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Umsetzung Konzept zur Klimafolgenanpassung in der Stadt Pforzheim

Da das Pforzheimer Stadtgebiet zu über 50 % aus Wald besteht, lag ein Schwerpunkt des Konzeptes auf diesem Thema. Durch Bau und Inbetriebnahme eines Wald-Klassenzimmers im Jahr 2024 hat die konkrete waldpädagogische Arbeit jetzt eine räumliche Anlaufstelle mitten im Wald. So kommen seitdem über 2000 Kinder und Jugendliche pro Jahr in den Genuss von Führungen und Workshops. Ein Wald-Klima-Pfad für Familien mit neun interaktiven Stationen wurde konzipiert und demnächst gebaut. Naturverjüngung ist ein prägendes Prinzip in Pforzheim, um den Waldumbau voranzutreiben, ebenso wie die Aufforstung der Schadflächen mit klimastabilen Baumarten wie Feldahorn, Trauben-Eiche, Elsbeere, Speierling und Esskastanie. So wurden mehrere Tausend neue Bäume in den letzten drei Jahren gepflanzt. Auch ein Projekt „Jahrgangswäldle“ – ein Baum für jedes neu geborene Kind wird regelmäßig umgesetzt.
Das Thema Sensibilisierung der Öffentlichkeit und innerhalb der Verwaltung wurde mit niedrigschwelligen Aktionen sowie Print- und Online-Materialien bespielt, z.B. das generationsübergreifende Projekt: „Schulen pflanzen für Seniorenzentren“ und die Verschenkaktion „1000 Klimabäume für Pforzheimerinnen und Pforzheimer“.
Unter Federführung des Gesundheitsamtes wurde für die Stadt Pforzheim und den Enzkreis ein Hitzeaktionsplan erarbeitet. Jedes Jahr legt eine Arbeitsgruppe den Schwerpunkt bezüglich der vulnerablen Zielgruppe fest, die dann Schulungen erhält. Eine „Kühle Karte“ wurde konzipiert und im Bürger-Geo-Informations-System online eingestellt. Darin sind auch die neu errichteten elf Trinkbrunnen verzeichnet.
Klimaresiliente Quartiersentwicklung realisierte sich in der dicht bebauten Nordstadt mit dem Umbau eines Platzes nach Schwammstadt-Prinzip ebenso wie in der Oststadt mit der Umgestaltung eines Parks nach dem gleichen Prinzip.
Die vorbereitete Aktualisierung der Stadt-Klimaanalyse wird zukünftige Stadt-Planungen bei der Anpassung an den Klimawandel wirksam unterstützen.

Eckdaten zur Maßnahme

Maßnahmenträger

Maßnahmenträger
Stadt Pforzheim https://www.pforzheim.de

Dauer und Finanzierung

Beginn der Umsetzung
Dauer der Umsetzung
3 Jahre
Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
Ca 230 000 Euro
Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
  • Bund
Die „Umsetzung eines integrierten Klimaanpassungskonzepts für die Stadt Pforzheim“ wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) unter dem Förderkennzeichen 67DAA00112 gefördert. Die Förderrichtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ unterstützt Kommunen dabei, den Folgen des Klimawandels möglichst frühzeitig, systematisch und integriert zu begegnen.

Weiterführende Links

Beteiligung

Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
  • Betriebe, öffentliche Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
  • Breite Öffentlichkeit
  • Forschung/Beratung/Bildung
  • Schüler*innen
  • Grundstücksbesitzer
  • Öffentliche Verwaltung/Politik
  • Presse
  • Stadtwerke
  • Umwelt- und Sozialverbände
  • Sonstige
Ökologische Arbeitsgruppen der Katholischen und Evangelischen Kirche in Pforzheim
Welche Formen der Beteiligung fanden statt?
  • Aufbau von Netzwerken
  • Aufsuchende Formate (z.B. Informationsstände)
  • Bereitstellung von Informationsmaterialien
  • Dialogveranstaltungen, Konferenzen, Workshops
  • Informationsveranstaltungen
  • Sonstiges
Pflanzaktionen mit Schulen und Seniorenzentren
Klimabaum-Verschenk-Aktion
Förderprogramm Fassadenbegrünung
Erläuterung
Über Workshops, Begehungen, Exkursionen boten sich vielfältige Beteiligungsformen für die Öffentlichkeit und auch verwaltungsintern. Beispielsweise wurden die neuen Auszubildenden der Stadtverwaltung Pforzheim mit einem Planspiel für das Thema Klimaanpassung und Klimaschutz sensibilisiert, so dass sie am Schluss eigene Poster zum Thema gestalteten und diese mehrere Wochen innerhalb der Verwaltung präsentierten.

