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Regenwürmer geben Hinweise auf Wirkungen von Chemikalien in Böden

Regenwürmer
Regenwürmer
Quelle: Umweltprobenbank-Projektgruppe Universität Trier

Regenwürmer sind ein wichtiger Indikator für die Bodenfruchtbarkeit. Sie lockern den Boden, fördern das Wurzelwachstum, verbessern die Wasseraufnahme, erzeugen Humus und tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei: Eine neue Standardprüfmethode untersucht die Auswirkung von Chemikalien auf einzelne Arten und die Lebensgemeinschaft der Regenwürmer in Freilandtests.

Die neue OECD-Prüfrichtlinie Nr. 256 untersucht die kurz- und langfristigen Effekte von Chemikalien auf Regenwurmgemeinschaften im Boden unter Feldbedingen. Sie wird insbesondere für die europäische Zulassung von Pflanzenschutzmitteln genutzt und basiert auf dem ISO-Standard 11268-3, der seit 1999 genutzt und letztmalig 2014 aktualisiert wurde. Die Durchführung einer Regenwurmfreilandstudie erfolgt hauptsächlich in der höherstufigen Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln, wenn für Regenwürmer in den Standardtestverfahren zur chronischen Toxizität und der Expositionsabschätzung auf Basis der beantragten Anwendungsmenge ein Risiko für den Regenwurm ermittelt wurde. Daher ist es wichtig, dass die Regenwurmfreilandstudie ein Testdesign mit ausreichender statistischer Aussagekraft aufweist, um Effekte auf die Regenwurmgemeinschaft sicher zu identifizieren. Die Auswertung der bisherigen Daten aus Studien, die nach dem ISO-Standard erhoben wurden, zeigte eine sehr niedrige statistische Aussagekraft: Effekte unterhalb von 50% wurden nicht sicher detektiert. Daher wurde für die neue OECD-Prüfrichtlinie ein verbessertes und aufwendigeres Testdesign entwickelt. Darüber hinaus wurde die Eignung verfügbarer, statistischer Verfahren für die Auswertung der Daten aus Freilandstudien getestet und angepasst um eine optimierte, statistische Analyse der Daten zu gewährleisten. Um die Effekte im Feld mit den tatsächlichen Rückständen der applizierten Testsubstanzen in Verbindung bringen zu können, sind zusätzliche analytische Messungen der Chemikalienrückstände im Testverlauf mit aufgenommen worden. Die neue OECD-Prüfrichtlinie ist ein wertvoller Beitrag zur Aktualisierung des Bewertungsleitfadens für die terrestrische Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln, welche derzeit überarbeitet wird.

Die OECD-Prüfrichtlinien zur Prüfung von Chemikalien umfassen eine Reihe standardisierter, international harmonisierter und akzeptierter Prüfmethoden und Leitfäden, anhand derer Chemikalien charakterisiert und potentiell schädigendes Verhalten und Wirkung auf Mensch und Umwelt untersucht werden können. 

Die jetzt verabschiedete Prüfrichtlinie wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes und unter Förderung des Bundesumweltministeriums von ECT Ökotoxikologie GmbH, RWTH Aachen und Darwin Statistics retrospektiv validiert und es wurde eine Pilotstudie zur Ableitung eines verbesserten Testdesigns durchgeführt. Die erhobenen Daten der Pilotstudie wurden mit den im Umweltbundesamt vorliegenden Daten von Freilandstudien an Regenwürmern ausgewertet.
 

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