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KLISOPAR - Klimastraßenverbund Solingen mit Partizipation der Bürger*innen Solingens

KLISOPAR (Klimastraßenverbund Solingen mit Partizipation der Bürger*innen Solingens) ist ein kommunales Klimaanpassungsprojekt im Solinger Stadtteil Ohligs. Ziel ist es, den Stadtteil besser auf zunehmende Hitze, Trockenheit und Starkregen vorzubereiten und Klimaanpassung gemeinsam mit Bürger*innen, Verwaltung, Politik und lokalen Akteur*innen konkret erlebbar zu machen.

Das Projekt verbindet drei Handlungsbereiche: Erstens wurden klimaangepasste Maßnahmen im Straßenraum entwickelt und umgesetzt, etwa Baum- und Grünscheiben, Entsiegelung, Regenwasserversickerung, Verschattung, Sitzmöglichkeiten und Fahrradabstellanlagen. Bürger*innen konnten in Workshops, Bauwagenaktionen, Rundgängen und einer Onlinebeteiligung Hinweise, Wünsche und Standortvorschläge einbringen. Diese wurden fachlich geprüft, im Living Lab an ausgewählten Standorten sichtbar gemacht und anschließend weiter konkretisiert und umgesetzt.

Zweitens wurden Angebote zu Klimawandel und Gesundheit umgesetzt. Vorträge, Informationsmaterialien, Hitzewarnungen und die gemeinsam mit Bürger*innen entwickelte „Karte der kühlen Orte“ unterstützen die Hitzevorsorge und machen gesundheitliche Folgen des Klimawandels im Alltag verständlich.

Drittens informierte KLISOPAR über Klimaanpassung an Haus, Wohnung und Garten. Dazu wurden Vorträge, Workshops, Beratungsangebote und Praxisbeispiele entwickelt, etwa zu Hitzeschutz, Schimmelprävention, Regenwassernutzung, Fördermöglichkeiten und klimaresilientem Gärtnern.

Ergebnis ist ein ko-kreativ entwickelter Maßnahmenmix für Ohligs: konkrete, teilweise bereits beschlossene Straßenraummaßnahmen, dauerhaft verfügbare Informations- und Beratungsangebote sowie erprobte Beteiligungsformate, die Klimaanpassung im Quartier verständlich, sichtbar und anschlussfähig machen.

Eckdaten zur Maßnahme

Maßnahmenträger

Maßnahmenträger
Stadt Solingen http://www.solingen.de
Kooperationspartner
EuroSoc#DIGITAL gGmbH (Verbundpartner der Stadt Solingen) (www.eurosoc-digital.org)

Dauer und Finanzierung

Beginn der Umsetzung
Dauer der Umsetzung
40 Monate
Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
Ca 290.000 € für die Projektdurchführung
Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
  • Bund
Finanziert durch das BMUV im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, Förderschwerpunkt 3 „Kommunale Leuchtturmvorhaben“, FKZ: 67DAS253A_B).
Der Stadtdienst Natur und Umwelt hat gemeinsam mit der gemeinnützigen Firma Euroco#Digital dieses Projekt beantragt und bewilligt bekommen. Das gesamte Antragsvolumen liegt bei rund 290.000€. Für den Anteil der Stadt wird eine 90 %-Förderung gewährt.
Die Kosten Projektkosten fielen an für Personalkosten der Stadt Solingen, Personalkosten von EuroSoc#Digital, Reisekosten, Arbeitsmaterialien für Beteiligungs- und Ko-Kreationsformate sowie Unteraufträge und externe Kosten.

Weiterführende Links

Links zur Maßnahme

Beteiligung

Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
  • Betriebe, öffentliche Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
  • Breite Öffentlichkeit
  • Schüler*innen
  • Grundstücksbesitzer
  • Öffentliche Verwaltung/Politik
  • Presse
  • Stadtwerke
  • Umwelt- und Sozialverbände
Ja. Neben Stadt Solingen und EuroSoc#DIGITAL waren Bürger*innen aus Ohligs, lokale Vereine und Initiativen, Schulen, politische Gremien, verschiedene Stadtdienste, die Technischen Betriebe Solingen, Versorgungsträger, Feuerwehr, Verbraucherzentrale NRW sowie weitere Fachakteur*innen eingebunden.

Besonders beteiligt waren außerdem das Humboldt-Gymnasium und das Mildred-Scheel-Berufskolleg. Bürger*innen wirkten über Workshops, Bauwagenaktionen, Rundgänge, Onlinebeteiligung, die Karte der kühlen Orte und das Living Lab an Planung und Rückmeldung mit.
Welche Formen der Beteiligung fanden statt?
  • Aufbau von Netzwerken
  • Aufsuchende Formate (z.B. Informationsstände)
  • Bereitstellung von Informationsmaterialien
  • Dialogveranstaltungen, Konferenzen, Workshops
  • Informationsveranstaltungen
  • Online-Befragung / -Dialog
  • persönliche Befragung / Bürgeranhörung
  • Sonstiges
Ko-kreative Maßnahmenentwicklung im öffentlichen Raum, insbesondere über Living Lab, Klima- und Nachhaltigkeitsspaziergang sowie schulische Beteiligungsformate.
Erläuterung
KLISOPAR verband Information, Dialog und ko-kreative Maßnahmenentwicklung. In Workshops, Bauwagenaktionen, Rundgängen, Living Lab und Onlinebeteiligung konnten Bürger*innen Bedarfe, Problemorte und Standortvorschläge einbringen. Ergänzend fanden praxisnahe Workshops und Vorträge zu Klimawandel und Gesundheit sowie zur Klimaanpassung zu Hause statt.

