RENUWAS - Resiliente Steuerung von Nutzungskonflikten der Wasserversorgung in Herten
Ziel von RENUWAS war es, kommunale Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Trockenheit und Wassermangel systematisch zu untersuchen und mögliche Nutzungskonflikte zwischen verschiedenen Wassernutzungen frühzeitig sichtbar zu machen.
Dazu entwickelten die Stadt Herten und die TU Dortmund ein Wirkmodell zu Trockenheit und Wassermangel. Das Modell beschreibt, wie klimatische Veränderungen, hydrologische Prozesse sowie ökologische und sozioökonomische Wirkfolgen miteinander zusammenhängen. Betrachtet wurden unter anderem kritische Infrastrukturen, Bevölkerung, Gewerbe und Industrie, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Natur und ökologisch wertvolle Flächen sowie Siedlungsgrün.
Das Wirkmodell wurde auf die lokalen Rahmenbedingungen der Stadt Herten übertragen. Ergänzend wurden Interviews, Befragungen und Workshops mit Akteuren aus Verwaltung, Wasserwirtschaft, Katastrophenschutz, Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Wirtschaft und weiteren Bereichen durchgeführt. Dabei wurden Betroffenheiten, Handlungsoptionen und mögliche Priorisierungen von Wassernutzungen diskutiert.
Als Ergebnis entstand ein informelles Handlungskonzept Wassermangel für die Stadt Herten. Es enthält 16 proaktive kommunale Maßnahmen sowie ergänzende reaktive Handlungsoptionen für städtische und nicht-städtische Akteure. Dazu gehören unter anderem Ansätze für trockenresiliente Bauleitplanung, Bewässerungskonzepte, Entsiegelung, Öffentlichkeitsarbeit, Stadtgrün sowie die Vernetzung mit Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Forstwirtschaft.
Darüber hinaus wurden Ansätze zur Priorisierung von Bewässerungsbedarfen und Trinkwassernutzungen in Wassermangelsituationen entwickelt. Die Ergebnisse sind grundsätzlich auf andere Kommunen übertragbar und können als Grundlage für eigene Analysen, Handlungskonzepte und Priorisierungsdiskussionen genutzt werden.
Eckdaten zur Maßnahme
Maßnahmenträger
- Maßnahmenträger
- Stadt Herten https://www.herten.de/
- Kooperationspartner
- Technische Universität Dortmund (TU Dortmund)
Dauer und Finanzierung
- Beginn der Umsetzung
- Dauer der Umsetzung
- 33 Monate - Abschluss im April 2026
- Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
- 320.000 EUR
- Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
-
- Bund
-
Die Kosten entstanden insbesondere für Projektbearbeitung, Analysen, Workshops, Beteiligung, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erstellung von Wirkmodell, Handlungskonzept und Abschlussbericht.
Gefördert wurde RENUWAS durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Programms „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“.
Förderkennzeichen: 67DAS262A
Weiterführende Links
- Links zur Maßnahme
- Verwandte Tatenbankeinträge
Beteiligung
- Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
-
- Betriebe, öffentliche Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
- Breite Öffentlichkeit
- Grundstücksbesitzer
- Öffentliche Verwaltung/Politik
- Stadtwerke
- Sonstige
- Eingebunden wurden unter anderem Akteure aus Wasserwirtschaft, Bevölkerungsschutz/Katastrophenschutz, Kreisverwaltung, Gesundheitsamt, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie KRITIS-Betreiber, darunter ein Krankenhaus. Außerdem wurden weitere lokale Akteure im Rahmen von Workshops, Interviews und Befragungen beteiligt.
- Welche Formen der Beteiligung fanden statt?
-
- Aufbau von Netzwerken
- Dialogveranstaltungen, Konferenzen, Workshops
- Informationsveranstaltungen
- Online-Befragung / -Dialog
- persönliche Befragung / Bürgeranhörung
- Erläuterung
- Im Projekt wurden Experteninterviews, Online-Befragungen, Auftakt- und Fachworkshops sowie Abstimmungen mit Verwaltung, Wasserwirtschaft, Bevölkerungsschutz, Landwirtschaft und KRITIS durchgeführt. Ziel war, Betroffenheiten zu erfassen, Wissen zu bündeln und Handlungsoptionen praxisnah zu prüfen. Die Beteiligung validierte das Wirkmodell und unterstützte die Entwicklung konkreter Maßnahmen für das Handlungskonzept Wassermangel. Zielgruppengerechte Beteiligungsformate sind sehr sinnvoll.
Erfolge
- Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
- RENUWAS hat dazu beigetragen, Trockenheit und Wassermangel in Herten als strategische Aufgabe der Klimaanpassung zu verankern. Dafür wurden komplexe Zusammenhänge zwischen Klima, Wasserhaushalt, Nutzungskonflikten und kommunalem Handeln in einem übertragbaren Wirkmodell aufbereitet. Für Herten entstand ein informelles Handlungskonzept Wassermangel mit 16 proaktiven kommunalen Maßnahmen sowie ergänzenden reaktiven Handlungsoptionen. Zusätzlich wurden Ansätze zur Priorisierung von Bewässerungsbedarfen und Trinkwassernutzungen entwickelt. Interviews, Befragungen und Workshops stärkten die Vernetzung relevanter Akteure und machten Betroffenheiten sowie Handlungsspielräume sichtbar. Damit liegen praxisnahe Grundlagen für Vorsorge, Reaktion und weitere kommunale Planungsprozesse vor.
- Wie wird der Erfolg der Maßnahme evaluiert?
-
- Analyse (z.B. Soll-Ist-Abgleiche, Meilensteinabgleich, Medienanalyse)
- Keine Evaluation
- Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
- Die Ergebnisse von RENUWAS sollen in das Klimaanpassungsmanagement und weitere kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse der Stadt Herten integriert werden. Das entwickelte informelle Handlungskonzept Wassermangel dient als Grundlage, um Maßnahmen zum Umgang mit Trockenheit und Wassermangel schrittweise zu konkretisieren, umzusetzen und fortzuschreiben. Zudem soll das aufgebaute Netzwerk aus Verwaltung, Wasserwirtschaft, Bevölkerungsschutz, Kreis, Landwirtschaft, KRITIS und weiteren Akteuren weiter genutzt werden, um Austausch, Abstimmung und gemeinsame Vorsorge zu stärken. Die methodischen Grundlagen, Handlungsoptionen und Erfahrungen aus Herten werden darüber hinaus im fachlichen Austausch weitergegeben, damit auch andere Kommunen sie für eigene Analysen und Anpassungsprozesse nutzen können.
-
- Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?
-
- Nein
Hindernisse
- Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?
-
Eine Herausforderung war, dass akuter Trinkwassermangel in Herten als alter Bergbaustandort derzeit als eher unwahrscheinlich gilt und dadurch wenig unmittelbarer Handlungsdruck besteht. Zudem fehlen teils klare Vorgaben zur Priorisierung von Wassernutzungen. RENUWAS begegnete dem durch Sensibilisierung, Akteursdialoge und übertragbare Entscheidungsgrundlagen.
-
- Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
-
- Nein
Kontaktdaten
-
Jörg Peter SchmittTU Dortmund, Fakultät Raumplanung, Lehrstuhl für Regionalentwicklung und Risikomanagement (RER)Deutschland
- Abteilung
-
joerg.schmitt@tu-dortmund.de
- Telefonnummer
- Faxnummer
Ort der Umsetzung
Kurt-Schumacher-Straße 2
45699 Herten
Deutschland