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1. Plauener Klimainsel

Der Klimawandel ist allgegenwärtig und seine Auswirkungen sind auch in Plauen spürbar. Besonders das Stadtgrün leidet unter zunehmend trockenen Frühjahrsperioden, wodurch sich die Anwachsbedingungen für Jungbäume verschlechtern. Einige bisher häufig verwendete Baumarten kommen mit den veränderten klimatischen Bedingungen nur noch unzureichend zurecht, bspw. der Bergahorn. Auch Eschenbestände sind vielerorts durch das Eschentriebsterben geschädigt. Vor diesem Hintergrund richtete die Stadt Plauen im April 2022 eine sogenannte Klimainsel ein. Auf einer etwa 400 m² großen Rückbaufläche an einer stark frequentierten Straße wurden 7 Bäume gepflanzt: eine Manna-Esche, ein Südlicher Zürgelbaum, eine Himalaya-Birke, eine Rot-Esche, eine Zelkove, ein Säulenblasenbaum und eine Säulen-Ulme. Die Gehölze sind dort typischen Belastungen des urbanen Raums ausgesetzt, darunter Luftschadstoffe, Streusalz und Hitze- und Trockenstress. Bei der Auswahl wurde auf Arten zurückgegriffen, die als vergleichsweise tolerant gegenüber urbanen Stressfaktoren und längeren Trockenperioden gelten, im Stadtgebiet bislang jedoch kaum eingesetzt wurden. Grundlage bildete die GALK-Straßenbaumliste. Ziel der Klimainsel ist es, die Entwicklung dieser Arten unter den klimatischen Bedingungen des Plauener Stadtklimas zu beobachten und potenziell geeignete Zukunftsbäume für den urbanen Raum zu identifizieren. Die gepflanzte Rot-Esche gilt bspw. als weniger anfällig gegenüber dem Erreger des Eschentriebsterbens und wird daher im Rahmen des Projekts erprobt. Zur Verbesserung der lokalen Wasserverfügbarkeit wurde zudem eine Sickermulde angelegt, sodass Niederschlagswasser vor Ort gehalten werden kann, langsam versickert und dem Wurzelraum der Bäume gezielt zur Verfügung steht. Ergänzend wurde ein Wasserbehälter installiert, sodass eine benachbarte Schule die Bäume an heißen Tagen gießen kann. Diese Gießpatenschaft trägt zugleich zur Sensibilisierung für die Trockenstressproblematik von Stadtbäumen bei.

Eckdaten zur Maßnahme

Maßnahmenträger

Maßnahmenträger
Stadt Plauen https://www.plauen.de/Stadtentwicklung/Stadtplanung
Kooperationspartner
Durch eine Spende der Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland KdöR wurde der Kauf der Bäume finanziert; die Pflanzung nahm das Fachgebiet Stadtplanung und Umwelt unter fachlicher Anleitung der kommunalen Grünpflegefirma ISP (Immobilienservice Plauen GmbH) vor. Eine Gruppe Schüler der Oberschule Friedrich Rückert erklärte sich als sogenannte „Forschungspartner“ bereit, an dem Vorhaben mitzuwirken. Der Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland hat die dauerhafte Gießpatenschaft übernommen.

Dauer und Finanzierung

Beginn der Umsetzung
Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
16.000 € für Errichtung, Fertigstellungs- und Entwicklungspflege
Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
  • Kommune
  • Öffentlich-private Partnerschaft (PPP)
  • Privat
Kein Förderprogramm.
Die Kosten für die Errichtung der Klimainsel einschließlich Fertigstellungs- und Entwicklungspflege übernahm die Stadt.
Das Insektenhotel spendete der Regionalverband der vogtländischen Kleingärtner.
Die Gießpatenschaft hat der Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland und die angrenzenden Schulen übernommen.

Weiterführende Links

Beteiligung

Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
  • Betriebe, öffentliche Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
  • Breite Öffentlichkeit
  • Schüler*innen
  • Öffentliche Verwaltung/Politik
  • Presse
  • Sonstige
Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland

Erfolge

Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
Vier Jahre nach der Anlage der Klimainsel zeigt sich, dass sich alle ausgewählten Baumarten bislang gut entwickelt haben. Das Monitoring wird jedoch weiterhin fortgeführt, um langfristig belastbare Aussagen über die Standorteignung und Einsatzfähigkeit der Baumarten treffen zu können.
Erläuterung
Durch Monitoring in Form von regelmäßigen Sichtkontrollen.
Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
Die Klimainsel wird schrittweise weiterentwickelt und um zusätzliche ökologische sowie soziale Elemente ergänzt. Durch eine Spende des Regionalverbandes der vogtländischen Kleingärtner e. V. konnte bereits ein Insektenhotel errichtet werden. Zudem wurde mit Zustimmung der angrenzenden Hauseigentümer eine Fassadenbegrünung umgesetzt. Weitere Maßnahmen sind geplant, darunter die Anlage einer Blühwiese durch das Naturschutzzentrum Pfaffengut sowie die Installation einer Wetterstation, von Nistkästen, Sitzbänken und einer Hundekotstation.

Mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung ist derzeit die Anlage von 3 weiteren Klimainseln im Stadtgebiet geplant. Im Unterschied zur bestehenden Klimainsel steht dabei weniger die Erprobung einzelner Baumarten im Vordergrund. Vielmehr sollen standortspezifische Begrünungsmaßnahmen gezielt zur Verbesserung des Mikroklimas, zur Reduzierung von Hitzeeffekten sowie zur Förderung der biologischen Vielfalt beitragen.

Hindernisse

Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
  • Nein

Kontaktdaten

Julian Schwenkglenks
Stadtverwaltung Plauen
08523 Stadtverwaltung Plauen
Deutschland
Abteilung
E-Mail
Julian.Schwenkglenks@plauen.de
Telefonnummer
+49 3741 291 1657
Faxnummer

Ort der Umsetzung

Vogtlandkreis, Plauen Städte

Kategorien

Hitzeperioden Starkregen/Sturzfluten Trockenheit Höhere Durchschnittstemperaturen veränderte Niederschlagsmuster Sonstige Freiwillige Vereinbarung, Kooperation Informationsbereitstellung und Sensibilisierung Naturbasierte Maßnahme (z.B. Begrünung, Renaturierung) Umweltbeobachtung und Erforschung von Folgen des Klimawandels
Kurzlink: https://www.uba.de/n307561de