanzierung
- Beginn der Umsetzung
- Dauer der Umsetzung
- 3 Jahre
- Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
- Rund 250.000
- Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
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- Bund
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Gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz im Rahmen der Förderrichtlinie "Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" (Förderkennzeichen: 67DAS294).
Die Kosten entstanden überwiegend für wissenschaftliches Personal zur Erstellung der Klimarisikoanalyse, des Klimaanpassungskonzepts, des Leitfadens und des Excel-Tools sowie für Beteiligung, Datenaufbereitung, Dienstreisen und Veröffentlichung. Die investiven Kosten zur späteren Umsetzung der vorgeschlagenen Anpassungsmaßnahmen sind darin nicht enthalten.
Weiterführende Links
- Links zur Maßnahme
Beteiligung
- Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
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- Breite Öffentlichkeit
- Öffentliche Verwaltung/Politik
- Stadtwerke
- Träger öffentlicher Aufgaben, Landwirtschaft, Bauhof, Feuerwehr
- Welche Formen der Beteiligung fanden statt?
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- Bereitstellung von Informationsmaterialien
- Dialogveranstaltungen, Konferenzen, Workshops
- Informationsveranstaltungen
- Online-Befragung / -Dialog
- persönliche Befragung / Bürgeranhörung
- Erläuterung
- Beteiligt wurden Verwaltung, Fachbehörden, Verbände, Landwirtschaft, weitere lokale Akteur*innen und die Bevölkerung durch Fachgespräche, Workshops, Onlineumfragen, eine digitale Ideenkarte und eine öffentliche Informationsveranstaltung. Ziel war es, lokales Wissen zu Klimarisiken und Handlungsbedarfen einzubeziehen, Maßnahmen zu priorisieren und Akzeptanz zu stärken. Besonders wertvoll waren Hinweise zu Zuständigkeiten, Umsetzbarkeit, Flächenkonkurrenzen und bestehenden Aktivitäten.
Erfolge
- Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
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Für Geestland wurde erstmals eine systematische, lokal ausgerichtete Klimawirkungs- und Risikoanalyse erstellt. Dabei wurden zwölf besonders relevante Klimawirkungen in fünf Handlungsfeldern identifiziert und vertieft untersucht. Zu den zentralen Herausforderungen zählen Starkregen und Binnenhochwasser, Meeresspiegelanstieg, Veränderungen des Grundwasserhaushalts, Belastungen empfindlicher Ökosysteme sowie klimabedingte Risiken für die Landwirtschaft.
Auf dieser Grundlage wurde ein kommunales Klimaanpassungskonzept mit priorisierten Handlungsfeldern und konkreten Maßnahmenvorschlägen entwickelt. Damit verfügt die Stadt über eine fachlich begründete Grundlage, um Klimaanpassung schrittweise in kommunale Planungs-, Investitions- und Verwaltungsprozesse zu integrieren.
Ein weiterer Erfolg ist die Entwicklung und Veröffentlichung eines Leitfadens für vereinfachte kommunale Klimawirkungs- und Risikoanalysen. Der vergleichende Referenzansatz
- Wie wird der Erfolg der Maßnahme evaluiert?
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- Keine Evaluation
- Erläuterung
- Eine systematische Evaluation der langfristigen Wirkung ist nicht vorgesehen. Das Projekt endete mit der Übergabe der Klimarisikoanalyse, des Klimaanpassungskonzepts, des Leitfadens und des Excel-Tools. Die TU Berlin ist nicht in die laufenden Verwaltungs- und Umsetzungsprozesse der Stadt eingebunden. Eine spätere Erfolgskontrolle müsste daher durch die Stadt Geestland im Rahmen der Fortschreibung und des Maßnahmenmonitorings erfolgen und ist so explizit im Konzept vorgesehen.
- Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
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Das Klimaanpassungskonzept soll als fortschreibbare Arbeitsgrundlage in die kommunalen Planungs- und Verwaltungsprozesse integriert werden. Die priorisierten Maßnahmen sollen schrittweise konkretisiert, finanziert, umgesetzt und über ein Monitoring überprüft werden. Neue Klima-, Risiko- und Umsetzungsdaten können dabei regelmäßig eingearbeitet werden. Dafür wird in der Kommunalverwaltung eine neue Stelle geschaffen (mit Fokus auf Hitze und Starkregen).
Der Leitfaden soll weiteren Kommunen die Durchführung vereinfachter Klimawirkungs- und Risikoanalysen erleichtern. Das Excel-Tool wird schrittweise um zusätzliche Anpassungsmaßnahmen, aktualisierte Hintergrunddaten und verbesserte Bewertungsfunktionen ergänzt.
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- Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?
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- Nein
Hindernisse
- Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?
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Herausfordernd waren begrenzte kommunale Personal- und Zeitressourcen, unterschiedlich aufgelöste Daten sowie Zuständigkeiten, die teils bei Landkreis, Wasser- und Bodenverbänden oder weiteren Fachbehörden liegen. Hinzu kommen Flächenkonkurrenzen und langfristige Finanzierungsbedarfe. Begegnet wurde dem durch einen vereinfachten Referenzansatz, frühzeitige Akteursbeteiligung, schrittweise Priorisierung und die Nutzung bestehender Planungs- und Förderstrukturen.
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- Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
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- Nein
Kontaktdaten
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Nicolas HübnerTU Berlin, Fachgebiet Sustainable EngineeringDeutschland
- Abteilung
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nicolas.huebner@tu-berlin.de
- Telefonnummer
- Faxnummer
Ort der Umsetzung
Sieverner Straße 10
27607 Geestland
Deutschland