Erfolge

Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
Fast 30 Veranstaltungen mit unterschiedlichen Zielgruppen und Formaten wurden umgesetzt. Je nach Format nahmen zwischen etwa 5 und 50 Personen teil. Die Onlinebeteiligung band hunderte Menschen mit ein.
Im Straßenraum wurden 15 Standorte im Living Lab sichtbar gemacht; es wurden sieben Baumscheiben, zwei Grünscheiben und ein Fahrradabstellplatz zur Umsetzung beschlossen. 100 Schülerinnen beteiligten sich an einem gesonderten Planungsworkshop, 15 weitere Schülerinnen gestalteten das Living Lab mit. Es wurden 15 für individuelle Klimaanpassungsberatungen zu Hause durchgeführt.
Es gab zahlreiche Kommunikationsmaßnahmen, darunter Blogbeiträge, Plakat- und Postkartenaktionen, Newsletter, Podcasts, Pressearbeit, Social-Media-Beiträge und Informationen über digitale Stelen.
Viele Wirkungen lassen sich jedoch nicht allein in Zahlen ausdrücken: KLISOPAR hat Klimaanpassung in die Diskussionen und Alltagsbezüge des Stadtteils getragen – bei Bürger*innen, Verwaltung, Politik, Schulen und mehr.
Wie wird der Erfolg der Maßnahme evaluiert?
  • Feedback-Gespräche (z.B. Gruppendiskussion, Fokusgruppe, Erfahrungsberichte)
  • quantitative Befragung (mittels Fragebögen)
Erläuterung
Die Evaluation kombiniert quantitative und qualitative Rückmeldungen. Eine Onlinebefragung erfasste unter anderem, ob sich Teilnehmende über das Projekt informiert fühlten, die vorgeschlagenen Maßnahmen als passend bewerteten und Klimaanpassung als wichtig einschätzten. Ergänzend wurden Feedback-Gespräche, Fokusgruppen und Rückmeldungen aus Veranstaltungen, Workshops, Rundgängen und der Onlinebeteiligung ausgewertet. So konnten sowohl messbare Einschätzungen als auch Erfahrungen zu Beteiligung.
Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?
  • Ja, Natur-, Umwelt- und Ressourcenschutz: z. B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
  • Ja, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität: z. B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich oder sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
Begrünung, Baum- und Grünscheiben verbessern nicht nur den Hitzeschutz, sondern fördern auch Biodiversität, Aufenthaltsqualität und das Stadtbild. Entsiegelung und Regenwasserversickerung entlasten bei Starkregen die Kanalisation und stärken den Wasserhaushalt. Fahrradabstellanlagen und attraktivere Straßenräume können zudem nachhaltige Mobilität und soziale Begegnung fördern. Informations- und Beratungsangebote stärken darüber hinaus Gesundheitskompetenz und Nachbarschaftsaustausch.

Hindernisse

Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?
Im Straßenraum verhinderten enge Flächen, Leitungs- und Versorgungstrassen im Untergrund, fehlende Abstände zu Gebäuden sowie Anforderungen von Feuerwehr und Brandschutz einzelne gewünschte Maßnahmen. Zudem kam ein geplantes Peer-to-Peer-Nachbarschaftsnetzwerk zur Unterstützung bei extremer Hitze wegen mangelnden Interesses nicht zustande. Durch fachliche Prüfung, Abstimmung und transparente Rückmeldung wurden alternative Lösungen entwickelt.
Hat die Maßnahme negative Nebeneffekte?
  • Nein

Kontaktdaten

Holger Haberstock
Eurosoc Digital gGmbH
Feurigstr. 54 A
10827 Berlin
Deutschland
Abteilung
E-Mail
hhaberstock@eurosoc-digital.org
Telefonnummer
Faxnummer

Ort der Umsetzung

Walter-Scheel-Platz 1
42651 Solingen
Deutschland

Solingen Städte

Kategorien

Hitzeperioden Starkregen/Sturzfluten Trockenheit Höhere Durchschnittstemperaturen Informationsbereitstellung und Sensibilisierung Naturbasierte Maßnahme (z.B. Begrünung, Renaturierung) Technische Maßnahme (z.B. Baumaßnahme) Umweltbeobachtung und Erforschung von Folgen des Klimawandels Öffentliche Verwaltung
Kurzlink: https://www.uba.de/n308624de