30 Jahre Deutsche Einheit: Auch für die Umwelt ein Gewinn
Das Umweltbundesamt zieht 30 Jahre nach der Deutschen Einheit eine positive Umweltbilanz: Luft, Wasser und Böden deutlich sauberer – Klimawandel nach wie vor größte Herausforderung.
Die Nutzung von Ressourcen ist eine wesentliche Grundlage für unser Leben. Das weltweite Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum verstärkt den Druck auf die natürlichen Ressourcen wie Rohstoffe, Flächen und die biologische Vielfalt. Das Umweltbundesamt verfolgt das zentrale Ziel, die Ressourceninanspruchnahme und die damit verbundenen Umweltwirkungen insgesamt und über die gesamte Wertschöpfungskette zu verringern. Die Vermeidung von Abfällen sowie der Einsatz von Rest- und Abfallstoffen als Sekundärrohstoffe und die energetische Verwertung von Abfällen kann dabei ebenso einen erheblichen Beitrag zum Ressourcenschutz leisten, wie ressourcenschonende Produktionsprozesse, Produkte und Nutzungskonzepte.
Das Umweltbundesamt zieht 30 Jahre nach der Deutschen Einheit eine positive Umweltbilanz: Luft, Wasser und Böden deutlich sauberer – Klimawandel nach wie vor größte Herausforderung.
Kommunen haben ein hohes Potenzial für ressourceneffizientes Handeln: kommunale Akteure in der Wirtschaftsförderung, den Fachämtern sowie den Infrastrukturdienstleistern für Energie, Wasser und Abfall können zur Steigerung der Ressourceneffizienz beitragen. Eine Servicestelle könnte die Kommunen hierbei unterstützen. Das zeigt das Projekt „KommRess“ im Auftrag des Umweltbundesamtes.
Ein breites Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Verbänden setzt sich mit den „Aktionswochen Biotonne Deutschland“ für eine bessere Biomüll-Sammlung ein. Drei Wochen lang werben ab heute vor allem Kommunen in Deutschland für die Getrenntsammlung von Bioabfällen mit Aktionen vor Ort.
Zum 5. Mal veranstaltet das Umweltbundesamt am 3. November 2020 das Europäische Ressourcen-Forum (ERF). Wegen der Covid-19-Pandemie findet die englischsprachige Konferenz erstmals virtuell als Online-Event statt. Es werden über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 40 Ländern erwartet.
Die Digitalisierung und ökologisches Design schaffen neue Möglichkeiten für den Umwelt- und Ressourcenschutz: Beispielsweise helfen digitale Service-Angebote bereits heute dabei, Lebensmittelabfälle zu vermeiden oder die Nutzungsdauer von Elektrogeräten zu verlängern. Das vom UBA koordinierte EU-Interreg-Projekt EcoDesign Circle 4.0 fördert solche Dienstleistungen in sechs Ostsee-Anrainerstaaten.
Bergbau ist in Deutschland ein aktuelles Thema: Einerseits stellen sich mit dem eingeleiteten Ausstieg aus der Braunkohlegewinnung vermehrt neue Anforderungen, insbesondere zur Folgenbewältigung. Andererseits erkunden internationale Konsortien aussichtsreiche Lagerstätten. Das UBA empfiehlt daher, das Bergrecht – aus der Perspektive des Umweltschutzes – weiterzuentwickeln.
In Deutschland fällt derzeit noch rund halb so viel Restmüll an wie vor 35 Jahren, verglichen mit den alten Bundesländern. Das zeigt eine aktuelle Analyse von Siedlungsrestabfällen in Deutschland. Viel mehr Wertstoffe wie Glas, Papier und Plastik werden heute getrennt gesammelt. Dennoch enden noch immer viele Wertstoffe in der Restmülltonne, obwohl sie dort nicht hingehören.
Das ist die Botschaft einer virtuellen Podiumsdiskussion von UBA, OECD und UNEP. Hintergrund sind aktuelle Debatten zur Krisenanfälligkeit globaler Wertschöpfungsketten und zur rechtlichen Regelung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten international tätiger Unternehmen. Herausgehoben wurde die Notwendigkeit, Umweltschutz und Achtung der Menschenrechte besser zu verzahnen.
Im Jahr 2018 fielen rund 560.000 Altfahrzeuge in Deutschland an. Bei der Verwertung dieser Altfahrzeuge wurden die vorgeschriebenen Recycling- und Verwertungsquoten eingehalten. Gleichzeitig gab es jedoch schätzungsweise rund 310.000 Fahrzeuge mit unbekanntem Verbleib. Das UBA empfiehlt daher u.a., Mindestanforderungen an die Fahrzeugzulassungssysteme für die Abmeldung von Fahrzeugen einzuführen.
Zement ist Bestandteil von Beton, einem der wichtigsten Baustoffe. Die Produktion von Zement ist energie- und rohstoffintensiv. Ein Projekt im Auftrag des UBA arbeitet heraus, dass die Zementindustrie durch effizienten Energie- und Materialeinsatz einen Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz leisten kann, die CO2-Minderungspotentiale mit klassischen Technologien aber begrenzt sind.
853.000 Tonnen Elektroaltgeräte wurden im Jahr 2018 laut Umweltbundesamt (UBA) in Deutschland gesammelt. Dies entspricht einer Sammelquote von 43,1 Prozent, womit Deutschland das EU-Sammelziel von 45 Prozent leicht verfehlt. Um die ab 2019 für Deutschland geltende Sammelquote von mindestens 65 Prozent zu erreichen, braucht es ein ganzes Bündel an Maßnahmen.
Das vom UBA koordinierte Projekt „EcoDesign Circle“ ist einer der Finalisten für die „Regiostars Awards“, einem Wettbewerb EU-finanzierter Projekte, die inspirierende Ansätze in der regionalen Entwicklung vorstellen. Bis zum 15. September kann für den Publikumspreis noch auf der Webseite des Wettbewerbs abgestimmt werden.