Kommunen können Ressourceneffizienz steigern

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Reparieren statt neu kaufen spart Ressourcen
Quelle: Maksim Kostenko / Fotolia

Kommunen haben ein hohes Potenzial für ressourceneffizientes Handeln. Denn viele ressourcenrelevante Stoffströme sind regional organsiert und somit auf kommunaler Ebene verortbar. Das Projekt „RegioRess“ des Umweltbundesamtes zeigt, dass kommunale Akteure vielfältige Projekte und Maßnahmen zur Optimierung von Stoffströmen umsetzen und leitet daraus Hinweise zur Übertragbarkeit ab.

Ressourcenschonungspolitik ist aktuell überwiegend auf Ressourceneffizienzsteigerungen im technisch- industriellen Bereich fokussiert. Dabei werden entweder sektorale oder aber einzelbetriebliche Ansätze verfolgt. Vielfältige Stoffströme können jedoch auch regional oder lokal betrachtet und eventuell gesteuert werden. So sind Wasserversorgung und Abwasserbehandlung inklusive der Reststoffe wie Klärschlamm zumeist räumlich begrenzt organisierte Stoffströme, auch einige Abfallströme werden eher regional behandelt. Holzströme unterliegen häufig einer regionalen Wertschöpfung. Ebenfalls wird Energie zunehmend vor Ort erzeugt und genutzt wie z.B. die 100%-EE-Regionen oder Bioenergiedörfer zeigen. Aus diesem Grund kann die nähere Betrachtung der Gestaltungsmöglichkeiten von Kommunen und Regionen zur Erhöhung der Ressourceneffizienz, neben den Maßnahmen in der öffentlichen Beschaffung, eine weitere Handlungsebene der Ressourcenpolitik eröffnen. Die Fortschreibung des deutschen Ressourceneffizienzprogramms, ProgRess II, definiert daher auch  als einen Handlungsansatz die Unterstützung der Ressourceneffizienzpolitik auf kommunaler und regionaler Ebene. Hier setzt das Projekt „Hemmnisse und Potenziale zur Ressourceneffizienzsteigerung durch Optimierung regionaler und lokaler Stoffkreisläufe – RegioRess“ an und trägt somit zur Umsetzung der deutschen Ressourcenschonungspolitik bei.

Projekt „RegioRess“

RegioRess identifizierte und evaluierte Möglichkeiten und Potenziale der Optimierung regionaler und lokaler Stoffströme und Stoffkreisläufe zur Steigerung der Ressourceneffizienz und –effektivität. Anhand dieser Analyse wurden anschließend Handlungsempfehlungen für die Kommunen und weitere Akteure wie beispielsweise die regionale Wirtschaft oder Bürgerinnen und Bürger erarbeitet.

Anhand der Analyse einer Vielzahl konkreter Konzepte zur Optimierung von Stoffströmen und Stoffkreisläufen wurden die vielfältigen lokalen Strukturen, Akteurskonstellationen und Managementprozesse die für gelungene lokale und regionale Stoffstrommanagementsysteme essentiell sein können, identifiziert, analysiert und evaluiert. Daraus wurden Erkenntnisse über die wichtigsten Anwendungsbeispiele eines regionalen Stoffstrommanagements gewonnen.Aufbauend auf diesen Ergebnissen und ergänzt um fünf detailliert untersuchter Fallstudien galt es im Anschluss zu identifizieren, wo und in welcher Art Hemmnisse und Probleme bei der Einführung optimierter Stoffstrommanagementsysteme vorliegen, aber auch welche Chancen durch die Optimierung regionaler Stoffkreisläufe bestehen. Im Ergebnis konnten vertiefte Erkenntnisse zu den Stoff-, Energie- und Finanzströmen, die durch ein regionales Stoffstrommanagement gesteuert werden können, gewonnen werden. Herausgearbeitet wurden dabei die Steuerungsebenen, die für das Management am besten geeignet sind, die Rahmenbedingungen, die erfüllt sein müssen sowie Erfolgsfaktoren und Hemmnisse, die ein optimiertes regionales und lokales Stoffstrommanagement fördern oder stören.
Für die wichtigsten Stoff-, Energie- und Finanzströme wurden aus den Projekterkenntnissen Politikempfehlungen zur Förderung der Erfolgsfaktoren und Überwindung der Hemmnisse entwickelt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten auf regionaler und kommunaler Ebene gelegt. Neben den einzelnen Empfehlungen wird auch deren Zusammenspiel analysiert und ein kohärenter Policy-Mix vorgeschlagen.