Die Apothekerschaft zeichnet sich durch ihre pharmakologische und pharmazeutisch-technologische Expertise aus. Für den Umweltschutz ist es entscheidend, dass sie diese Expertise im Austausch mit den Medizinerschaft einbringt. Beispielsweise wäre es wünschenswert, wenn Apothekerinnen*Apotheker bei der Abgabe nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel, wenn möglich zu Alternativpräparaten beraten könnten, die umweltfreundlicher sind, z. B. weil sie besser in Kläranlagen und der Umwelt abgebaut werden oder ein geringeres toxisches Potenzial in der Umwelt haben. Dabei könnte ein öffentlich zugängliches Umweltinformations- und Klassifikationssystem für Arzneimittelwirkstoffe hilfreich sein. In Schweden gibt es dafür das Portal Janusinfo (https://janusinfo.se/beslutsstod/lakemedelochmiljo/pharmaceuticalsandenvironment, Englisch). Diese Datenbank hilft dabei, umweltfreundlichere Wirkstoffalternativen zu finden oder sich zu den Auswirkungen von spezifischen Arzneistoffen auf die Umwelt zu informieren. Für Deutschland gibt es eine solche Datenbank bisher nicht. In den Fachinformationen der Präparate, über die Einsicht mit der jeweiligen Apothekensoftware besteht, finden sich aber in den Abschnitten 5.3 (Präklinische Daten zur Sicherheit) und 6.6 (Entsorgungshinweis) Hinweise, wenn ein Arzneistoff im Rahmen der Umweltrisikobewertung als umweltschädlich eingestuft wurde.
Auch die Auswahl der Applikationsform kann einen erheblichen Einfluss auf die Umweltbelastung haben. Apothekerinnen*Apotheker können alternative Applikationsformen empfehlen, bei denen weniger Wirkstoffe in die Umwelt gelangen. Beispielsweise können Arzneipflaster anstelle von Salben oder orale statt topische Applikationsformen eine umweltfreundlichere Option darstellen.
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Umweltaspekte bei der Verschreibung von Arzneimitteln
Die Förderung des Austauschs im medizinischen und pharmazeutischen Kollegium ist entscheidend, um ein gemeinsames Umweltbewusstsein zu entwickeln. Die Apothekerschaft sollte aktiv an Diskussionen zur Umweltrelevanz der verschriebenen Wirkstoffe, Applikationsformen und Packungsgrößen teilnehmen. Der Erfahrungsaustausch kann dazu beitragen, bewährte Praktiken zu identifizieren und gemeinsam nachhaltige Lösungen zu erarbeiten.