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Kampf gegen Leerstand: Belebt nachhaltiger Konsum Innenstädte?

Menschen gehen durch eine belebte Einkaufsstraße
Einkaufsstraße: Nachhaltiger Konsum kann zu einer Belebung der Innenstädte führen
Quelle: William / stock.adobe.com

Wie lassen sich Stadtzentren als Orte des nachhaltigen Konsums gestalten und dabei leerstehende Immobilien beleben? Dieser Frage sind Forschende im Auftrag des Umweltbundesamtes im Projekt „Stadtzentren als Orte nachhaltigen Konsums gestalten“ (SONa) nachgegangen. Die Ergebnisse zeigen: Nachhaltige Entwicklung von Innenstädten braucht einen ganzheitlichen Ansatz und neue politische Instrumente.

Leere Geschäfte, fehlende Besucher*innen und drängende Fragen nach klima- und Umweltschutz: Innenstädte stehen vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig wächst der Anspruch, urbane Räume und vor allem Stadtzentren als Orte mit hoher Aufenthaltsqualität, Möglichkeiten der sozialen Teilhabe und ökologischer Verantwortung zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund untersuchten Forscherinnen des Wuppertal Institutes im transdisziplinären Forschungsprojekt „Stadtzentren als Orte nachhaltigen Konsums gestalten“ (SONa) am Umweltbundesamt (UBA), welche Rolle nachhaltige Konsumangebote bei der Transformation von Innenstädten spielen können. Ziel war es, Maßnahmen zu entwickeln und zu testen, mit denen sich Leerstand beleben lässt und nachhaltige Konsummuster etablieren lassen.

Mit Hilfe eines bundesweiten Ideenwettbewerbs wählten die Forschenden drei Pilotprojekte aus, die zur Belebung leerstehender Geschäfte auf nachhaltige Konsumformen wie leihen, mieten, tauschen oder reparieren setzen. Dabei wurden 
 

Im Rahmen des Projekts wurde ein Handlungsleitfaden entwickelt, der die Erkenntnisse der drei Reallabore pointiert darstellt, um andere Kommunen zum Nachahmen anzuregen.
 

Kultur des Experimentierens etablieren: Pilotprojekte als Zwischenetappen für die Innenstadtentwicklung nutzen.

Jedes der drei Projekte wurde bei der Umsetzung seiner Idee für nachhaltigen Konsum wissenschaftlich begleitet. Als zentrales Ergebnis zeigt sich: Zwischennutzungen, Realexperimente und Pilotprojekte können den beteiligten Akteuren und Akteurinnen Mut für anstehende Veränderungen machen. Diese Formate entfalten ihr Potential für die notwendige Nachhaltigkeitstransformation besonders dann, wenn sie Menschen vernetzen, deren Interessen berücksichtigen und partizipativ gestaltet werden.

Allerdings gibt es auch weiter bestehende Herausforderungen. So ist neben fehlenden Finanzmitteln für solche Projekte und Personalkapazitäten in vielen Städten der Zugang zu leerstehenden Flächen nicht einfach. Daher widmen sich begleitende Ausarbeitungen unter anderem den politischen Instrumenten kommunales Vorkaufsrecht und Anmietungsfonds. Es wurden weitere inspirierenden Beispiele zusammengetragen und ein Dokument stellt den Reallaboransatz vor.
 

Politische Unterstützung ist essenziell

Eine nicht-repräsentative Kommunalbefragung zeigt dazu: Anmietungsfonds besitzen ein hohes Potenzial zur Belebung von Innenstädten – sofern diese über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. Allerdings spielen soziale und ökologische Kriterien bei der Vergabe bislang selten eine Rolle. Damit bleiben wichtige Potenziale und Gestaltungsmöglichkeiten noch ungenutzt. Es ist daher ratsam, Anmietungsfonds mit klaren Nachhaltigkeitskriterien und entsprechenden Beratungsangeboten zu verknüpfen.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes machen deutlich, dass erfolgreiche Innenstadt-Entwicklung eher nicht durch einzelne Maßnahmen entsteht. Vor allem politische Unterstützung, eine enge Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten sowie eine klar benannte Ansprechperson für bestimmte Projekte sind entscheidend für den Erfolg. So lassen sich durch nachhaltige Angebote die Leerstände in Innenstädten oder brachliegende Flächen temporär oder dauerhaft wiederbeleben.

Der Abschlussbericht sowie die begleitenden Dokumente sind jetzt online und können hier eingesehen werden.

 

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