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Einkommen, Konsum, Energienutzung, Emissionen privater Haushalte

Private Haushalte beanspruchen die Umweltressourcen durch ihre Konsumaktivitäten. Die steigende Zahl von Ein- und Zwei-Personen-Haushalten und hohe Ausstattungsgrade führen zu steigendem Konsum. Immer mehr Güter und Dienstleistungen werden produziert und in Anspruch genommen – damit steigen auch Energieverbrauch und Emissionen von Treibhausgasen.

Inhaltsverzeichnis

Konsumausgaben der privaten Haushalte steigen

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland lagen 2025 mit 2.326,1 Milliarden Euro (Mrd. Euro) um 608 Mrd. höher als noch 2020. Das entspricht einer Zunahme von 26 % in fünf Jahren. Etwa ein Viertel der Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland wurden 2025 für Wohn- und Wohnnebenkosten, wie Energie (Strom, Gas) und Wasser verwendet (siehe Abb. „Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken“).

Interaktives Säulendiagram zu Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken

Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken

* vorläufige Daten

Quelle: Statistisches Bundesamt 2026

Downloads:

Je höher das Einkommen, desto höher der Konsum

Mit höherem Einkommen steigen auch die Konsumausgaben und damit verbunden der Energieverbrauch der privaten Haushalte. Im Jahr 2024 gaben Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 1.300 Euro durchschnittlich 1.332 Euro für den privaten Konsum aus. Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 5.000 Euro oder mehr wendeten im Durchschnitt fast viermal so viel auf. Mit steigendem Nettoeinkommen nimmt der Ausgabenanteil für viele Konsumbereiche zu. Nur die Ausgabenanteile für die Grundbedürfnisse Ernährung, Wohnen und teilweise für Information und Telekommunikation sinken mit wachsendem Einkommen (siehe Abb. „Konsumausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2024“)

Steigende Haushaltsnettoeinkommen haben steigende Umweltbelastungen zur Folge. Am Beispiel der Verkehrsausgaben lässt sich der Zusammenhang aufzeigen: Haushalte niedriger Einkommen gaben 2024 monatlich im Schnitt 111 Euro dafür aus, während Haushalte in der höchsten Einkommensklasse im Schnitt 7-mal so viel aufwendeten. Eine erhöhte Mobilität, häufigeres Reisen und hohe Fahrleistungen mit eigenen Kraftfahrzeugen tragen erheblich zu Umweltbelastungen, wie zum Beispiel klimaschädlichen Emissionen, bei.

Das Balkendiagramm zeigt die Ausgaben für die verschiedenen Bedarfsfelder. Mit steigenden Nettoeinkommen der privaten Haushalte wird mehr für einzelne Bedarfsfelder aufgewendet und die Konsumausgaben nehmen zu.

Konsumausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2024
Quelle:

Statistisches Bundesamt 2026

Downloads:

Direkte und indirekte Nutzung von Umweltressourcen

Private Haushalte beanspruchen die Umweltressourcen durch ihre Konsumaktivitäten sowohl direkt als auch indirekt. Direkt bedeutet, dass die Beanspruchung der Umwelt unmittelbar als Folge von Aktivitäten der privaten Haushalte entsteht. Zum Beispiel wird Energie verbraucht und es entstehen Emissionen durch das Heizen oder beim Autofahren. Indirekt bedeutet, dass man hierzu die Umweltinanspruchnahme ermittelt, die durch die Herstellung der konsumierten Güter verursacht wurde. Man spricht auch vom „Energiegehalt“ oder „Kohlendioxid-Gehalt“ der Konsumgüter. Bestandteil der indirekten Nutzung ist auch der Ressourceneinsatz bei der Herstellung von importierten Konsumgütern im Ausland. Mit dem Energieverbrauch verbunden sind jeweils Kohlendioxid-Emissionen, die analog nach direkten und indirekten Emissionen unterschieden werden.

Im Indikator „Globale Umweltinanspruchnahme des Konsums“ sind der Energieverbrauch, die CO₂-Emissionen und der Rohstoffeinsatz des Konsums der privaten Haushalte dargestellt (siehe Abb. „Globale Umweltinanspruchnahme durch den Konsum privater Haushalte“, neuere Daten sind nicht verfügbar):

  • Der direkte und indirekte Energieverbrauch des Konsums der privaten Haushalte ist seit dem Jahr 2010 um 18,0 % zurückgegangen. Etwa 55 % des Energieverbrauchs der privaten Haushalte sind auf den indirekten Energieverbrauch bei der Produktion von Konsumgütern zurückzuführen.
  • Eine ähnliche Entwicklung gibt es auch bei den CO₂-Emissionen bzw. dem CO₂-Gehalt der Güter. Insgesamt lagen die CO₂-Emissionen des Konsums privater Haushalte 2021 um 16,9 % unter dem Wert von 2010. Die CO2 Emissionen der privaten Haushalte beliefen sich 2022 auf insgesamt 537 Mio. t.
  • Der Rohstoffeinsatz ist im Vergleich zu 2010 um 14,2 % zurückgegangen. Der Einsatz abiotischer Materialien (Erze, fossile Energieträger und sonstige Mineralien) ist seit 2010 um 12,1 % gesunken, bei der Biomasse hat es einen Rückgang um 7,1 % im Verbrauch gegeben. Insgesamt wurden für den Konsum der privaten Haushalte 2022 ca. 555 Mio. t Rohstoffe eingesetzt.

Ein Diagramm zeigt die globale Umweltinanspruchnahme durch den Konsum privater Haushalte dargestellt durch die Indikatoren Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Rohstoffeinsatz. Die Indikatoren bilden die Umweltinanspruchnahmen ab, die im Zusammenhang Konsumaktivitäten der privaten Haushalte im In- und Ausland entstanden sind.

Globale Umweltinanspruchnahme durch den Konsum privater Haushalte

* Die Bundesregierung hat sich in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, den ökologischen Fußabdruck, der mit den Konsumaktivitäten der privaten Haushalte verbunden ist, in allen drei Bereichen kontinuierlich zu reduzieren.

** Werte ab 2016 wegen VGR-Revision nur eingeschränkt mit den vorherigen Jahren vergleichbar. 
*** vorläufige Werte

Quelle:

Statistisches Bundesamt 2026

Downloads:

Berechnung der globalen Umweltinanspruchnahme des Konsums

Der indirekte Energieverbrauch, die Kohlendioxid-Emissionen und der Rohstoffeinsatz werden mit Hilfe der Input-Output Analyse ermittelt. Dabei werden sämtliche Produktionsprozesse im In- und Ausland zur Herstellung der Endnachfragegüter einbezogen. Grundlage hierfür sind die Input-Output Tabellen des Statistischen Bundesamts, die die Produktionsverflechtung nach einzelnen Produktionsbereichen und die Endnachfrage nach Kategorien und Gütergruppen abbilden.

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