Erfolge

Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
Die erfolgreiche Sensibilisierung der Öffentlichkeit über das Waldklassenzimmer, Exkursionen, Pflanzaktionen und Klimaspaziergänge - organisiert vom Amt für Umweltschutz - spiegelt sich in vielen Presseartikeln und Anfragen von Bürgerinnen und Bürger zum Thema wider. Viele Veranstaltungen sind ausgebucht und die Verschenk-Aktion: „Klimabäume für Pforzheim“ hat bereits über 500 Bäume in die Vor- und Hausgärten gebracht. Niedrigschwellige Aktionen wie „Schulen pflanzen für Seniorenzentren“ wurden als Best Practice Beispiele bundes- und landesweit in Datenbanken aufgenommen und mehrfach nachgeahmt. Die Pflanzung von klimastabilen Bäumen im Wald oder an den Straßen stärkt die Klimaresilienz der Stadt an vielen Orten. Innerhalb der Verwaltung werden bioklimatische Aspekte verstärkt in Planungsprozesse wie Flächennutzungsplan und Bebauungspläne integriert. Auch Fassaden- und Dachbegrünungen an öffentlichen Gebäuden werden diskutiert und momentan geplant.
Wie wird der Erfolg der Maßnahme evaluiert?
  • Feedback-Gespräche (z.B. Gruppendiskussion, Fokusgruppe, Erfahrungsberichte)
  • Monitoring (z.B. Messung, Erfassung von Daten, TN-Zahlen, Webseitenklicks)
  • quantitative Befragung (mittels Fragebögen)
Erläuterung
Die einzelnen Maßnahmen wurden auf unterschiedliche Weise evaluiert. Beispielsweise wurde der Hitzeaktionsplan wissenschaftlich von der Universität Tübingen mittels quantitativer Befragung evaluiert. Die Klickzahlen der Kühlen Karte werden täglich erfasst. Die Erfolge der Öffentlichkeitsaktionen werden mittels Feedbackgesprächen evaluiert.
Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
Durch die dauerhafte Schaffung einer Personalstelle für Klimaanpassung nach dem Ende der Bundesförderung ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung gewährleistet. Des Weiteren erfolgt die Verstetigung des Konzeptes durch die Integration des Themas in die kommunalen Planungsprozesse (z.B. klimaresiliente Quartiersentwicklung, besonders in den Sanierungsgebieten) und die permanente Weiterentwicklung der ämterübergreifenden Projektarbeit – gerade in Kooperation mit der Abteilung SMART City. Die Aktualisierung der Stadtklimaanalyse bietet da vielfältige Anknüpfungspunkte innerhalb der Verwaltung.
Ein neues Förderprogramm „Grün mal drei“ zu Dach- und Fassadenbegrünung und Entsiegelung für die Bürgerinnen und Bürger ist für 2026 und 2027 aufgelegt und wird das Thema weiter in der Bürgerschaft verankern.
Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?
  • Nein

Hindernisse

Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?
Klimaanpassung ist ein Querschnittsthema und erfordert somit ämterübergreifende Projektarbeit. Die dafür notwendigen Strukturen sind in der öffentlichen Verwaltung zumeist nicht gegeben. Bislang hat sich in Verwaltungen ein Denken von Zuständigkeiten bewährt. Somit müssen die Strukturen für eine ämterübergreifende Projektarbeit erst aufgebaut werden.
Personelle und finanzielle Ressourcen sind in den öffentlichen Haushalten nur eingeschränkt vorhanden.
Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
  • Nein

Kontaktdaten

Dr. Sylvia Lorenz
Stadt Pforzheim, Amt für Umweltschutz
Luisenstraße 29
75172 Pforzheim
Deutschland
Abteilung
E-Mail
sylvia.lorenz@pforzheim.de
Telefonnummer
07231 39 3046
Faxnummer

Ort der Umsetzung

Marktplatz 1
75175 Pforzheim
Deutschland

Baden-Württemberg

Kategorien

Hitzeperioden Starkregen/Sturzfluten Trockenheit Höhere Durchschnittstemperaturen veränderte Niederschlagsmuster Informationsbereitstellung und Sensibilisierung Naturbasierte Maßnahme (z.B. Begrünung, Renaturierung) Technische Maßnahme (z.B. Baumaßnahme) Öffentliche Verwaltung
Kurzlink: https://www.uba.de/n308399de