Motten, Schaben, Silberfischchen …
… und wie man sie umweltfreundlich wieder los wird
Chemikalien gehören zu den am stärksten regulierten Bereichen im Umweltschutz. Gleichwohl besteht immer noch Handlungsbedarf: Chronische Gesundheitsschäden durch Chemikalien in Innenraumluft, Gebrauchsgegenständen oder Nahrungsmitteln bleiben ein Thema. Pflanzenschutzmittel treffen nicht nur „Schadorganismen“ sondern auch viele Nützlinge. Biozide belasten die Gewässer. Arzneimittelrückstände in Böden und Wasser sind ein Risiko für die dort lebenden Organismen. Hormonelle Wirkungen von Stoffen beeinflussen die Fortpflanzungsfähigkeit von Pflanzen und Tieren. Und schließlich wirken die Stoffe nicht einzeln, sondern als Gemische auf die Umwelt – häufig addiert sich ihre Wirkung. Einige Schritte sind getan, aber der Weg zur Nachhaltigkeit in der Chemie ist noch weit.
… und wie man sie umweltfreundlich wieder los wird
Nach Pressemeldungen vom 14.12.2014 sind nach einem Schiffsunglück 350.000 l Heizöl in einen Mangrovenwald in Bangladesch geflossen. Seltene Tierarten sind bedroht. So wurde 25 km von der Unglücksstelle entfernt ein toter Irawadi-Delfin gefunden. Der etwa 140.000 Hektar große Sundarbans-Mangrovenwald gilt als Rückzugsort für dutzende gefährdete Tierarten, darunter Königstiger und Tigerpythons.
Anlässlich des deutschen REACH-Kongresses am 1. und 2. Dezember 2014 zogen Bundesumweltministerium und UBA eine positive Bilanz: „Die EU-Chemikalienverordnung REACH ist ein wichtiger Fortschritt hin zu einem nachhaltigen Umgang mit Chemikalien.“, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Die Vorträge des Kongresses stehen nun online zur Verfügung.
Das innovative Geschäftsmodell „Chemikalien-Leasing“ wird weltweit erprobt. Das zeigt der Preis „Global Chemical Leasing Award 2014“, den die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) sowie Österreich, die Schweiz und Deutschland am 10. Dezember 2014 zum dritten Mal vergaben.
Wärmedämmung wird angesichts der Klimaveränderungen immer dringender. Polystyroldämmstoffe oder auch Rückenbeschichtungen von Vorhängen und Möbelbezugsstoffen oder Beschichtungen von Gehäusekunststoffen werden künftig kein Flammschutzmittel HBCD mehr enthalten dürfen.
Wie sehr sich Arzneimittelrückstände aus Klärschlamm und Gülle im Boden anreichern und welche Auswirkungen das hat, zeigte ein Workshop, den das UBA am 18. und 19. Juni 2013 veranstaltete.
Wie vom UBA vorgeschlagen, wurden neue Chemikalien in die Liste besonders besorgniserregender Stoffe nach der EU-Chemikalienverordnung REACH aufgenommen.