Aussehen und Vorkommen
Die Große Drüsenameise ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, hat sich von dort aber über Warenlieferungen auch bis nach Deutschland verbreitet. Die Einschleppung erfolgt überwiegend mit mediterranen Großgehölzen (zum Beispiel Oliven- und Feigenbäume, Palmen), die zunächst in Gärtnereien und Gartencenter geliefert werden. Von dort aus findet die Besiedlung angrenzender Bereiche statt beziehungsweise werden die Ameisen mit den Pflanzen auch in Privathaushalte gebracht.
In Deutschland gibt es neben zwei heimischen Arten (Tapinoma erraticum und T. subboreale) auch eingeschleppte Arten der Gattung Tapinoma, zum Beispiel die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum), Tapinoma ibericum und Tapinoma darioi. Eine Unterscheidung dieser Arten ist mit bloßem Auge nicht möglich und kann nur durch Personen mit entsprechender Expertise unter dem Mikroskop durchgeführt werden.
Die Ameisen sind komplett glänzend schwarzgefärbt, ohne braun gefärbte Körperteile. Arbeiterinnen werden etwa 2 bis 5 mm groß. Typisch ist, dass Arbeiterinnen in verschiedenen Größen nebeneinander auftreten. Die Große Drüsenameise hat im Gegensatz zu vielen anderen Ameisenarten eine polygyne Lebensweise, das heißt eine Kolonie hat mehrere (bis zu 350) Königinnen. Nester werden unterirdisch angelegt und bilden dort ein weit verzweigtes System von untereinander in Verbindung stehenden Nestern. Zwischen den einzelnen Nestern werden regelmäßig Brut und Arbeiterinnen ausgetauscht. Das führt dazu, dass es zwischen den einzelnen Nestern keine Konkurrenz gibt und die einzelnen Nester eine Superkolonie bilden (unikoloniale Art). Ab Mai bis Juni werden Geschlechtstiere in den Nestern gebildet, die ab Juli auf ihren Schwarmflügen sichtbar werden. Begattete Weibchen (Königinnen) gehen entweder wieder in ihr Ursprungsnest zurück oder gründen ein neues Nest in der Nähe des Ursprungsnests.
Im Gegensatz zu einer häufig auftretenden heimischen Ameisenart, der Schwarzen Wegameise (Lasius niger), ist die Große Drüsenameise auch bei niedrigen Temperaturen bis etwa drei Grad Celsius aktiv. In ihrem ursprünglichem Verbreitungsraum hält sie keine Winterruhe. In unseren Breiten wandert die Art bei Kälte auf der Suche nach Wärme und Nahrung auch in Gebäude ein.
Die Große Drüsenameise bevorzugt offene Flächen mit sandigen Böden. Sie kommt bevorzugt in Siedlungsgebieten vor, in denen sie ihre Nester in der Nähe von Mauern und Hausfundamenten, unter Pflastersteinen und Gehwegplatten aber auch in oder unter Blumenkästen und -kübeln bis in eine Bodentiefe von einem Meter anlegt. Während sich die erwachsenen Tiere (Imagines) überwiegend von Honigtau, einer zuckerhaltigen Absonderung von Blattläusen, ernähren wird die Brut auch mit Sämereien und kleinen Insekten versorgt. Aber auch menschliche Nahrungsreste werden gefressen. Blattlauskolonien werden beschützt und so können auch Nützlinge wie beispielsweise Marienkäfer, die sich von Blattläusen ernähren, angegriffen und vertrieben oder getötet werden.
Die Große Drüsenameise stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und hat sich von dort vor allem über den Transport von Pflanzen in die EU ausgebreitet. In Deutschland kommt sie seit 2009 vor. Da sie in einigen EU-Ländern wie zum Beispiel Spanien und Italien heimisch ist, kann sie nicht in die Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung aufgenommen werden. Die naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung durch das Bundesamt für Naturschutz sieht die Art aber als „potentiell invasive Art“ für Deutschland und führt sie auf der nationalen Beobachtungsliste. Diese Bewertung beruht allein auf naturschutzfachlichen Kriterien wie einem hohen Reproduktionspotential, einem expansiven Ausbreitungsverlauf, einer möglichen Monopolisierung von Ressourcen und der Förderung durch den Klimawandel.