Technische Nachrüstung senkt NOx-Ausstoß von Diesel-Pkw wirksam

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Dieselautos sind eine wesentliche Quelle für Stickstoffdioxid.
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Die Nachrüstung mit SCR-Katalysatoren ist eine wirksame Maßnahme, um den NOx-Ausstoß von Diesel-Pkw effektiv zu senken und so die NO2-Immissionsgrenzwerte mittelfristig in allen Städten einzuhalten. Die Nachrüstung von Euro 5-Diesel-PKW – ausreichend Bauraum vorausgesetzt – ist grundsätzlich technisch möglich. Medienberichte hatten heute auf einen veralteten Bericht des UBA Bezug genommen.

Medien hatten heute, 27.8., Bezug genommen auf einen Bericht des Umweltbundesamtes an das Bundesumweltministerium zur „Bewertung zu marktverfügbaren fahrzeugseitigen NOx-Nachrüsttechnologien“ vom Oktober 2016, in dem Nachrüstlösungen ein geringes Potential zur NOx-Minderung attestiert wird. Dieser Bericht ist aufgrund neuer technischer Möglichkeiten mittlerweile überholt.

Der veraltete Bericht ging davon aus, dass die Nachrüstung zur NOx-Minderung ausschließlich mit autarken Systemen erfolgt, die die Nachrüster ohne Unterstützung der Autohersteller einbauen – sie also keinen Zugang zu den Motordaten des Fahrzeugs erhalten würden. Damit könnten nur Speicher-Katalysatoren zum Einsatz kommen und keine SCR-Katalysatoren. Völlig ohne Beteiligung der Autohersteller bringen Speicher-Kats lediglich eine NOx-Minderung von rund 30 %; selbst bei Beteiligung der Autohersteller eine Minderung von rund 70 %.

Aktueller technischer Stand ist: Grundsätzlich ist die Nachrüstung mit SCR-Katalysatoren eine wirksame Maßnahme, um den NOx-Ausstoß von Diesel-Pkw effektiv zu senken und so die NO2-Immissionsgrenzwerte mittelfristig in allen Städten einzuhalten. Die Nachrüstung von Euro 5-Diesel-PKW – ausreichend Bauraum vorausgesetzt – ist grundsätzlich technisch möglich.

Wenn die Hersteller den Einbau einer NOx-Minderungstechnologie unterstützen, dann wäre nun auch der Einbau von SCR-Systemen möglich. Ein Prototyp einer SCR-Nachrüstung hat nun gezeigt, dass eine NOx-Minderung bei einem Euro-5-Diesel-Pkw von bis zu 95 % erreicht werden kann.

Aufgrund dieser Entwicklungen hatte das BMUB das Umweltbundesamt im Frühjahr 2017 zu einer Neubewertung der Nachrüstmöglichkeiten bei Pkw aufgefordert. Der neue Bericht zeigt, dass mit der Nachrüstung mit SCR-Anlagen eine hohe NOx-Minderung bei Euro-5-Diesel-PKW erreicht werden kann. Der Prototyp an einem Fahrzeugmodell erfüllt beispielhaft selbst im praktischen Betrieb auf der Straße den auf dem Rollenprüfstand gültigen Euro-6-Grenzwert in Höhe von 80 mg NOx/km.

Die entscheidende Frage ist, wie viele Diesel-Pkw Euro 5 wirklich technisch mit SCR-Anlagen nachrüstbar sind (z. B. aufgrund des Bauraums) und welche NOx-Minderungen im realen Betrieb dauerhaft erbracht werden können. Dies soll die im Nachgang zum Nationalen Forum Diesel errichtete Expertengruppe I aufzeigen.

Kann man mit einer technischen Nachrüstung mit SCR-Katalysatoren die EU-Luftqualitätsgrenzwerte für Stickstoffdioxid einhalten?

Der Bericht von Juni 2017 zeigt: Bei einer hohen Flottendurchdringung und einer hohen Minderungswirkung würde die Nachrüstung mit SCR-Katalysatoren einen großen Teil der Lücke schließen, die nach Software-Updates und Umtauschprämie zur Erreichung des EU-Luftqualitätsgrenzwertes für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresdurchschnitt besteht. Für die meisten Städte würde der Grenzwert bereits erreicht, für die besonders hoch belasteten Standorte müssten weitere Maßnahmen hinzukommen, die in den drei weiteren, beim Nationalen Forum Diesel beschlossenen Expertengruppen derzeit erarbeitet werden.

In seinem Bericht von Juni 2017 trifft das UBA die Annahme, dass durchschnittlich 50 Prozent Minderung der NOx-Emissionen von Euro-5- und Euro-6-Diesel-PKW erreicht wird (bei einer Flottendurchdringung von 80 Prozent) und hält unter dieser Annahme Fahrverbote ergänzend für nötig. Es liegt daher in der Hand der Automobilhersteller, eine höhere NOx-Minderung zu erreichen, damit Fahrverbote unnötig werden. Nicht berücksichtigt ist bei diesen Berechnungen zudem, dass auch in anderen Bereichen wie der Modernisierung von Taxi-, Bus- oder kommunalen Flotten oder bei der Verkehrslenkung Fortschritte erzielt werden, die ebenfalls dazu führen sollen, die Stickstoffdioxid-Belastung zu senken und Fahrverbote zu vermeiden.

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